Soldaten und Reservisten reinigen Kriegsgräber am Hermelsbacher Friedhof


Eine Elektro-Sense und ein Hochdruckreiniger sind auf dem Hermelsbacher Friedhof zu hören: Am Siegener Wellersberg haben zwölf Soldaten aus der Erndtebrücker Hachenberg Kaserne sowie fünf Reservisten der Reservistenkameradschaft Wittgenstein einen Teil der dortigen Kriegsgräber gereinigt sowie das Umfeld der Grabstellen gesäubert.

Die Idee zu der Aktion kam bei einem gemeinsamen Besuch des Friedhofs von Landrat Andreas Müller, gleichzeitig Vorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) im Kreis Siegen-Wittgenstein, Bürgermeister Tristan Vitt, Stadtbaurat Henrik Schumann und Beatrix Balzar, Vorstandsmitglied des VDK in Westfalen-Lippe, auf. Zusammen mit Stabshauptmann d.R. Richard Rottenfußer, Vorsitzender der Reservistenkameradschaft, wurde so die gemischte Truppe aus aktiven Soldaten und ehrenamtlichen Reservisten zusammengestellt, die sich an der Aktion beteiligten.

Neben der Pflege der Rasenfläche und dem Mähen des Grases reinigten und säuberten die Helfer innerhalb von zwei Tagen knapp 150 Grabkreuze rund um das Ehrenmal.

Bürgermeister Tristan Vitt dankte den freiwilligen Helfern für Ihren Einsatz: "Die Erinnerung an die Opfer von Gewaltherrschaft und die Toten des Zweiten Weltkrieges wachzuhalten, ist eine wichtige Aufgabe. Sie mahnt uns, demokratische Gedanken hochzuhalten. Mit diesem Einsatz tragen Soldaten und Reservisten aktiv dazu bei, eine lebendige Kultur der Erinnerung zu erhalten."

Zentrale städtische Mahnstelle

"Hinter jedem dieser fast 150 Kreuze steht ein Mensch mit einem Namen, einer Familie und einer Geschichte. Hier liegen nicht nur Soldaten, sondern auch Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und sogar 47 Kinder. Wer ihre Gräber pflegt, gibt diesen Menschen ein Stück Würde zurück. Dass aktive Soldaten aus Erndtebrück und Reservisten dafür gemeinsam angepackt haben, ist ein starkes Zeichen aus unserer Region. Als Vorsitzender des Volksbundes im Kreis danke ich allen Helfern sehr herzlich", sagt Landrat Andreas Mülller. Insgesamt sind über 1.200 Kriegsopfer beider Weltkriege auf dem Friedhof bestattet.

Die Stadt Siegen ist für die Unterhaltung der Kriegsgräber auf städtischen Friedhöfen zuständig. Auf dem Hermelsbacher Friedhof findet zudem jährlich zum Volkstrauertag die zentrale städtische Trauerfeier statt.

In den nächsten Monaten wollen weitere freiwillige Helferinnen und Helfer aus anderen Vereinen und Verbänden weitere Kriegsgräber pflegen und reinigen. Der VDK und die Reservistenkameradschaft planen ebenfalls eine längerfristige Zusammenarbeit bei der Pflege örtlicher Grabfelder.