UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Stadttauben in Siegen

Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch klingt, macht bei näherem Hinsehen Sinn: Um den von Tauben verursachten Verunreinigungen in der Siegener Innenstadt Herr zu werden und die Zahl der Tiere einzudämmen, hat der Tierschutzverein für Siegen und Umgebung e.V. in Kooperation mit der Stadt Siegen einen Taubenschlag errichtet - als ersten Baustein des Siegener Stadttaubenkonzeptes. Nun wurde der Taubenschlag von Bürgermeister Steffen Mues, Vertretern des Tierschutzvereins und Mitgliedern des städtischen Arbeitskreises Tierschutz für die Tiere geöffnet.

Schon seit Jahren beschweren sich immer wieder Geschäftsleute und Hausbesitzer aus der Innenstadt über Belästigungen und Verschmutzungen, die von den Tauben an Gebäuden oder in der Außengastronomie verursacht werden. Von Tierfreunden wurde gleichzeitig beklagt, dass sich die Vögel durch nicht artgerechtes Futter in einem gesundheitlich schlechten Zustand befinden und nicht selten von Krankheiten geplagt werden. Zählungen im Juli 2011 haben ergeben, dass sich ca. 800 Tauben regelmäßig in den Einkaufszonen der Ober- und Unterstadt aufhalten. Sie übernachten und nisten an Gebäuden auf Balkonen oder Vorsprüngen oder auch unter der Siegplatte in großer Zahl.

Da durch den bevorstehenden Abriss der Siegplatte zahlreiche Nistplätze verloren gehen und die Tauben sich im Umfeld neue Nistplätze suchen werden, hat der städtische Arbeitskreis Tierschutz im vergangenen Jahr empfohlen, ein Konzept zur tierschutzgerechten Regulierung der Stadttaubenpopulation in Siegen zu entwickeln. Ziel des Konzeptes ist ein stadtverträglicher und gesunder Taubenbestand in Siegen. Der Taubenschlag ist ein wesentlicher Bestandteil des Stadttaubenkonzeptes, das letztlich zu einer dauerhaften Verkleinerung der Population führen soll.

Einsehen können Sie dieses Konzept gleich hier:

Konzept zur tierschutzgerechten Regulierung der Stadttaubenpopulation in Siegen.

Der Taubenschlag auf dem Dachboden des Gebäudes Sandstraße 38 soll die Vögel davon abhalten, sich in den Fußgängerzonen der Innenstadt niederzulassen und vor allem dort an Gebäuden zu nisten. Zu diesem Zweck werden die Tiere durch Futter und Locktauben angelockt, damit sie auf Dauer ihre jetzigen Standorte verlassen und in den Taubenschlag umsiedeln. Dort finden sie stressfreie Ruhe-, Schlaf- und Nistplätze und werden die meiste Zeit des Tages in diesem Schlag verbringen.

Da die Vögel auch brüten sollen, werden dort Nistplätze mit artgerechtem Futter angeboten. Die Eier in den Gelegen werden regelmäßig gegen Gips- oder Plastikeier ausgetauscht, um so eine zu starke Vermehrung der Tauben zu verhindern. 

Der in Betrieb genommene Taubenschlag ist nach Ansicht der Tierschützer nur der erste Schritt zur Lösung des Siegener Taubenproblems, dem in den kommenden Jahren weitere Schritte, sprich Taubenschläge, folgen sollen.

Auch die Information der Öffentlichkeit über das Fütterungsverbot und den Taubenschlag sowie die Einrichtung einer „Tauben-Hotline“ als Anlaufstelle für ratsuchende Hausbesitzer, für Beschwerden oder Hinweise ist vorgesehen [Telefon: (0271) 3137725).

Die Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass nur durch betreute Taubenschläge und begleitende Aufklärungsmaßnahmen die Größe einer Stadttaubenpopulation deutlich und dauerhaft verringert werden kann. Hierdurch kann das Problem der taubenbedingten Verschmutzung auf den Straßen und an Gebäuden nachhaltig verringert werden.

Die Betreuung des Taubenschlags erfolgt durch ehrenamtliche Helfer des Tierschutzvereins. Die Unterstützung des Projekts durch weitere freiwillige Helfer ist willkommen. Interessenten können sich beim Tierschutzverein [Telefon:  (0271) 310640] oder der städtischen Umweltabteilung [Telefon: (0271) 404-3448] melden.

Weiter Informationen erhalten Sie auch im Faltblatt "Mit Stadttauben leben", dass Sie kostenlos bei der städtischen Umweltabteilung anfordern können unter Telefon: (0271) 404-3214

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