"Erasmus Sarcerius gehört fraglos zu den bemerkenswertesten Gestalten der Reformationszeit. Über die Jugendzeit des am 1501 im sächsischen Annaberg geborenen Sarcerius ist kaum etwas zu erfahren. Immerhin wissen wir aber, dass er im Alter von vierzehn Jahren die Domschule in Freiberg bezog und seinem humanistischen Lehrer Petrus Mosellanus wenige Jahre später 1522 nach Leipzig folgte. Nach dem Tod seines Lehrers im Jahre 1524 ging er nach Wittenberg, um sich dort Martin Luther und Philipp Melanchthon anzuschließen", berichtet Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv. 1536 ging es für den Theologen nach Siegen, wo er das ehemalige Franziskanerkloster in eine neue Schule umfunktionierte, aus dem später das Gymnasium Am Löhrtor werden sollte. Nach nur einem Jahr zum Cheftheologen und Hofprediger der jungen lutherischen Landeskirche ernannt, musste Sarcerius die Grafschaft Nassau aus machtpolitischem Kalkül in den 1540er Jahren verlassen.
Das Stadtarchiv baut derzeit eine Sammlung historischer Druckgraphiken und originaler Kupferstiche (Bestand 755) aus dem 16. und 17. Jahrhundert auf. Neben Staatsoberhäuptern, Herrschaftsträgern und Angehörigen des Hochadels (darunter auch einige Fürsten des Hauses Nassau) gehören vor allem kirchliche Würdenträger und Theologen zu den abgebildeten Personen. Bei einem der Neuzugänge handelt es sich um Erasmus Sarcerius.
Die Vitrine mit den Porträts und Texten von Erasmus Sarcerius kann zu den Öffnungszeiten des Stadtarchivs (dienstags 10.00 bis 16.00 Uhr, mittwochs und freitags von 10.00 bis 15.00 Uhr und donnerstags 10.00 bis 18.00 Uhr) kostenlos im Krönchen-Center besichtigt werden.