UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

351 Jahre alte Fürstengruft im Unteren Schloss offiziell wiedereröffnet

[02.09.2021] Viel Besuch für die letzte Ruhestätte von Fürst Johann Moritz: Die Fürstengruft im Unteren Schloss in Siegen ist gestern (Mittwoch, 1. September) nach ihrer umfassenden Restaurierung offiziell (wieder-)eröffnet worden.

Bürgermeister Steffen Mues begrüßte zum Festakt Vertreterinnen und Vertreter unter anderem des zuständigen Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) NRW, der heimischen Politik wie der Universität Siegen.

„Die Restaurierung ist hervorragend gelungen. Eine der wichtigsten kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten ist damit jetzt neu und besser für die Öffentlichkeit zugänglich“, sagte Bürgermeister Mues. Die Siegener Stadtgeschichte lasse sich nun unmittelbarer vermitteln und erleben.

Als Außenstelle des Siegerlandmuseums ist das Siegener Baudenkmal künftig für die Öffentlichkeit zugänglich. Bei Kurz-Führungen konnten sich die Gäste im Anschluss von der gelungenen Instandsetzung der Fürstengruft überzeugen.

Dem Start der Restaurierung vorausgegangen waren zahlreiche Verhandlungen und finanzielle Zusagen über Zuschüsse mit der Unterzeichnung eines Vereinbarungsvertrages zwischen der Stadt Siegen und dem BLB NRW. „Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei Frau Ministerin Ina Scharrenbach, die heute leider kurzfristig ihre Teilnahme absagen musste, denn die Sanierung wurde vom Land NRW aus Mitteln des Fonds ,Heimatzeugnis‘ ebenso wie aus Mitteln des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW gefördert“, so Bürgermeister Mues.

Die Projektleitung hatte die städtische Kulturabteilung als zuständige Fachabteilung inne: Von hier wurden die Verhandlungen mit dem BLB NRW über die Nutzung und Finanzierung geführt und erfolgreich der Förderantrag beim Land NRW gestellt.

Der Nutzungsvertrag war im Oktober 2019 Helmut Heitkamp, dem damaligen Leiter der Dortmunder BLB-Niederlassung, und Kulturdezernent Arne Fries unterzeichnet worden. Mues bedankte sich für die Bereitstellung von 50.000 Euro seitens des BLB NRW als Zuschuss für die Sanierungskosten ebenso wie die Bewilligung von 75.000 Euro Fördermitteln des Landes. Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf rund 150.000 Euro.

Darüber hinaus hat die Fürst-Johann-Moritz-Gesellschaft einen Betrag von 5.000 Euro für die Informationstafeln in der Gruft gesponsert. „Das Untere Schloss mitsamt der Fürstengruft ist für die Geschichte und die Identität der Stadt ein ganz besonderer Ort. Die Gelegenheit, diesen für die Menschen in Siegen zugänglich zu machen, haben wir als Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen gerne unterstützt. Wir sind sehr froh über das Engagement der Stadt und der Fürst-Johann-Moritz-Gesellschaft in dieser Frage“, betonte Anke Richter, technische Niederlassungsleisterin beim BLB NRW in Dortmund.

Das Gewölbe wurde seit 2020 umfassend und originalgetreu restauriert, und präsentiert sich nun heller und professionell ausgeleuchtet. Unter anderem wurden die Flächen mit Kalkputzen und Kalklasuren denkmalgerecht wiederhergestellt. Durch den Einsatz einer Lichtsteuerung wirken Gegenstände wie die Büste und der Holzsarkophag nun plastischer.

Beteiligt war die Denkmalpflege-Fachfirma Wibbeke aus Geseke sowie der Lichtdesigner Benjamin Rubertus aus Siegen unter der bautechnischen Leitung von Stefan Schönstein von der städtischen Technischen Gebäudewirtschaft der Stadt Siegen.

Vor 351 Jahren wurde die Fürstengruft als letzte Ruhestätte des Landesherren Fürst Johann Moritz von Nassau-Siegen (1604-1679) fertiggestellt, einer herausragenden Persönlichkeit der Siegener Stadtgeschichte. Mit seinem Namen bzw. konkret seiner Erhebung in den Fürstenstand ist unter anderem die fürstliche Schenkung des "Goldenen Krönchens" im Jahr 1652 verbunden, die seitdem das Wahrzeichen der Stadt auf der stadtbildprägenden Turmspitze der Nikolaikirche darstellt. Die mehrere Meter hohe Plastik - eine überdimensionale Krone mit Windpfeil und Windrose - ist eine Kunstschmiedearbeit aus vergoldetem Eisen.

Öffnungszeiten und Führungen

Bis zum 31. Oktober kann die Fürstengruft sonntags zwischen 11.00 und 17.00 Uhr bei freiem Eintritt besichtigt werden.

An jedem 4. Sonntag im Monat gibt es ab 14.30 Uhr eine Führung unter dem Motto "Auf den Spuren von Fürst Johann Moritz" (Dauer: ca. 1,5 Stunden). Die Führung startet am Oberen Schloss. Wer teilnehmen möchte, aber nicht gut zu Fuß ist, kann an der Fürstengruft dazu stoßen.

Die Teilnahme ist nur nach einer verbindlichen Anmeldung per E-Mail an siegerlandmuseum(at)siegen.de bis freitags um 12.00 Uhr möglich, andernfalls telefonisch ab 10.00 Uhr über die Kasse des Siegerlandmuseums unter (0271) 23041-13. Der Kassenbeleg berechtigt zur Teilnahme an der Führung. Die Kosten betragen acht Euro pro Person (Erwachsene), Studierende und Auszubildende zahlen vier Euro pro Person, Familien 20 Euro. Der Betrag kann nur vorab an der Kasse des Siegerlandmuseums gezahlt werden.

Pressekontakt: Stadt Siegen ⋅ Referat für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Sabine Schutz ⋅ Telefon-Nr. (0271) 404-1220

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