Grundstücksmarktbericht 2026 liegt vor


Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Universitätsstadt Siegen hat seinen Jahresbericht 2025 vorgestellt.

Danach wurden im letzten Jahr 1034 Kaufverträge geschlossen. In Summe wurden Immobilien in Höhe von rund 208 Mio. Euro gehandelt. Diese und weitere Informationen zum Immobilienmarkt in der Universitätsstadt Siegen können dem neu veröffentlichten Grundstücksmarktbericht 2026 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Universitätsstadt Siegen entnommen werden.

Baugrundstücke: Wenig los bei steigenden Preisen

Auf Baugrundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser entfielen lediglich 20 Kauffälle. Damit wurden in Siegen im vierten Jahr in Folge nur sehr wenige Bauplätze verkauft. In den Jahren davor waren es noch 60 bis 90 Stück. Der durchschnittliche Preis eines Bauplatzes stieg von 84.000 Euro auf 100.300 Euro und liegt damit erstmals über 100.000 Euro.  Dies entspricht einem durchschnittlichen Preis von 175 Euro pro Quadratmeter.

Michael Krämer ist Bewertungssachverständiger und Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Universitätsstadt Siegen. Er hat die Daten ausgewertet: "Derzeit werden in Siegen nur noch Baulücken gehandelt, die sind knapp und das lässt die Preise steigen, es fehlt an attraktiven Neubaugebieten."
Zurückhaltend zeigte sich der Grundstücksmarkt auch für den Geschosswohnungsbau. Mit nur vier gehandelten Grundstücken ist das Niveau ähnlich niedrig wie im Vorjahr mit drei Grundstücken. Nun schon das fünfte Jahr ohne Kaufvertrag blieben Gewerbe- und Industrieflächen.

Im Ergebnis wurden die Bodenrichtwerte für Wohnbaugrundstücke um durchschnittlich 10 Prozent und Baugrundstücke in Kern- und Mischgebietslagen um 5 Prozent angehoben. Die Bodenrichtwerte für Gewerbe- und Industrieflächen blieben unverändert.

Ein- und Zweifamilienhäuser: Preise stagnieren

Die Anzahl der verkauften Ein- und Zweifamilienhäuser lag im vergangenen Jahr bei 307 und damit leicht über dem Niveau des Jahres 2024 (296). Der durchschnittliche Kaufpreis blieb konstant bei 261.000 Euro. Der Höchstwert wurde im Jahr 2022 mit durchschnittlich 274.000 Euro erreicht. Danach sorgte die unruhige weltpolitische Lage für einen Preisverfall. Durchschnittlich war ein verkauftes Ein- oder Zweifamilienhaus 75 Jahre alt, dazu gehörten viele modernisierungsbedürftige Objekte. Die Anzahl der verkauften Mehrfamilienhäuser blieb mit 73 annähernd unverändert zum Vorjahr mit 69 Verträgen. Das Preisniveau veränderte sich nicht.

Eigentumswohnungen: Mehr Angebot bei leicht fallenden Preisen

Im Teilmarkt der Eigentumswohnungen wurden insgesamt 343 Verträge registriert und damit rund 64 Prozent mehr als in 2024.  Auf weiterverkaufte Wohnungen entfielen 249 Verträge bei einem durchschnittlichen Preis von rund 1.940 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Dies entspricht einem Minus von 2 Prozent. Eine durchschnittliche Eigentumswohnung im Weiterverkauf war 46 Jahre alt und kostete 128.600 Euro. 

82 Wohnungen entfielen auf Objekte in Mehrfamilienhäusern, die in Eigentumswohnungen umgewandelt und verkauft wurden. Lediglich 12 Kaufverträge entfielen auf Neubauwohnungen, überwiegend im gehobenen Preissegment. Der durchschnittliche Preis lag bei 4.230 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und damit auf ähnlich hohem Niveau wie im Vorjahr.

Datengrundlage - tatsächliche Kaufpreise

Grundlage für die vom Gutachterausschuss veröffentlichten Zahlen bildet die Kaufpreissammlung. Darin enthalten sind unter anderem die Daten der Kaufverträge, also auch die tatsächlich gezahlten Kaufpreise. “Viele Internetportale stützen ihre Vergleiche auf Angebotspreise”, erklärt Michael Krämer. Allerdings seien diese nicht selten von unrealistischen Preisvorstellungen geprägt. 

Notare sind gesetzlich verpflichtet, dem Gutachterausschuss Abschriften der jeweiligen Kaufverträge zur anonymisierten Auswertung zu übersenden. Um eine möglichst genaue Statistik zu erhalten, sind von der Auswertung Verträge ausgenommen, bei denen angenommen wird, dass sie von außergewöhnlichen oder persönlichen Verhältnissen beeinflusst wurden. Dies ist zum Beispiel bei Verkäufen innerhalb der Familie, bei Erbschaftsauseinandersetzungen oder bei Schenkungen der Fall.

Bodenrichtwerte beschlossen

Auf Grundlage der erhobenen Grundstücksdaten des Jahres 2025 hat der Gutachterausschuss die Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar 2026 für Baugrundstücke beschlossen. Die Bodenrichtwerte sind bezogen auf einen Quadratmeter eines Grundstückes; sie werden in sogenannte Bodenrichtwertzonen klassifiziert. Diese beschreiben ein Gebiet mit im Wesentlichen gleichen Nutzungs- und Wertverhältnissen. Neben den Bodenrichtwerten für Wohnbauland wurden auch Richtwerte für Mischgebiete, Gewerbeflächen sowie für land- und forstwirtschaftliche Grundstücke ermittelt.

Die absoluten Spitzenpreise für Wohnbaugrundstücke in Siegen sind nach wie vor auf dem Bürbacher Giersberg und dem Siegener Giersberg mit durchschnittlich 280 Euro pro Quadratmeter zu finden. Zum Vergleich: Die Bodenrichtwerte für Wohnbebauung in den sonstigen guten Wohnlagen von Siegen liegen bei ca. 180 bis 220 Euro pro Quadratmeter.

Internetportal "BORIS" bündelt alle Informationen

Die Bodenrichtwerte können kostenlos im Internetportal des Landes Nordrhein-Westfalen unter www.boris.nrw.de eingesehen werden. Die dort dargestellten Informationen erfreuen sich großer Beliebtheit; sie werden in NRW pro Monat über 10 Millionen Mal angeklickt.

Zu finden sind dort auch die "Grundstücksmarktberichte" des Gutachterausschusses in der Universitätsstadt Siegen sowie die Berichte aller weiteren Gutachterausschüsse im Land NRW. Der Grundstücksmarktbericht gibt Auskunft über den jeweiligen Grundstücksmarkt und enthält Angaben über den Umsatz und die Preisentwicklung der vergangenen Jahre. Er leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verbraucherinformation und verschafft Laien und Fachleuten einen transparenten Einblick in den regionalen Grundstücksmarkt. Er ist nicht zuletzt wichtige Grundlage für die Bewertung von Immobilien im Ankaufs-, Verkaufs- oder Beleihungsfall.

Weitere Informationen sind bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses in der Universitätsstadt Siegen im Rathaus Geisweid, Lindenplatz 7, Zimmer 3 bis 5, telefonisch unter (0271) 404-3240 oder -3232 sowie per E-Mail an gutachterausschuss@​siegen.de erhältlich.

[Pressemitteilung des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Universitätsstadt Siegen]


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