UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Gewässerpatenschaften in Siegen

Gewässer brauchen Schutz und Pflege

Gemäß § 62 Landeswassergesetz NW obliegt die Unterhaltung bei Gewässern zweiter Ordnung den Gemeinden, die mit Ihren Grundstücken Anlieger sind. Zuständig für die Gewässerunterhaltung in der Stadt Siegen ist der Entsorgungsbetrieb der Stadt Siegen bzw. - je nach wasserwirtschaftlicher Bedeutung des Gewässers - das Staatliche Umweltamt Siegen.

Die Gewässerunterhaltung umfasst ...

  • die Erhaltung und Wiederherstellung eines angemessenen heimischen Pflanzen- und Tierbestandes.
  • die Erhaltung und Verbesserung des Selbstreinigungsvermögens, soweit nicht andere dazu verpflichtet sind.
  • die Freihaltung, Reinigung und Räumung des Gewässerbettes und der Ufer von Unrat, soweit es dem Umfang nach geboten ist.

Unterhaltungsarbeiten am und im Gewässer sind mit der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Siegen-Wittgensteinhttp://www.siegen-wittgenstein.de/Kreisverwaltung/Serviceportal/Ansprechpartner/index.php?object=tx%7c2170.11&ModID=10&FID=2171.895.1 abzustimmen.

Was ist eine Gewässerpatenschaft?

Engagiert und umweltbewusste Bürger in Siegen können den Entsorgungsbetrieb der Stadt Siegen bei der Gestaltung und Pflege der Gewässer und ihrer Uferbereiche aktiv durch Gewässerpatenschaften unterstützen.

Ziel einer Gewässerpatenschaft

Das Ziel von Gewässerpatenschaften kann sein, die Stadt Siegen dabei zu unterstützen, das Ökosystem eines Gewässers einschließlich seiner Uferbereiche in einem möglichst naturnahen Zustand zu erhalten bzw. - soweit machbar - zurückzuführen. Gewässerpatenschaften fördern damit die biologische Wirksamkeit der Gewässer und das öffentliche Bewusstsein für die Erhaltung intakter, naturnaher Gewässer gleichermaßen. Gewässerpatenschaften bieten für engagierte und umweltbewusste Bürgerinnen und Bürger eine gute Möglichkeit, in einem vielfältigen und interessanten Bereich aktiv mitzuwirken.

Welche Gewässer kommen in Frage?

Alle Gewässer, wie Bäche und Teiche, die sich in der Unterhaltungspflicht der Stadt Siegen befinden, kommen für eine Gewässerpatenschaft in Frage.

Was können Gewässerpaten tun?

Grundsätzlich können die Gewässerpaten selbst entscheiden, welche Schwerpunkte sie für ihre Betreuungsarbeit setzen und mit welcher Intensität sie diese Aufgabe betreiben möchten. Das regelmäßige Beobachten des Gewässers ist bereits eine Grundlage für eine Patenschaft. Gewässerpaten können darüber hinaus auch selbst aktiv werden.

Hier bieten sich zum Beispiel folgende Möglichkeiten:

  1. Beobachten und Beschreiben des Gewässers und seiner Ufer

    • Dokumentieren des Zustandes und der Veränderungen des Gewässers samt seiner Flora und Fauna (Bestimmen der biologischen und chemischen Gewässergüte, Kartieren des Bestandes der Ufergehölze);
    • Melden von Missständen am Gewässer wie zum Beispiel Abwassereinleitungen, Müllablagerungen oder sonstige Verunreinigungen 

  2. Durchführen von Maßnahmen am Gewässer wie zum Beispiel

    • Schaffung und Betreuung von Nist- und Laichplätzen;
    • Säubern des Gewässers und seiner Ufer von Unrat;
    • Anpflanzen von standortgerechten einheimischen Gehölzen;
    • Einbringen von Steinschüttungen und Setzen von Störsteinen;
    • Pflege des Baum und Strauchbestandes am Gewässer (außerhalb der Vegetationsperiode);
    • Ausbesserung und Wiederherstellung von Uferbefestigungen (soweit erforderlich);
    • Beseitigung von Abflusshindernissen;
    • Erhaltung und Wiederherstellung eines einheimischen Pflanzenbestandes;
    • Zurückdrängen von eingewanderten Pflanzenarten (Neophyten). 

  3. Öffentlichkeitsarbeit

    • Aufklären der Bevölkerung zum Beispiel über das schädliche Entenfüttern;
    • Information der Presse bzw. bei geplanten Müllsammelaktionen am Gewässer;
    • Aufstellen von Informationstafeln am Gewässer;
    • Information der Bevölkerung, warum der natürliche Verlauf eines Gewässers zu erhalten ist.

Gewässerpaten können aus ihrer Arbeit wichtige praktische Anregungen für ihr eigenes Umweltengagement erhalten. Außerdem lernen sie die vielfältigen Funktionen der Gewässer und ihrer Bedeutung für den Naturhaushalt am praktischen Beispiel kennen.

Wer kann Gewässerpate werden?

Gewässerpatenschaften können alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Naturschutzgruppen, Schulen oder Schulklassen übernehmen. Wichtig ist, dass die Gewässerpaten eine Kontaktperson auswählen, die die jeweiligen Aktivitäten mit dem Entsorgungsbetrieb der Stadt Siegen oder der Abteilung Umwelt abstimmt. Für Schulklassen bietet sich eine gute Möglichkeit, den naturkundlichen Unterricht praktisch zu gestalten.

Wie wird man Gewässerpate?

Interessenten für eine Gewässerpatenschaft können sich an die städtische Abteilung Umwelt oder den Entsorgungsbetrieb der Stadt Siegen (ESi) wenden. Hier erhalten Sie Informationsmaterial und werden auf ihrem Gewässerpatenweg begleitet. Bei einer gemeinsamen Begehung der Gewässerstrecke werden mögliche Aktivitäten besprochen. Falls erwünscht, werden Kenntnisse über den Lebensraum Bach und seine Bewohner vermittelt.

Ein entsprechender Antrag sollte den Namen des/der Paten enthalten, das Gewässer oder gewünschte Teilabschnitte hiervon benennen und die im Rahmen der Patenschaft geplanten Maßnahmen enthalten.

Eine Gewässerpatenschaft setzt die Zustimmung des  Entsorgungsbetrieb der Stadt Siegen (ESi), der Abteilung Umwelt oder der Kreisverwaltung (Fachkräfte für Naturschutz) bedienen. Allein mit gutem Willen ist es nicht getan; ohne etwas Fachwissen würde auch der gute Wille den Bach hinunterschwimmen. Gewässerpatenschaften sind auch nur sinnvoll, wenn die Bereitschaft vorhanden ist, längerfristig an Gewässern mitzuarbeiten. Wünschenswert ist ein Zeitraum von mindestens drei Jahren, der dann in beidseitigem Einvernehmen verlängert werden kann.

Welche rechtlichen Grundlagen gibt es zu beachten?

Zur rechtlichen Einordnung und Abgrenzung der Mitwirkung von Gewässerpaten bei den gesetzlichen Aufgaben an Gewässern ist Folgendes zu beachten:

  • Gewässerpatenschaften können die Stadt Siegen in der Aufgabe der Gewässerunterhaltung unterstützen, jedoch nicht ersetzen.
  • Die Übernahme einer Gewässerpatenschaft ist nur mit Zustimmung des Entsorgungsbetriebes der Stadt Siegen möglich.
  • Die Gewässerpatenschaft verleiht keine besonderen Rechtspositionen oder Zuständigkeiten; Gewässerpaten sind keine stellvertretenden Amtspersonen.
  • Gewässerpaten verrichten ihre Tätigkeiten unentgeltlich. Bei abgestimmten Maßnahmen können entstehende Materialkosten von der Stadt Siegen getragen werden.
  • Die in der Gewässerpatenschaft tätigen Personen sind als für die Stadt Siegen ehrenamtlich Tätige gesetzlich unfallversichert, sofern sie keinen anderweitigen Versicherungsschutz genießen.
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