Auch an vielen anderen Stellen im Gebäude ist der Fortschritt der Sanierung deutlich erkennbar. Handwerker haben in den letzten Wochen die Wände im Eingangs- und Duschbereich sowie im Multifunktionsraum - den künftig sowohl Badegäste als auch Vereine als Treffpunkt nutzen können - eingebaut. Parallel dazu bringen Sanitärinstallateure derzeit die letzten Anschlüsse an Wärmepumpen und Wasserverteiler an.
"Die Arbeiten an einem Hallenbad sind sehr komplex. In kaum einem anderen Gebäudetyp verlaufen so viele Leitungen, Verkabelungen und Rohre auf engem Raum - das benötigt eine genaue Planung und Koordination zwischen den Gewerken", erklärt Bernd Wiezorek, Projektleiter bei der Technischen Gebäudewirtschaft. "Nach dem Abschluss der Trockenbauarbeiten können wir endlich die Fußbodenheizung einbauen, den Estrich einbringen und die Fliesen verlegen."
Nach der Sanierung erwartet die Besucherinnen und Besucher ein grundlegend modernisiertes Hallenbad. So stehen künftig vier statt drei große Sammelumkleiden zur Verfügung. Durch die Erhöhung können sich etwa die Kinder einer Schulklasse schneller umziehen. Ein zusätzlicher dritter Duschbereich kommt insbesondere Familien zugute, steht aber grundsätzlich allen Nutzerinnen und Nutzern offen. Ein neues Kassensystem mit Sprachsteuerung ermöglicht zudem eine barrierefreie Nutzung.
Energetische Erneuerung
Ein weiterer Schwerpunkt der Baumaßnahme liegt auf der energetischen Modernisierung. Bereits im Oktober haben Heizungstechniker die Wärmepumpen installiert. Ein mobiler Kran hatte die einzelnen Elemente von einem Transporter an ihren Abstellplatz gehoben. Die Wasserverteilung wird in Zukunft über einen sogenannten "Zortströmverteiler" geregelt - im Grunde ein großer Kessel, in dem das Wasser nach verschiedenen Temperaturstufen getrennt wird -, der ebenfalls im Oktober eingebaut wurde. Derzeit bringt eine Fachfirma noch letzte Anschlüsse an den Verteiler an. Gemeinsam mit der neuen Dämmung und der modernisierten Heizungsanlage ermöglicht das System eine effiziente Energieeinsparung. Durch den Einbau von effizienten Wärmerückgewinnungsanlagen, einer thermischen Solaranlage auf dem Dach und dem Einbau mehrerer Wärmepumpen kann der Energieverbrauch des Hallenbads halbiert werden. Zum Erreichen der Klimaziele der Stadt Siegen ist die CO2-neutrale Energieversorgung damit ein wichtiger Baustein der Sanierungsmaßnahme.
Der Umbau wird durch das Förderprogramm "Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Fonds für gerechten Übergang (JTF)" des Landes Nordrhein-Westfalen, finanziert durch die Europäische Union, mit rund 4,77 Mio. Euro gefördert. Die Gesamtkosten für die Sanierung liegen bei rund 13 Mio. Euro.
Bis Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten an dem über 40 Jahre alten Gebäude abgeschlossen werden. Im Anschluss kann dann der Abriss und Neubau des Hallenbads in Weidenau beginnen.