UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Umweltinformationssystem

Seit Anfang der 90er Jahre werden von der Abteilung Umwelt systematisch Daten und Informationen über den Zustand der Umwelt im Stadtgebiet erhoben mit dem Ziel, diese als Grundlage für umweltrelevante Stellungnahmen zu Bau- und Planungsprojekten zu verwenden. Bis heute konnten so über 83 umweltrelevante Datenbestände durch eigene Aufnahmen, Nutzung bestehender Daten oder externe Auftragsarbeiten (Gutachten, Diplomarbeiten) erhoben werden. Wichtige Grundlagendaten wie zum Beispiel Altlasten, schützenswerte Biotope, Klima, Schutzgebiete oder Gewässergüte liegen mittlerweile flächendeckend vor. Sie werden ergänzt durch zahlreiche Einzeluntersuchungen von räumlich begrenzten Bereichen [zum Beispiel UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung)-Gutachten für Bebauungspläne].

Die in der Regel analog als Text oder Karte vorliegenden Datenbeständen werden seit dem Jahr 2003 digital erfasst und in einer zentrale Datenhaltung aufgearbeitet. Hierdurch ergeben sich insbesondere folgende Vorteile für Arbeitsablauf und -qualität:

  • Schnellerer Zugriff auf jeweils benötigte Umweltinformationen;
  • Durch Überlagerung verschiedener Datenbestände können zusätzliche Informationen aus einem weiteren Umfeld mit wenig Aufwand in die Auswertung einbezogen werden;
  • Schnellere und differenzierte Auswertung vorhandener Datenbestände nach den jeweils anstehenden Fragestellungen;

Die nachstehende Auflistung enthält eine Übersicht über den Datenbestand des städtischen Umweltinformationssystems (Stand: März 2005):

Boden/Altlasten

Altasten, Schwermetallbelastung in Böden, Schwermetallbelastung in Pflanzen, Schwermetallbelastung in Graskulturen, Erstbewertung von Altlasten-Verdachtsflächen, Schlackehalden, Bodendenkmäler.

Gewässer

Gewässergüte, Quellenkataster, Überschwemmungsgebiete, Kleingewässer, Wasserbauwerke in verschiedenen Bächen, Wasserschutzgebiete, Wehre in Sieg, Weiß und Ferndorf

Klima/Lufthygiene

Gesamtdeposition, Immissionskataster, Luftgüteuntersuchung Landesumweltamt, Luftschadstoffgutachten B-Pläne, Klimafunktionskarte, Bodennahe Durchlüftungsverhältnisse, Freiflächensicherung aus klimatologischer Sicht, Lokalklimatisch bedeutsame Flächen, Jahresmittel Windgeschwindigkeit, Luftschadstoffe in Straßen

Natur- und Artenschutz

§ 62-Biotope, Ausgleichs-und Ökokontoflächen, LÖBF-Biotopkataster, Naturdenkmale Innenbereich, Nistkästen, Obstwiesen, Stollen, Mauerbiotope, Biotopverbund Innenstadt, Städtische Forstkarte, Landschaftsplan Siegen mit Schutzobjekten

Lärm/Lufthygiene

Lärmuntersuchungen, Lärmaktionsplan, Luftreinhalteplan Siegen

Umweltschutz

Mobilfunkanlagen, Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien, Regenwassernutzungsanlagen, StadtökologischerLehrpfad, Wohnbauflächenkonzept, Solarkataster

Zum Anspruch der Bürger auf Umweltinformationen

Mit der Richtlinie 2003/4/EG des Europäischen Parlaments und des Rats der Europäischen Union wurde das Recht der Bürger auf Zugang zu Umweltinformationen neu geregelt. Die Richtlinie sieht einen erheblich verbesserten Zugang der Bürger zu Umweltinformationen vor.

Der Begriff der Umweltinformation wird inhaltlich in der Richtlinie erweitert. Der Zustand der menschlichen Gesundheit und Sicherheit einschließlich der Kontamination der Lebensmittelkette fallen nunmehr auch unter den Begriff der Umweltinformation, wenn diese durch den Zustand der Umwelt, Umweltfaktoren oder Maßnahmen, die auf die Umwelt einwirken, betroffen werden können.

Nach der neuen Umweltinformationsrichtlinie der EU sind nunmehr alle Behörden verpflichtet, Umweltinformationen herauszugeben. Die frühere Beschränkung auf Behörden, die Aufgaben im Bereich der Umweltpflege z. B. Naturschutzbehörden, Immissionsschutzbehörden, Wasserbehörden, Abfallbehörden) wahrnehmen, wurde aufgehoben. Auch private Stellen sind nunmehr zur Herausgabe von Umweltinformationen verpflichtet, wenn sie für Behörden mit Umweltbezug bestimmte Aufgaben wahrnehmen und unter der Kontrolle der Behörde stehen.

Die Fristen, innerhalb derer Behörden Anfragen auf Umweltinformationen zu beantworten haben, wurden grundsätzlich auf einen Monat reduziert, umfangreiche Informationsanfragen können auch innerhalb von 2 Monaten von den Behörden bearbeitet werden.

Die Behörden werden verpflichtet, ihre Umweltinformationen zunehmend in elektronischen Datenbanken der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Die Vorgaben der Europäischen Umweltinformationsrichtlinie waren bis zum 14.02.2005 in nationales Recht umzusetzen.

Dieser Verpflichtung ist der Bundesgesetzgeber in seinem neuen Umweltinformationsgesetz vom 22. Dezember 2004 nachgekommen. Der Geltungsbereich des Gesetzes gilt jedoch nach § 1 (2) UIG nur für die informationspflichtigen Stellen des Bundes z. B. Bundesbehörden, Bundesanstalten oder Bundesstiftungen).

Eine landesrechtliche Umsetzung der EU-Richtlinie in NRW ist bisher nicht erfolgt; somit gilt landesweit die Umweltinformationsrichtlinie der EU unmittelbar in ihren konkreten Vorgaben und damit auch für die Stadt Siegen.

Diese Website benutzt Cookies
Wir benutzen Cookies, um unsere Website stetig zu verbessern. Wenn Sie ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen auf unserer Seite weitersurfen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.
x