Vernissage "Ich + Ich - Vielleicht ganz. Ein Porträt innerer Welten"

Eine Ausstellung des Bildungsateliers des Sozialwerks St. Georg unter der Leitung von Anne Möx mit Fotografien von Esther Posala

Ein Blick, ein Innehalten - und manchmal dieser Moment, in dem etwas anklingt, das man selbst kennt, ohne es benennen zu müssen. Die Ausstellung "Ich + Ich - Vielleicht ganz. Ein Porträt innerer Welten" lädt dazu ein, sich auf genau solche Begegnungen einzulassen.

Vom 09. Juli 2026 (Eröffnung um 19 Uhr) bis zum 15. August 2026 ist die Ausstellung mit Fotografien von Esther Posala im KrönchenCenter Siegen zu sehen. Gezeigt werden 78 großformatige Fotografien von 35 Menschen, die sich offen mit ihrer psychischen Erkrankung auseinandersetzen und sich bewusst haben porträtieren lassen. Die Bilder erzählen von Verletzlichkeit und Stärke, von Rückzug und Präsenz - ohne zu erklären, ohne festzuschreiben.

Initiiert und begleitet wurde das Projekt von Anne Möx, Projektleiterin im Bildungsatelier des Sozialwerks St. Georg. Für die fotografische Umsetzung arbeitete sie mit der externen Fotografin und Künstlerin Esther Posala zusammen, deren Bildsprache die Ausstellung maßgeblich prägt. Anne Möx beschreibt den Ausgangspunkt des Projekts als den Wunsch, "Räume zu schaffen, in denen Menschen sich zeigen können - ohne erklärt zu werden".

Die Ausstellung verzichtet bewusst auf begleitende Texte, Namen oder Diagnosen. Die Fotografien stehen für sich. Sie sollen keine Antworten liefern, sondern Wahrnehmung ermöglichen. Anne Möx versteht die Bilder als Einladung, eigene Gefühle und Assoziationen zuzulassen. Die Emotionen, die sichtbar werden - Unsicherheit, Offenheit, Stolz oder Zurückhaltung - seien keine besonderen, sondern zutiefst menschliche Erfahrungen.

Die Bildsprache von Esther Posala arbeitet mit Spiegelungen, Unschärfen sowie Licht und Schatten. Sie schafft Nähe, ohne zu vereinnahmen. Immer wieder, so berichtet Anne Möx, entstehe beim Betrachten der Eindruck, Menschen neu zu sehen - auch solche, die man zu kennen glaubt. Genau darin liege eine besondere Kraft der Ausstellung.

Erstmals öffentlich gezeigt wurden die Fotografien im Mai 2025 im Rahmen des Fotofestivals Schmallenberg. Im Januar/Februar 2026 wurde die Ausstellung im LenneAtelier Schmallenberg gezeigt.

Dass die Ausstellung nun erneut in einem öffentlichen Raum für Kultur, Weiterbildung und eigene Entwicklung, dem KrönchenCenter, gezeigt wird, ist bewusst gewählt. Für Anne Möx gehört es zum Gedanken von Inklusion, bestehende kulturelle Orte zu nutzen und keine Sonderräume zu schaffen. Kunst kann Brücken bauen, weil sie nicht erklärt, sondern berührt.

Das Sozialwerk St. Georg Teilhabe gGmbH ist ein Träger der Wiedereingliederungshilfe, der auch vor Ort in Siegen stationäre und ambulante Hilfen für Menschen mit psychischen Erkrankungen anbietet. Möglich wurde das Ausstellungsprojekt durch Kooperationen und Förderung, unter anderem durch die Aktion Mensch (1964 im Zuge des Contergan-Skandals unter dem Namen "Aktion Sorgenkind" gegründet). Die Aktion Mensch fördert grundsätzlich auch Projekte für Menschen mit psychischen Behinderungen beziehungsweise psychischen Erkrankungen, wenn diese zu einer Behinderung oder Teilhabeeinschränkung führen.

Termine

  • 09.07.26 19:00 - 20:30 Uhr