UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

"Nur Schauen, nicht Kauen"Giftige Pflanzen in Garten und freier Natur

In früheren Jahrhunderten kannten die Menschen noch viele Pflanzen in der Natur und nutzten sie entweder als Nahrungsmittel oder machten sich ihre Eigenschaften bei der Heilung von Krankheiten zu Nutze. Dieses Wissen ist heute weitgehend verloren gegangen. In vielen Gärten und Grünanlagen finden sich mittlerweile giftige Pflanzen, ohne dass dies den Besitzern bekannt ist. Dies ist in der Regel auch nicht weiter tragisch, kommen doch auch in freier Natur zahlreiche heimische Pflanzen vor, die für den Menschen ungenießbar oder giftig sind. Sie dienen aber der heimischen Tierwelt häufig als Nahrungsgrundlage.

Kleine Kinder entdecken die Welt. Neugierig untersuchen sie alles Unbekannte und Interessante. Dazu gehören auch Pflanzen in der Natur oder Zuhause. Da gerade kleinere Kinder bei ihren Erkundungen gerne mal etwas in den Mund nehmen oder intensiv befühlen und zerpflücken, kann es passieren, dass ein Kind mit einer giftigen Pflanze in Kontakt kommt. Solche Giftpflanzen kommen in der freien Natur vor - beispielsweise Schierling, Tollkirche, Stechapfel oder Bilsenkraut, in Gärten Eibe, Herbstzeitlose, Eisenhut, oder auf dem Balkon und der Terrasse als Kübelpflanzen - etwa die Engelstrompete.

Eltern und alle, die mit Kindern zu tun haben, sollten deshalb häufig vorkommende Giftpflanzen kennen und Bescheid zu wissen, welche Maßnahmen im Vergiftungsfall anzuwenden sind.

Nicht alle gifthaltigen Pflanzen sind auch hoch gefährlich, viele sind nur ungenießbar und rufen Brechreiz und Durchfall hervor. Giftpflanzen werden dann als solche definiert, wenn ihre Inhaltsstoffe bei Menschen und Tieren Gesundheitsstörungen hervorrufen können. Ausschlaggebend für die Giftwirkung einer Pflanze ist zudem die Menge der aufgenommenen Pflanzenteile, wie beispielsweise Früchte.

Bei größeren Kindern empfiehlt es sich, den richtigen Umgang mit diesen Pflanzen gemeinsam zu erlernen, denn auch außerhalb des Gartens kann man die Kleinen nicht immer vor allem bewahren. So finden sich auch in öffentlichen Anlagen oder in der freien Landschaft giftige Pflanzen und Gehölze mit giftigen Pflanzenteilen wie beispielsweise Beeren, Blätter oder Blüten. Es handelt sich häufig um einheimische Vertreter, auf die - wegen ihrer Schönheit, ihrem ökologischen Wert und dem oft hohen Nutzen für die Tierwelt - nicht verzichtet werden soll.

Was ist bei einem Vergiftungsverdacht zu tun?

Kommt es dazu, dass Pflanzenteile in den Mund genommen oder geschluckt werden, von denen Sie nicht mit Bestimmtheit sagen können, dass sie ungiftig sind, müssen folgende Schritte unternommen werden:

Rufen Sie sofort in einer Giftinformationszentrale an!

Bonn:
Informationszentrale gegen Vergiftungen
Zentrum für Kinderheilkunde der Universität Bonn
Adenauer Allee 119, 53113 Bonn
Telefon: (0228) 287-19240

Göttingen:
Giftinformationszentrum-Nord
Pharmakologisch-toxilogisches Servicezentrum
Universität Göttigen
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen
Telefon: (0551) 19240

Mainz:
Klinische Toxikologie
Beratungsstelle bei Vergiftungen
Universitätsklinikum
Lanenbeckstraße 1, 55131 Mainz
Telefon: (06131) 19240

Schildern Sie gegenüber der Giftinformationszentrale möglichst genau:

  • Die Symtone.
  • Welche Pflanzen vermutlich, in welcher Menge, wann aufgenommen wurde.
  • Notieren Sie die Aussagen des Giftinformationszentrums für den Arzt.
  • Folgen Sie den Empfehlungen des Giftinformationszentrums.
  • Suchen Sie ggf. einen Arzt oder eine Klinik auf.
  • Geben Sie die erhaltenen Informationen an den Arzt weiter.
  • Bringen Sie, wenn möglich, die giftige Pflanze mit.
  • Sehen Sie von vorschnellen Rettungsmaßnahmen ohne medizinischen Rat ab. Die Mehrzahl der Fälle verläuft harmlos. Zu Vergiftungen kommt es nur, wenn die Wirkstoffe in ausreichend hoher Dosis eingenommen wurden. Häufig hilft sich der Körper mit Erbrechen.

 

Zeichnet sich ein Notfall ab und ärztliche Hilfe ist nicht schnell genug erreichbar:

  • Lassen Sie die entsprechende Person ein bis zwei Gläser lauwarmes Wasser trinken (niemals Salzwasser oder Milch).
  • Legen Sie Kinder mit dem Bauch auf ihre Oberschenkel, so dass der Kopf des Kindes leicht nach unten hängt (stabile Seitenlage bei Erwachsenen).
  • Stecken Sie einen Finger tief in den Hals und drücken Sie kräftig auf den Zungengrund bis es zum Erbrechen kommt.
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