UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Empfehlungen des Arbeitskreises "Straßennamen" bei Bürgerinfo vorgestellt

[20.09.2022] Die historischen Hintergründe von Straßennamen in Siegen hat der interfraktionelle Arbeitskreis "Straßennamen" in zehn Sitzungen aufgearbeitet. Die Ergebnisse wurden jetzt (Dienstag, 13. September) bei einem Bürgerinfoabend im Großen Saal der Bismarckhalle in Weidenau vorgestellt.

Bürgermeister Steffen Mues begrüßte die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger und ordnete die intensive Auseinandersetzung der Arbeitskreis-Mitglieder mit der Geschichte ein: „Es geht hier nicht um ein paar Namensschilder aus Metall, sondern darum, womit wir uns als Stadt Siegen identifizieren.“

Die Empfehlungen des Arbeitskreises, in dem Mitglieder aller im Rat vertretenen Fraktionen vertreten sind, seien einstimmig gewesen. „Die Benennung einer Straße nach einer Person ist eine der höchsten Ehrungen, die eine Stadt einem Bürger oder einer Bürgerin gewähren kann“, so Mues. Ziel des politisch eingesetzten Arbeitskreises sei es, und damit auch Wunsch der Politik, auf Basis „unserer heutigen freiheitlich-demokratischen Werteordnung zu empfehlen, ob die Straßennennung aufgrund einer Belastung aus der NS-Zeit noch angemessen erscheint oder nicht“.

Vor der engagierten Diskussion mit der Bürgerschaft, darunter viele Anwohnerinnen und Anwohner, hatten die Organisatoren einen Info-Block mit Kurz-Vorträgen der beteiligten Fachleute vorangestellt. Ziel war es, das komplexe Thema "Straßenumbenennung" aus verschiedenen Perspektiven zu erläutern. Vertreter des Arbeitskreises mit Raimund Hellwig (FDP) als Vorsitzendem, Martin Heilmann (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) und Erik Dietrich (Volt-Fraktion) stellten den Abschlussbericht im Detail vor. Sie erläuterten die biographischen Hintergründe der Namensträger, die aktiv in der NS-Zeit beteiligt waren. Der Arbeitskreis empfiehlt, sieben historisch belastete Straßen in Siegen umzubenennen.

Darauf lag auch der Fokus bei der Bewertung der Straßennamen durch den Arbeitskreis: auf in der NS-Zeit auffällig gewordene Personen sowie auch Wegbereiter des Nationalsozialismus seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Der Arbeitskreis gelangte zu einer Einteilung in drei Kategorien. Am Ende waren es 23 Personen, davon fielen sieben (Straßen-)namen in die Kategorie A "schwere Belastung, Umbenennung empfohlen". Konkret handelt es sich um die Adolf-Wagner-Straße, die Bergfriederstraße, Diemstraße, Hindenburgstraße, Lothar-Irle-Straße, Porschestraße und Stöckerstraße.

Seitens der Verwaltung gab Stadtarchivar Dr. Patrick Sturm einen Überblick über die historische Entwicklung von Straßennamen („Jede Generation muss für sich aushandeln, welche Straßennamen ehrungswürdig sind“) und stellte beispielhaft Verfahren von Straßenumbenennungen in anderen Kommunen vor. Andreas Becher, Leiter der Abteilung Vermessung und Geoinformation, informierte, wie eine Straßenumbenennung in der Praxis vonstattengeht und den praktischen Ablauf. Ihre Rechtwirkung entfalte eine Straßenumbenennung nach der öffentlichen Bekanntmachung. Becher betonte außerdem, dass die Behörden wie Finanzamt oder Rentenversicherung von städtischer Seite über eine mögliche Namensänderung informiert würden.

In der gut gefüllten Bismarckhalle nutzten im Anschluss vor allem Anwohnerinnen und Anwohner der von einer Umbenennung möglicherweise betroffenen Straßen die Gelegenheit zur Diskussion. Die finale Entscheidung, ob die genannten Straßen umbenannt werden, trifft der Rat in seiner Sitzung am Mittwoch, 19. Oktober 2022.

Abschlussbericht der Arbeitskreises Straßennamen.

Pressekontakt: Stadt Siegen ⋅ Referat für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Sabine Schutz ⋅ Telefon-Nr. (0271) 404-1220

Diese Website benutzt Cookies
Wir benutzen Cookies, um unsere Website stetig zu verbessern. Wenn Sie ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen auf unserer Seite weitersurfen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.
x