UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Siegel des Wilhelm Hyazinth Fürst zu Oranien und Nassau-Siegen

Siegel des Wilhelm Hyazinth Fürst zu Oranien und Nassau-Siegen aus dem Bestand 761, Nr. 13
Siegel des Wilhelm Hyazinth Fürst zu Oranien und Nassau-Siegen aus dem Bestand 761, Nr. 17

Siegel befinden sich im Stadtarchiv neben den Urkundenbeständen in einer Sammlung von Siegelstempeln und Siegelabdrücken (Bestand 761). Die Sammlung umfasst Siegel nassauischer Grafen und Fürsten, von Amtsträgern, herrschaftlichen Verwaltungsträgern, Fakultäten der Hohen Schule und natürlich auch der Stadt Siegen sowie der dortigen Zünfte. Es handelt sich dabei einerseits um abgefallene, also ehemals an Urkunden anhängende, Siegel und andererseits um Repliken. In Bestand 761 befinden sich auch zwei Abdrücke von Siegeln des Wilhelm Hyazinth Fürst zu Oranien und Nassau-Siegen (1667-1743). Sie zeigen sein Wappen als Landesherr in den Grafschaften Nassau, Katzenelnbogen, Vianden und Diez sowie den Fürstentümern Oranien und Châlon, umgeben von heraldischen Attributen, die ihrerseits von einer Umschrift und einer profilierten oder bordürenartigen Umrandung eingefasst sind.

Das wahrscheinlich ältere Siegel (Bestand 761, Nr. 17 [Original: Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 3006]) besitzt die Umschrift GVILLAVME HIACINTHE PAR LA GRACE DE DIEV SOVVERAIN PRAINCE D'ORANGE als Majuskel, einer Auszeichnungsschrift in Großbuchstaben. Das von einem Hermelin und einem heraldischen Helm mit Fürstenkrone eingefasste Wappen besteht aus einem viergeteilten Hauptschild (Quartiere Nassau, Katzenelnbogen, Vianden und Diez) und den darüberliegenden Mittel- und Herzschilden für Oranien und Châlon sowie der Grafschaft Genf. Die beiden ober- und unterhalb des Zentrums angeordneten Beischilde für die Markgrafschaft Veere - oben - und die Grafschaft Buren - unten - verkünden den Anspruch Wilhelm Hyazinths im Sukzessionsstreit um das Erbe nach dem Tod Wilhelm III. Prinz zu Oranien 1702, der sich anfänglich auch auf diese beiden Kleinterritorien erstreckte, später jedoch aufgegeben wurde, wie im zweiten Siegelbeispiel ersichtlich wird.

Das jüngere, rundovale Siegel (Bestand 761, Nr. 13 [Original: Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 3006]), bei dem dieses Detail entfallen ist, weist trotz Übereinstimmung in den zentralen heraldischen Bestandteilen andere Gestaltungsmerkmale auf. Die in einer Antiqua-Majuskel gehaltene Umschrift lautet: VON GOTTES GNADEN WILHELM HYACINTH FÜRST VON ORANIEN & NASSAU. Das mit dem vorigen vergleichbare Wappen im Zentrum hat weitere heraldische Beifügungen erhalten: So wurde dem Wappenschild ein lateinisches Motto beigelegt (SOLI RE GUM REGI), darunter hängend ein Orden, möglicherweise der von Wilhelm Hyazinth selbst gestiftete "Orden des heiligen Sakramentes". Wappen und Spruchband werden von zwei bekrönten Löwen als Schildhaltern flankiert und von einer groß dimensionierten Fürstenkrone überragt.

Die beiden Siegelabdrücke zeigen eindrücklich, dass Siegel in der Vormoderne mehr als reine Beglaubigungsmittel waren. Sie dienten als Erkennungszeichen des Siegelführers und repräsentierten seinen gesellschaftlichen Rang. Darüber hinaus können sie als wichtige Quellen zu heraldischen Fragestellungen herangezogen werden.

Signatur: Stadtarchiv Siegen, Bestand 761, Nr. 13 und Nr. 17

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