UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Ab 6. Januar 2020: "Ein gar feiner, gelehrter und gottesfürchtiger Mann" - Stadtarchiv Siegen erinnert an das 400. Todesjahr des Buchdruckers Christoph Corvin (1552-1620)

In seinem "Klick in die Vergangenheit" widmet sich das Stadtarchiv Siegen regelmäßig unterschiedlichen Episoden der städtischen Geschichte. Besondere Anlässe, historische Ereignisse, bislang unbekannte Aspekte oder bemerkenswerte Archivalien aus den Sammlungsbeständen sollen dadurch der Öffentlichkeit vorgestellt werden. In der neuen Ausgabe wird anlässlich des 400. Todesjahres des akademischen Buchdruckers Christoph Corvin (1552-1620) neben der Person an die Bedeutung und Verbreitung des "gedruckten Wortes" vor knapp vier Jahrhunderten in der Grafschaft Nassau erinnert.

Zweimal wurde die 1584 von Graf Johann VI. "dem Älteren" zu Nassau (1536-1606) gegründete Hohe Schule von Herborn nach Siegen verlegt. Die universitätsähnliche "Academia Nassauensis" mit ihren vier Fakultäten und angeschlossenem Pädagogium ließ sich von 1594 bis 1599 und nochmals von 1606 bis 1609 in den Räumlichkeiten des ehemaligen Siegener Franziskanerklosters nieder. Dadurch wurde die universitäre Tradition Siegens begründet. Den ersten Umzug nach Siegen machte auch Christoph Corvin mit. Seine Ende des 16. Jahrhunderts in Siegen hergestellten Bücher auch internationaler Gelehrter dienten der literarischen Versorgung von Hochschulprofessoren und Studierenden. "Das Gewerbe Corvins war ein Gewinn für die Stadt Siegen mit einer Blütezeit des Bildungs- und Verlagswesens", wie Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv Siegen erklärt. Die vorübergehend in Siegen untergebrachte "Universa Schola Nassovia Sigenensis" ("Hohe Schule Nassaus in Siegen") mit dem Staatsrechtler und Juristen Johannes Althusius an ihrer Spitze sorgte für einen pulsierenden akademischen Betrieb innerhalb der Stadtmauern. In der Bildungsstätte wurden die von reformierten Theologen und Philosophen angestoßenen Bildungsreformen konsequent weitergeführt. Der 1620 verstorbene und in Herborn beigesetzte Buchdrucker Corvin veröffentlichte insgesamt rund 1.000 Schriften. "Ein gewaltiges Lebenswerk", wie der Bibliothekar des Stadtarchivs Siegen erläutert. Auch wenn die Anzahl der in Siegen produzierten und verlegten Drucke (rund 50 Titel) vergleichsweise niedrig erscheint, dokumentieren die Publikationen dennoch die Bedeutung Siegens als Hochschulstandort in der Frühen Neuzeit. "Zu den in Siegen gedruckten Werken gehören theologische Schriften, der Heidelberger Katechismus, Dissertationen, juristische Streitschriften oder medizinische Abhandlungen", so Brachthäuser.

Parallel findet noch bis Ende April 2020 eine Vitrinen-Präsentation im Lesesaal des Stadtarchivs Siegen (3. Etage) statt. Gezeigt werden unter anderem ein bislang unveröffentlichtes Autograph, eine landesherrliche Urkunde aus dem Jahr 1608, historische Hintergründe über das reformierte Bildungswesen und selbstverständlich auch seltene Originaldrucke Corvins aus Archivbeständen. Das Team des Stadtarchivs Siegen freut sich auf Ihren Besuch. Der Eintritt ist selbstverständlich frei!  

Ein detaillierter Bericht zu diesem Thema finden Sie in nachfolgendem Dokument:

Dokumentation "Ein gar feiner, gelehrter und gottesfürchtiger Mann" - Stadtarchiv Siegen erinnert an das 400. Todesjahr des Buchdruckers Christoph Corvin (1522-1620)

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