Stadt Siegen startet kommunale Wärmeplanung


Ein weiterer Schritt in Richtung Klimaneutralität: Mit der kommunalen Wärmeplanung (KWP) setzt die Stadt Siegen ein Zeichen für eine nachhaltige, zukunftsorientierte Wärmeversorgung. Ziel ist es, diese langfristig klimafreundlich, effizient und sozial ausgewogen zu gestalten.

Doch was ist die kommunale Wärmeplanung? Zu Grunde liegt das Bundeswärmeplanungsgesetz (WPG), welches die Bundesländer und über diese wiederum die Städte und Gemeinden dazu verpflichtet, Wärmepläne zu erstellen. Anhand dieser sollen bestehende Wärmeversorgungsstrukturen systematisch analysiert, Einsparpotenziale identifiziert und konkrete Perspektiven für eine klimafreundliche Transformation entwickelt werden. Dazu gehören unter anderem die Integration erneuerbarer Energien, die Nutzung von Abwärme, der Bau von Wärmenetzen und Speichern sowie Maßnahmen zur energetischen Sanierung bestehender Gebäude.

"Mit der kommunalen Wärmeplanung legen wir den Grundstein für eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Wärmeversorgung in Siegen", betont Bürgermeister Steffen Mues. "Und nicht nur das: Wir schaffen auch die strategische Grundlage für künftige Investitionen und Maßnahmen. Dabei legen wir den Fokus darauf, realistische, lokal tragfähige Lösungen zu entwickeln, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll sind."

Konkret wird hierbei auf zentrale Fragen eingegangen: Welche Gebiete sind für die Versorgung über Fern- beziehungsweise Nahwärmenetze denkbar? In welchen sind individuelle dezentrale Heizungssysteme die bessere Option? Welche erneuerbaren Energiequellen sind regional verfügbar und können für das Wärmenetz oder für eine dezentrale Lösung genutzt werden? Hieraus wird ein Wärmeplan erstellt, der die ersten Umsetzungsoptionen benennt und somit zunächst als Ausgangspunkt für die konkrete Umsetzungsplanung zu verstehen ist. Der Wärmeplan definiert Eignungsgebiete. Da diese jedoch einen informativen Charakter haben, besteht zunächst keine Pflicht, diesen Empfehlungen zu folgen.

Steffen Mues: "Die Wärmeplanung versteht sich als dynamischer, langfristiger Prozess. Sie ersetzt keine konkreten Einzelmaßnahmen, liefert aber einen ersten Orientierungsrahmen für die künftige Entwicklung im Wärmebereich. So schaffen wir bis Mitte 2026 eine Grundlage, um politische Entscheidungen gezielter zu treffen, Fördermittel effektiv einzusetzen und die Wärmewende Schritt für Schritt zu realisieren."

Mit der Durchführung der kommunalen Wärmeplanung hat die Stadt Siegen das erfahrene Beratungs- und Planungsunternehmen Drees & Sommer SE beauftragt. Das interdisziplinäre Team bringt umfassende Expertise aus zahlreichen Projekten in ganz Deutschland mit und begleitet die städtische Abteilung Umwelt und Klima bei der Erstellung eines fundierten und umsetzungsorientierten Wärmeplans. Dabei werden auch lokale Akteure - insbesondere Energieversorger, Wohnungswirtschaft und Fachverwaltungen - eingebunden sowie bestehende Klimaschutzkonzepte und Planwerke berücksichtigt und sinnvoll miteinander verknüpft.

Weitere Informationen sowie einen ausführlichen Fragen-Antworten-Katalog gibt es hier …