UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Immobilien-Preise kletterten im Corona-Jahr auf Rekordhöhe

[29.03.2021] Die Notare reichten dem Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Siegen im vergangenen Jahr 1.033 Kaufverträge ein. Dies sind zwar 98 weniger als im Jahr zuvor - die Preisentwicklung nahm dabei aber deutlich an Fahrt auf.

Die ausgewerteten Kaufverträge erreichten einen Gesamtwert rund 207 Mio. Euro und eine Fläche von rund 74 Hektar.

Diese und weitere Informationen zum Immobilienmarkt in der Stadt Siegen finden sich in dem neu veröffentlichten Grundstücksmarktbericht 2021 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Universitätsstadt Siegen.

Immobilienpreise sind deutlich gestiegen

Danach stehen derzeit Eigentumswohnungen hoch im Kurs. Im Jahr 2020 wurden 263 Kaufverträge abgeschlossen. Damit wurde die Anzahl des Vorjahres (266 Verträge) annähernd gehalten. Deutlich gestiegen sind die Preise pro Quadratmeter Wohnfläche. Diese betrugen bei Neubauwohnungen durchschnittlich 3.280 Euro pro Quadratmeter (ein Plus von 12 Prozent) und bei Eigentumswohnungen im Bestand durchschnittlich 1.760 Euro pro Quadratmeter (ein Plus von 13 Prozent). Eine durchschnittliche Eigentumswohnung kostete rund 144.000 Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr (132.000 Euro).

Weiterhin sehr gefragt sind Ein- und Zweifamilienhäuser. Die Anzahl der Kaufverträge ging von 309 auf 288 im Vorjahr etwas zurück. Das durchschnittliche Objekt wurde mit 249.000 Euro gehandelt. Dies bedeutet eine Steigerung um rund 11 Prozent im Vergleich zu 2019, als noch 225.000 Euro gezahlt wurden. Verglichen mit 2018 beträgt die Steigerung sogar 31 Prozent (190.000 Euro). Insgesamt fällt sowohl bei Ein- und Zweifamilienhäusern wie auch beim Wohnungseigentum ein Trend zu höherpreisigen Objekten ins Auge.

Auf Baugrundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser entfielen 79 Kauffälle (2019: 64) mit einem Gesamtumsatz von 5,64 Mio. Euro. Ein durchschnittlicher Bauplatz kostete im Jahr 2020 in der Stadt Siegen 71.400 Euro. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies ein Preis-Plus von fünf Prozent, als ein Bauplatz noch 68.200 Euro kostete. Das durchschnittliche Baugrundstück wurde mit 507 Quadratmeter etwas kleiner, der Preis pro Quadratmeter stieg jedoch um 14 Prozent auf 141 Euro pro Quadratmeter. Als Grund für die Steigerung sieht der Gutachterausschuss das knappe Angebot an attraktiven Bauflächen in Neubaugebieten.

Grundlage für die veröffentlichten Zahlen bildet die beim Gutachterausschuss geführte Kaufpreissammlung. Notare sind gesetzlich verpflichtet, dem Gutachterausschuss Abschriften der jeweiligen Kaufverträge zur anonymisierten Auswertung zu übersenden. Um eine möglichst genaue Statistik zu erhalten, sind von der Auswertung Verträge ausgenommen, bei denen angenommen wird, dass sie von außergewöhnlichen oder persönlichen Verhältnissen beeinflusst wurden.

Dies ist zum Beispiel bei Verkäufen innerhalb der Familie, bei Erbschaftsauseinandersetzungen oder bei Schenkungen der Fall. Mit den erfassten Daten ist der Gutachterausschuss als unabhängige Landeseinrichtung in der Lage, die tatsächlichen Kaufpreise statistisch auszuwerten, wohingegen in vielen Internetportalen lediglich Angebotspreise verglichen werden können.

Giersberg Spitzenreiter bei Bodenrichtwerten

Auf Grundlage der erhobenen Grundstücksdaten des Jahres 2020 hat der Gutachterausschuss die Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar 2021 für Baugrundstücke beschlossen. Die Bodenrichtwerte sind bezogen auf einen Quadratmeter eines Grundstückes, sie werden in sogenannten Bodenrichtwertzonen klassifiziert. Diese beschreiben ein Gebiet mit im Wesentlichen gleichen Nutzungs- und Wertverhältnissen. Neben den Bodenrichtwerten für Wohnbauland wurden auch Richtwerte für Gewerbeflächen sowie für land- und forstwirtschaftliche Grundstücke ermittelt.

Die absoluten Spitzenpreise für Wohnbaugrundstücke wurden im Neubaugebiet "Ober dem Feldgarten" in Kaan-Marienborn mit durchschnittlich 220 Euro pro Quadratmeter (erschließungsbeitragspflichtig) und am Siegener Giersberg mit 230 Euro pro Quadratmeter (erschließungsbeitragsfrei) für die begehrte Südwest- und Südosthanglage erzielt. Der Giersberg ist damit wieder Spitzenreiter bei den Siegener Bodenrichtwerten.

Deutlich zugelegt hat auch das Baugebiet "Bürbacher Giersberg". Der Bodenrichtwert beträgt dort nun durchschnittlich ebenfalls 220 Euro pro Quadratmeter (erschließungsbeitragspflichtig). Zum Vergleich: Die Bodenrichtwerte für Wohnbebauung in den sonstigen guten Wohnlagen von Siegen liegen bei ca. 160 bis 180 Euro pro Quadratmeter.

Insgesamt wurden gegenüber dem Vorjahr die Werte von 193 Bodenrichtwertzonen angepasst. Für das Gebiet der Stadt Siegen sind zum Wertermittlungsstichtag 1. Januar 2021 insgesamt 256 Bodenrichtwertzonen festgelegt, somit zwei mehr als im Vorjahr.

Internetportal "BORIS" bündelt alle Informationen

Die Bodenrichtwerte sind in der Bodenrichtwertkarte dargestellt; sie kann kostenlos im Internetportal des Landes Nordrhein-Westfalen unter www.boris.nrw.de oder über die App "BORISplus.NRW" eingesehen werden. Zu finden sind dort auch die "Grundstücksmarktberichte" des Gutachterausschusses in der Universitätsstadt Siegen sowie die Berichte aller weiteren Gutachterausschüsse im Land NRW. Der Grundstücksmarktbericht gibt Auskunft über den jeweiligen Grundstücksmarkt und enthält Angaben über den Umsatz und die Preisentwicklung der letzten Jahre.

Weitere Informationen sind bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses in der Universitätsstadt Siegen im Rathaus Geisweid, Lindenplatz 7, Zimmer 3 bis 5, telefonisch unter (0271) 404-3232 oder -3260 und per E-Mail unter gutachterausschuss(at)siegen.de erhältlich.

Pressekontakt: Stadt Siegen ⋅ Referat für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Sabine Schutz ⋅ Telefon-Nr. (0271) 404-1220

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