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Für den Notfall vorsorgen

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Für alle Fälle vorbereitet sein

Die Starkregenfälle, die im Juli 2021 in mehreren Regionen Deutschlands verheerenden Sturzfluten und Überschwemmungen verursachten, die Corona-Pandemie mit ihren internationalen Auswirkungen seit 2020, 2018 der Orkan "Friederike", der Stromleitungen beschädigte und bis zu 140.000 Menschen über Stunden bis wenige Tage von der Stromversorgung abschnitt - diese Ereignisse sind nur einige Beispiele für Notsituationen, die in Deutschland in den letzten Jahren eingetreten sind.

Das staatliche Hilfeleistungssystem greift in solchen Situationen und bietet Unterstützung. Aber auch die beste Hilfe ist nicht immer sofort zur Stelle. Bei großflächigen Schadenslagen können die Rettungskräfte nicht überall gleichzeitig sein. Wer vorbereitet ist, kann sich selbst, Angehörigen und Nachbarn helfen, bis die staatliche Hilfe eintrifft und Schäden mit Schutzmaßnahmen reduzieren. Helfen Sie mit, Notsituationen gemeinschaftlich zu bewältigen, und sorgen Sie vor! Hier finden Sie Anregungen und Empfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe für die Planung Ihrer persönlichen Notfallvorsorge:

Essen und Trinken bevorraten

Es gibt verschiedene Notsituationen, in denen ein Vorrat an Lebensmitteln und Getränken hilfreich ist. Aber auch im Alltag können Sie von einem Vorrat profitieren!

Warum bevorraten?

Supermärkte haben rund um die Uhr sechs Tage die Woche geöffnet, selbst sonntags bieten Tankstellen oder Kioske Lebensmittel und Getränke an, das Angebot an Lieferdiensten ist groß - warum also macht es Sinn, Lebensmittel und Getränke zu bevorraten?

Vielleicht denken Sie an den Roman "Blackout" oder an eine Quarantäne während der Corona-Pandemie. Richtig, das sind zwei Beispiele, in denen ein Vorrat hilfreich ist. Denn bei einem "Blackout" beziehungsweise großflächigen Stromausfall bleiben die Supermärkte und Tankstellen geschlossen. Auch Kühlschrank und Gefrierfach fallen aus und je nach regionalen Voraussetzungen kommt auch kein Trinkwasser mehr aus dem Wasserhahn. Hier hilft ein Lebensmittel- und Getränkevorrat, die Zeit zu überbrücken, bis die staatliche Hilfe anläuft.

Wenn eine Quarantäne angeordnet wurde, ist ein Vorrat an Lebensmitteln und Getränken ebenfalls hilfreich. Zwar gibt es auch Unterstützungsangebote der Gemeinden oder die Möglichkeit, Verwandte, Bekannte oder Nachbarn um Einkäufe zu bitten; einen Vorrat im Haus zu haben gibt Ihnen jedoch zunächst einmal Sicherheit und macht Sie flexibler bei der Organisation von Besorgungen über Unterstützer. Auch ohne Quarantäneanordnung hat sich ein Vorrat gerade für Risikopersonen in der Corona-Pandemie bewährt: Sie können die Häufigkeit ihrer Einkäufe und damit ihrer potentiellen Kontakte und Ansteckungsmöglichkeiten reduzieren, wenn sie bevorraten.

Auch bei einem starken Unwetter, Hochwasser, extremer Hitze oder starkem Schneefall und Glätte kann ein Vorrat hilfreich sein, da Sie Ihr Haus möglicherweise nicht verlassen können oder sollten und geplante Einkäufe warten müssen. Gleiches gilt, wenn Sie sich aufgrund einer akuten Erkrankung schonen und im Bett bleiben sollten. Und zu guter Letzt ist es vielleicht auch einfach nur ein überraschender Besuch, bei dem Sie sich freuen, wenn Sie etwas im Haus haben, was Sie Ihren Gästen anbieten können. Es gibt also einige Argumente, die dafür sprechen, einen Vorrat anzulegen. Wir geben Ihnen Tipps, um Sie dabei zu unterstützen.

Tipps für die Zusammenstellung eines Vorrats

Ein Lebensmittel- und Getränkevorrat ist etwas sehr Individuelles. Es gibt jedoch einige allgemeine Tipps, die bei der Zusammenstellung helfen können:

  • Essen und Trinken für 10 Tage. Versuchen Sie, diesen Zeitraum mit Ihrem Vorrat abzudecken. Das sollte in der Regel ausreichen, um auch in schwierigeren Lagen die Zeit zu überbrücken, bis staatliche Hilfe eintrifft oder die Notsituation ausgestanden ist. Natürlich können Sie auch für einen längeren oder kürzeren Zeitraum bevorraten, das ist Ihre Entscheidung. Grundsätzlich gilt: Auch nur ein bisschen Vorrat, zum Beispiel für drei Tage, ist besser als kein Vorrat.
     
  • 2 Liter Flüssigkeit pro Person und Tag. Ein Mensch kann unter Umständen drei Wochen ohne Nahrung auskommen, aber nur vier Tage ohne Flüssigkeit. Ein Getränkevorrat ist daher wichtig, auch wenn es selten ist, dass das Leitungswasser ausfällt. Für einen 10-Tages-Vorrat sollten Sie 20 Liter pro Person kalkulieren. Darin ist auch bereits ein Flüssigkeitsanteil zum Kochen vorgesehen (0,5 Liter pro Tag). Ein gewisser Anteil des Vorrats sollte daher auch aus (Mineral-)Wasser bestehen. Aber auch Fruchtsäfte oder länger lagerfähige Getränke können dazugerechnet werden.
     
  • 2.200 kcal pro Person und Tag. Damit ist im Regelfall der Gesamtenergiebedarf eines Erwachsenen abgedeckt. Klingt abstrakt? In einer Checkliste finden Sie Lebensmittelgruppen mit Mengenangaben, die Ihnen helfen sollen, Ihren Lebensmittelvorrat ausgewogen zu gestalten. Größere Mengen eines einzelnen Produktes als Vorrat anzulegen, ist nicht empfehlenswert. Konkrete Beispieltabellen, auch für einen vegetarischen Vorrat, finden Sie auf dem Ernährungsvorsorge-Portal der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Dort finden Sie auch einen Vorratskalkulator, mit dem Sie den Bedarf für sich und Ihre Familie bequem berechnen können.
     
  • Nur was Sie mögen und vertragen. Nicht nur die Haltbarkeit ist entscheidend. Berücksichtigen Sie Allergien, Lebensmittelunverträglichkeiten oder besondere Bedarfe wie Babynahrung, aber auch persönliche Vorlieben beim Zusammenstellen Ihres Vorrats. Ohnehin sollten Sie Ihren Vorrat nicht nach dem Motto „den brauche ich hoffentlich nie“ anlegen, sondern nach dem Prinzip "lebender Vorrat".
     
  • Prinzip "lebender Vorrat". Versuchen Sie, Ihren Vorrat in Ihren alltäglichen Lebensmittelverbrauch zu integrieren. So wird er immer wieder verbraucht und erneuert, ohne dass Lebensmittel verderben. Neu gekaufte Vorräte gehören nach "hinten" ins Regal. Brauchen Sie die älteren Lebensmittel zuerst auf.
     
  • Stück für Stück aufbauen. Es ist nicht erforderlich, den Vorrat "auf einen Schlag" anzulegen. Sie können ihn nach und nach aufbauen, indem Sie sich angewöhnen, bei Ihren Einkäufen von länger haltbaren Produkten - wie beispielsweise Nudeln - eine Packung mehr zu kaufen. Achten Sie darauf, den Vorrat aufzufüllen, bevor Sie die letzte Packung anbrechen.
     
  • Hinweise zur Lagerung beachten. Sie sollten Lebensmittel kühl, trocken und dunkel aufbewahren. Achten Sie auf luftdichte Verpackung.
     
  • Haustiere nicht vergessen. Wenn Sie Haustiere haben, denken Sie auch an deren Bedürfnisse. Achten Sie darauf, ausreichend Nahrung, Einstreu, Medikamente und weitere Produkte, die Ihr Tier benötigt, bevorratet zu haben.

Ratgeber mit praktischer Checkliste

Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen.

Guide for Emergency Preparedness and Correct Action in Emergency Situations
[Sprache: Englisch - barrierefreie/ barrierearme PDF-Datei]

Manuel de prévention des situations d’urgence et des bons gestes en situation d’urgence
[Sprache: Französisch - barrierefreie/ barrierearme PDF-Datei]

[Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe]

Im Notfall schnell einsatzbereit: Die Hausapotheke

 

Eine Schnittwunde von der Gartenarbeit, eine Brandblase vom Kochen, eine Schürfwunde von einem Sturz - auch im Alltag kann es leicht einmal zu Verletzungen kommen. Mit einer gut ausgestatteten Hausapotheke können Sie sich und Ihrer Familie schnell helfen.

So sind Sie gut vorbereitet

Planen Sie vorausschauend und machen Sie sich Gedanken bei der Zusammenstellung Ihrer Hausapotheke. Sie ist besonders wichtig, wenn Sie in einer Notsituation Ihr Zuhause nicht verlassen sollten, beispielsweise bei einem schweren Unwetter. In solchen Situationen ist es hilfreich, einige Medikamente im Haus zu haben, um Verletzungen oder leichtere Erkrankungen behandeln zu können. Achten Sie darauf, Ihren Vorrat an wichtigen Medikamenten oder Verbandsmaterialien aufzufüllen, bevor er verbraucht ist. Wichtig ist auch die richtige Lagerung.

Hinweise zur richtigen Aufbewahrung

  • Gut gesichert. Bewahren Sie Ihre Hausapotheke in einem abschließbaren Schrank oder Fach auf. Achten Sie darauf, dass sie für Kinder nicht zugänglich ist (hoch hängen oder abschließen). Ideal wäre ein kleiner Schrank mit frei zugänglichem Verbandsfach und abschließbarem Medikamentenfach.
  • Kühl und trocken. Wählen Sie einen wenig beheizten und trockenen Raum.
    Achtung: Das Badezimmer ist der falsche Platz!

Eine Hausapotheke kann in vielen Situationen hilfreich sein. Medikamente sollten regelmäßig auf ihre Haltbarkeit geprüft werden.

Das gehört in eine Hausapotheke

  • Persönliche, vom Arzt verschriebene Medikamente;
  • Schmerz- und fiebersenkende Mittel;
  • Mittel gegen Erkältungskrankheiten;
  • Mittel gegen Durchfall, Übelkeit, Erbrechen;
  • Mittel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand;
  • Elektrolyte zum Ausgleich bei Durchfallerkrankungen;
  • Fieberthermometer;
  • Splitterpinzette;
  • Hautdesinfektionsmittel;
  • Wunddesinfektionsmittel;
  • Einweghandschuhe;
  • Atemschutzmaske;
  • Verbandsmaterial. Alles, was ein DIN 13164-Verbandskasten (Autoverbandskasten) enthält:
    Mull-Kompresse, Verbandschere, Pflaster und Binden, Dreiecktuch.

Immer auf dem aktuellen Stand

Achten Sie darauf, dass Ihre Hausapotheke keine Medikamente enthält, deren Haltbarkeitsdatum überschritten ist! In vielen Haushalten ist die Hausapotheke eine Sammlung von alten und abgelaufenen Medikamenten. Das kann sogar gefährlich sein, denn Medikamente, die das Haltbarkeitsdatum überschritten haben, können nicht nur ihre Wirkung verlieren, sondern auch gefährlich werden. Kontrollieren Sie Ihre Hausapotheke daher regelmäßig, sortieren Sie aus und füllen Sie verbrauchte Bestandteile wieder auf. Abgelaufene Medikamente können Sie im Hausmüll entsorgen.

Ratgeber mit praktischer Checkliste

Eine Checkliste zur Planung Ihrer persönlichen Hausapotheke finden Sie im

Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen.

Guide for Emergency Preparedness and Correct Action in Emergency Situations
[Sprache: Englisch - barrierefreie/ barrierearme PDF-Datei]

Manuel de prévention des situations d’urgence et des bons gestes en situation d’urgence
[Sprache: Französisch - barrierefreie/ barrierearme PDF-Datei]

[Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe]

Immer griffbereit: Die Dokumentenmappe

Alles Wichtige an einem Platz

Wichtige Dokumente wiederzubeschaffen kann schwierig, in manchen Fällen gar unmöglich sein. Für Arbeitszeugnisse und andere Qualifizierungsnachweise wie beispielsweise Teilnahmebescheinigungen gibt es beispielsweise kürzere Aufbewahrungsfristen als für Abschlusszeugnisse. Denken Sie rechtzeitig darüber nach, was für Sie wichtig ist. Stellen Sie alle wichtigen Dokumente in einer Dokumentenmappe zusammen und bewahren Sie diese an einem Ort griffbereit auf. Für den Notfall sollten alle Familienmitglieder über den Standort der Mappe Bescheid wissen. Außerdem ist es sinnvoll, Kopien wichtiger Dokumente digital zu sichern oder an anderer Stelle zu hinterlegen, beispielsweise bei Verwandten, Freunden, einem Notar oder Anwalt oder in einem Bankschließfach.

Das gehört in die Dokumentenmappe

Eine Dokumentenmappe ist etwas sehr Individuelles. Es hängt von Ihren persönlichen Lebensumständen ab, welche Dokumente für Sie wichtig sind. Hier finden Sie einige Beispiele für Dokumenttypen, die in eine Dokumentenmappe gehören:

Im Original

  • Familienurkunden (Geburts-, Heirats-, Sterbeurkunden) bzw. Stammbuch.

Im Original oder als beglaubigte Kopie

  • Sparbücher, Kontoverträge, Aktien, Wertpapiere, Versicherungspolicen.
  • Renten-, Pensions- und Einkommensbescheinigungen, Einkommenssteuerbescheide.
  • Qualifizierungsnachweise: Zeugnisse (Schulzeugnisse, Hochschulzeugnisse, Nachweise über Zusatzqualifikationen).
  • Verträge und Änderungsverträge, zum Beispiel auch Mietverträge, Leasingverträge etc.
  • Testament, Patientenverfügung und Vollmacht.

Als einfache Kopie

  • Personalausweis, Reisepass.
  • Führerschein und Fahrzeugpapiere.
  • Impfpass.
  • Grundbuchauszüge.
  • sämtliche Änderungsbescheide für empfangene Leistungen.
  • Zahlungsbelege für Versicherungsprämien, insbesondere Rentenversicherung.
  • Meldenachweise der Arbeitsämter, Bescheide der Agentur für Arbeit.
  • Rechnungen, die offene Zahlungsansprüche belegen.
  • Mitglieds- oder Beitragsbücher von Verbänden, Vereinen oder sonstigen Organisationen.

Ratgeber mit praktischer Checkliste

Eine Checkliste zur Dokumentenmappe finden Sie im

Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen.

Guide for Emergency Preparedness and Correct Action in Emergency Situations
[Sprache: Englisch - barrierefreie/ barrierearme PDF-Datei]

Manuel de prévention des situations d’urgence et des bons gestes en situation d’urgence
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[Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe]

Hygiene in Notzeiten

Mangelnde Hygiene ist weltweit Auslöser für viele Seuchen und Krankheiten. Uns erscheint das weit weg. Denn tägliches Duschen, Zähneputzen oder Händewaschen sind für uns selbstverständlich. Aber was machen Sie, wenn es kein warmes Wasser mehr gibt oder kaltes Wasser nur stundenweise zur Verfügung steht?

Vorsorgen für Notsituationen

Bei Katastrophen oder länger anhaltenden Notsituationen wie einem großflächigen Stromausfall kann es passieren, dass kein Leitungswasser mehr verfügbar ist. Um den Zeitraum zu überbrücken, bis die staatliche Hilfe greift, können auch Sie persönliche Vorsorgemaßnahmen treffen.

Das können Sie tun

  • Manchmal kündigen sich länger anhaltende Ausfälle der Wasserversorgung an. Zum Beispiel, wenn die Wasserversorgung wegen Bauarbeiten unterbrochen wird. Oder bei einem Stromausfall: Anfangs ist noch restliches Wasser in den Leitungen. Sammeln Sie dann Wasser in allen verfügbaren größeren Gefäßen, beispielsweise in Badewanne, Waschbecken, Eimer, Töpfe, Wasserkanister. Sie können es anschließend als Brauchwasser für die Hygiene nutzen. Denken Sie hierbei auch an Wasser für die Toilettenspülung.
     
  • Gehen Sie mit dem Wasser sparsam um:
    • Benutzen Sie bei längerer Wasserknappheit Einweggeschirr und -besteck, damit Wasser nicht zum Spülen verwendet werden muss.
    • Nutzen Sie gegebenenfalls alternative Reinigungsmittel, die wenig oder kein Wasser benötigen, zum Beispiel Trockenshampoo oder Handwaschpasten.
    • Verwenden Sie Feucht- und Desinfektionstücher zur Handreinigung.
    • Nutzen Sie Haushaltspapier oder feuchte Putztücher zur Reinigung.
    • Benutzen Sie Haushaltshandschuhe.
    • Nutzen Sie gegebenenfalls eine Campingtoilette mit Ersatzflüssigkeit.
       

  • Machen Sie Brauchwasser länger haltbar durch Entkeimungsmittel. Lassen Sie sich dazu im Camping- oder Outdoorhandel beraten.

In Situationen, in denen mit Wasser sparsam umgegangen werden muss, können Feuchttücher zur Handreinigung dienen.

Das sollten Sie vorrätig haben

Um auch in Notsituationen die Hygiene nicht vernachlässigen zu müssen, ist es sinnvoll vorzusorgen und darauf zu achten, einige Produkte immer vorrätig zu haben:

  • Seife,
  • Waschmittel,
  • Zahnpasta,
  • Zahnbürste,
  • Feuchttücher,
  • Desinfektionstücher,
  • Hygieneartikel (zum Beispiel Artikel für Monatshygiene, Windeln),
  • Toilettenpapier,
  • Haushaltspapier,
  • Müllbeutel,
  • Haushaltshandschuhe,
  • Desinfektionsmittel,
  • Campingtoilette und Ersatzbeutel/ Ersatzflüssigkeit.

Ratgeber mit praktischer Checkliste

Eine Checkliste zur Hygiene in Notzeiten finden Sie im

Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen.

Guide for Emergency Preparedness and Correct Action in Emergency Situations
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[Sprache: Französisch - barrierefreie/ barrierearme PDF-Datei]

[Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe]

Im Notfall informiert bleiben

Es gibt Situationen, in denen es besonders wichtig ist, aktuelle Meldungen verfolgen zu können. Beispielsweise wenn starke Schneefälle oder Hochwasser Teile der Bevölkerung von der Außenwelt abschneiden oder bei einem großflächigen Stromausfall.

Warnmeldungen ernst nehmen

Informationen und Warnmeldungen sind dann überlebenswichtig. Oftmals sind die Eingeschlossenen nur über Rundfunk, Fernsehen oder Internet erreichbar. Fernseher und Internet funktionieren aber nur mit Strom, der möglicherweise auch ausfällt. So bleibt nur das Radio als Hauptwarnmittel. Haben Sie deshalb immer ein batteriebetriebenes Rundfunkgerät und Reservebatterien oder ein Kurbelradio im Haus. Auch ein Solarradio oder Autoradio kann benutzt werden.

Ausführliche Informationen zum Warnsystem in Deutschland und zu NINA, der Notfall-, Informations- und Nachrichten-App des Bundes, finden Sie hier:

https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/Informiert-bleiben/informiert-bleiben_node.html 

[Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe]

Wenn es schnell gehen muss: Das Notgepäck

Stellen Sie sich vor: Es brennt. Sie müssen schnell Ihr Zuhause verlassen. Oder Sie werden evakuiert, weil Weltkriegsmunition gefunden oder ein Gasleck entdeckt wurde. Dann haben Sie nicht mehr viel Zeit zu packen. Mit einem vorbereiteten Notgepäck können Sie alles Wichtige mit einem Griff mitnehmen.

In Ruhe planen

Selbst wenn die Zeit reichen sollte, beispielsweise bei einer Evakuierung noch einige Dinge einzupacken - es ist schwer, in einer stressigen Situation an alles zu denken. Planen Sie lieber vor. Berücksichtigen Sie auch die Möglichkeit, dass es längere Zeit dauern könnte, bis Sie Ihre Wohnung wieder betreten können. Vielleicht müssen Sie erst in eine Notunterkunft oder bei Bekannten unterkommen. Das Notgepäck soll helfen, die ersten Tage außer Haus zurechtzukommen. Oberste Grundregel: Nehmen Sie für jedes Familienmitglied nicht mehr mit als in einen Rucksack passt. Ein Rucksack ist praktischer als ein Koffer, da Sie beide Hände frei haben.

Das gehört in den Notfallrucksack

  • persönliche Medikamente,
  • Erste-Hilfe-Material,
  • batteriebetriebenes Radio, Reservebatterien,
  • Dokumentenmappe,
  • Verpflegung für 2 Tage in staubdichter Verpackung,
  • Wasserflasche,
  • Essgeschirr und -besteck,
  • Dosenöffner und Taschenmesser,
  • Taschenlampe, Reservebatterien,
  • Schlafsack oder Decke,
  • Kleidung für ein paar Tage, auch Wetterschutzbekleidung,
  • Kopfbedeckung,
  • Arbeitshandschuhe,
  • Hygieneartikel (zum Beispiel Artikel für Monatshygiene, Windeln) für ein paar Tage,
  • Schutzmaske, behelfsmäßiger Atemschutz (auch zum Schutz bei Gefahr durch radioaktive oder chemische Stoffe),
  • Fotoapparat (um gegebenenfalls nach Rückkehr Schäden dokumentieren zu können - falls Sie ein Handy mit Fotofunktion besitzen, ist dies ausreichend),
  • für Kinder: Brustbeutel oder eine SOS-Kapsel mit Namen, Geburtsdatum und Anschrift. SOS-Kapseln erhalten Sie in Kaufhäusern, Apotheken und Drogerien.

Im Notfall nicht vergessen

Tritt eine Situation ein, in der Sie Ihr Notgepäck benötigen, vergessen Sie nicht wichtige Dinge mitzunehmen, die Sie nicht vorbereitend packen können:

  • Personalausweis/ Reisepass,
  • Bargeld, Geldkarten,
  • Gesundheitskarte der Krankenversicherung,
  • Impfpass,
  • Haustürschlüssel, ggf. Autoschlüssel,
  • Handy/ Smartphone falls vorhanden, damit Sie mit Angehörigen in Kontakt bleiben können.

Tipps für die richtige Kleidung

Um für verschiedene Situationen richtig ausgestattet zu sein, sollten Sie Ihre Kleidung nach dem "Zwiebelprinzip" zusammenstellen. Das bedeutet, dass Sie mehrere Schichten Kleidung einplanen, beispielsweise Unterwäsche, T-Shirts und Stoffjacken oder Pullover. Wichtig ist auch Wetterschutzbekleidung wie eine Regenjacke oder ein Regenmantel und wetterfeste Schuhe oder Gummistiefel.

Ratgeber mit praktischer Checkliste

Eine Checkliste zur Planung Ihres Notgepäcks finden Sie im

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Guide for Emergency Preparedness and Correct Action in Emergency Situations
[Sprache: Englisch - barrierefreie/ barrierearme PDF-Datei]

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[Sprache: Französisch - barrierefreie/ barrierearme PDF-Datei]

[Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe]

Für mehr Sicherheit am Haus: Bauliche Vorsorgemaßnahmen

Extreme Wetterlagen wie Stürme, starke Schneefälle oder Hochwasser können Gebäude stark schädigen. Oft reichen schon kleinere bauliche Maßnahmen, um die Sicherheit von Gebäuden deutlich zu steigern.

Die bauliche Sicherheit verbessern

Wenn Sie selbst Haus- oder Wohnungseigentümer sind, gibt es einige Dinge, die Sie selbst tun oder veranlassen können, um die Sicherheit Ihres Gebäudes zu erhöhen. Als Mieterin oder Mieter können Sie sich bei Ihrer Vermieterin oder Ihrem Vermieter erkundigen, welche Sicherheitsmaßnahmen bereits getroffen wurden und anregen, fehlende Maßnahmen umzusetzen. Wir geben Ihnen hier einige Beispiele, in welchen Bereichen Vorkehrungen getroffen werden können.

Das Dach

  • Lassen Sie die Dachdeckung mit Sturmhaken und ausreichender Vernagelung sichern.
  • Beugen Sie Dachlawinen mit Schneefanggittern vor (Verkehrssicherungspflicht bei Bürgersteigen usw.).
  • Bei Schneelast sind Flachdächer und weit gespannte Decken besonders gefährdet.
  • Sichern Sie den Dachstuhl und die Dachhaut durch zusätzliche Befestigungen gegen Abheben bei Orkanböen.
  • Lassen Sie bei geneigten Dächern Windrispen in kreuzweiser Anordnung anbringen.

Der Garten oder die Außenanlage

  • Denken Sie bei Bäumen in Hausnähe daran, dass diese bei einem Sturm umstürzen oder größere Äste das Haus beschädigen können. Treffen Sie Sicherungsmaßnahmen und lassen Sie umsturzgefährdete Bäume entfernen.
  • Sichern Sie Markisen und Überdachungen gegen Stürme.
  • Sorgen Sie für eine Möglichkeit, bewegliche Gegenstände (zum Beispiel Gartenmöbel, Sonnenschirme, Fahrräder) bei einem Sturm gesichert unterzustellen.

Das Abwasser

  • Installieren Sie Rückstauverschlüsse bzw. Rückstauklappen in Abwasserleitungen und kontrollieren Sie regelmäßig deren einwandfreie Funktion.
  • Mit einer Hebeanlage können Sie Abwasser aus tiefer gelegenen Geschossen entsorgen; diese Leitungen müssen deutlich oberhalb des Rückstauniveaus geführt werden.
  • Eine leistungsfähige Tauchpumpe ermöglicht in Verbindung mit einem Pumpensumpf das Abpumpen eventuell eingedrungenen Wassers. Pumpensümpfe sollten an mehreren Stellen in überflutungsgefährdeten Geschossen und in Ausgangsnähe eingeplant werden.
  • Fliesenbeläge und wasserfeste Bau- und Dämmmaterialen in den Untergeschossen ermöglichen eine effektive Entsorgung von Wasser und Schlammrückständen, sollte es zu einer Überschwemmung kommen.

Die Elektroversorgung

  • Lassen Sie die Elektroanlage hinsichtlich des Schutzes vor Überspannungen und auf Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD, früher FI-Sicherung) kontrollieren und ergänzen.
  • Ist der Blitzschutz des Hauses ausreichend ausgelegt? Für gefährdete Geschosse sollte es komplett getrennte Stromkreise geben, die bei Bedarf vollständig stromlos geschaltet werden können.
  • Legen Sie Zählerkästen, den Hausanschluss etc. überflutungssicher an.
  • Wenn Sie in einem Überflutungsgebiet wohnen, sollten Sie überlegen, sich ein leistungsstarkes, kleines Notstromaggregat für den Betrieb einer Tauchpumpe anzuschaffen.

Die Heizung

  • Sichern Sie Tankanlagen im Haus und im Außenbereich gegen Aufschwimmen.
  • Planen Sie auch die Möglichkeit des Betriebs der kompletten Heizungsanlage über Notstrom mit ein.
  • Die Heizungsanlage selbst sollte auch gegen Überflutungen gesichert werden.

Wie gefährdet ist Ihre Wohnlage?

Ob Ihre Wohnlage hochwassergefährdet ist, können Sie auf dem Portal der Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten der Bundesländer überprüfen. Viele Gemeinden bieten auch Starkregengefahrenkarten an. Diese können Ihnen dabei helfen, Ihr Starkregenrisiko einzuschätzen, um entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten in Deutschland.

[Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe]

Vorsorgetipps für verschiedene Notsituationen

Beratung und Hilfe zu Themen der Notfallvorsorge und Selbstschutz/ Selbsthilfe

Kostenfreie Beratung und Hilfe zu Themen der Notfallvorsorge und Selbstschutz/ Selbsthilfe des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Telefon: (0228) 99550-3670

Servicezeiten für telefonische Anfragen:
Montag bis Donnerstag: 08.00 bis 16.30 Uhr
Freitag: 08.00 bis 15.00 Uhr

E-Mailinfo(at)bbk.bund.de

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