Herrengarten

Zentral in der Siegener Innenstadt gelegen, hat der Herrengarten eine bewegte Geschichte hinter sich. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde er unter Fürst Johann Moritz von Nassau-Siegen (1604 bis 1679) als herrschaftlicher Lustgarten angelegt mit Blumenrabatten und einer Orangerie im Stil des niederländischen Klassizismus. In dem drei Hektar großen Garten, der von einer Mauer mit schmiedeeisernem Lanzengitter umgeben war, gab es auch mehrere Teehäuschen, Skulpturen und eine vergoldete Bacchus-Figur. Das zunächst dem Fürstenhaus vorbehaltene und ab 1783 öffentlich zugängliche Areal war dem weitläufigen Tiergarten vorgelagert.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Gelände durch die neue Eisenbahn zerteilt und stellenweise überbaut. In der NS-Zeit wurde hier ein Marinedenkmal errichtet, später befand sich hier ein Parkplatz, eine Tankstelle und ab 1977 ein Einkaufszentrum. Dieses - schon weitestgehend freigezogen - war im Corona-Jahr 2020 Schauplatz des von KulturSiegen veranstalteten Urban Art Festivals "Out and about".

Bereits im November 2019 hatte der Siegener Kulturausschuss beschlossen, am Herrengarten als Ort der Stadtgeschichte eine Bronzetafel anbringen zu lassen. Nach aufwendigen Rückbau- und Umgestaltungsmaßnahmen wurde der Herrengarten ab 2021 nach Plänen des Büros Rehwaldt Landschaftsarchitekten wieder zu einem Garten für alle Bürgerinnen und Bürger.

Die offizielle Eröffnung erfolgte schließlich im Rahmen des Stadtfests aus Anlass der 800-Jahr-Feier im Jahr 2024. An der Bühne, die für Kulturveranstaltungen unter freiem Himmel zur Verfügung steht, befindet sich heute auch die im Auftrag von KulturSiegen von der Glockengießerei Rincker (Sinn) gefertigte Informationstafel.


Kurzfassung (Text auf der Bronzegusstafel)

An dieser Stelle befand sich der Herrengarten, ein herrschaftlicher Lustgarten der reformierten Linie des Hauses Nassau-Siegen. Angelegt von Johann Moritz Fürst zu Nassau-Siegen (1604 bis 1679). Mitte des 17. Jahrhunderts gehörte er später zur Schlossanlage des Fürstenhauses. Das rechteckige Areal unterhalb des Siegbergs war mit einer Mauer und schmiedeeisernen Lanzengittern umgeben und über Toranlagen, zu denen Alleen führten, zugänglich. Den Herrengarten zierten Statuen, Sandsteinskulpturen und Rabatten mit Zierpflanzen. 1703 erfolgte die Errichtung einer Orangerie für den Anbau exotischer Gewächse im Stil des niederländischen Klassizismus. Auch gab es mehrere Teehäuschen. Ab 1810 wurde das Gelände an den Fiskus übertragen und 1911 erwarb die Stadt Siegen das Areal.


GPS-Koordinaten (Breiten- und Längengrad): 50.874838, 8.024826

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