UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Wettbewerb zur Umgestaltung des Herrengartens entschieden

Entwurf Herrengarten (Grafik: Rehwaldt Landschaftsarchitekten)

Am Donnerstag, 11. Oktober 2018, tagte das Preisgericht zum städtischen Wettbewerb "Herrengarten". Aus 13 eingereichten Gestaltungsentwürfen wählte die Jury einstimmig den Entwurf des Landschaftsarchitekten Till Rehwaldt aus Dresden für den ersten Platz aus.

Verfahren und Ablauf

Die Teilnehmer erhielten am 3. Juli 2018 die Planunterlagen und hatten etwa neun Wochen Zeit für die Bearbeitung dieser spannenden Wettbewerbsaufgabe. Nach einer Vorprüfung der 13 anonym eingereichten Arbeiten durch das Büro post welters + partner aus Dortmund, tagte am 11. Oktober 2018 das unabhängige Preisgericht unter Vorsitz von Landschaftsarchitekt Friedhelm Terfrüchte.

Nach intensiven Diskussionen und mehreren Wertungsrundgängen konnten die besten Entwürfe für die künftige Freifläche Herrengarten ausgewählt werden. An das Preisgericht wird sich in den nächsten Monaten das sogenannte Verhandlungsverfahren anschließen, im Rahmen dessen ein Planungsbüro mit der Ausführungsplanung und der Realisierung seines Wettbewerbsentwurfs beauftragt wird. Erst nach der Auswahl der Preisträger wurde dem Preisgericht die Urheberschaft der eingereichten Arbeiten bekannt gegeben, um eine größtmögliche Neutralität bei der Auswahl und Beurteilung zu gewährleisten.

Anlass und Aufgabenstellung

Die Universitätsstadt Siegen verfolgt das Ziel, die Innenstadt für die Zukunft zu rüsten und diese attraktiver zu gestalten. In den letzten Jahren wurden bereits umfangreiche Maßnahmen aus dem Integrierten Handlungskonzept "Siegen - Zu neuen Ufern" realisiert. Leuchtturmprojekt stellt dabei der Rückbau der als Parkplatz dienenden Siegplatte und die damit einhergehende neue Ufergestaltung des Flusses dar.

Darüber hinaus wurde die parallel verlaufende Brüder-Busch-Straße zu einer Uferpromenade für den Fuß- und Radverkehr umfunktioniert. Weitergehend hat auch die neue Gestaltung der Fußgängerzone bereits wesentlich zu einer positiven Veränderung des Stadtbildes beigetragen. Die Vorbildfunktion des Projektes "Siegen - Zu neuen Ufern" bestätigen sowohl die Auszeichnungen, die die Universitätsstadt dafür erhalten hat, als auch die positiven Berichterstattungen in Fachzeitschriften sowie die gute Resonanz der Bevölkerung.

Unmittelbar an den einladend umgestalteten Abschnitt der Sieg grenzt der Herrengarten an, der im Laufe des 19. Jahrhunderts seine Funktion als repräsentative Parkanlage in der Stadt eingebüßt hat. So erinnert heute nur noch der Name an dessen historische Gestaltung als Parkanlage. Statt eines einladenden Freiraums erwartet den Besucher der Siegener Innenstadt an dieser Stelle ein heute unattraktiver Gebäudekomplex aus den 1970er Jahren.

Das Geschäftshaus wird im Integrierten Handlungskonzept der Stadt Siegen als "Fremdkörper" bezeichnet. Dieses Etikett wird angesichts der widersprüchlichen Wirkung des Gebäudes vor dem Hintergrund seiner neu gestalteten Umgebung umso deutlicher.

Die Stadt Siegen möchte das Potential der innerstädtischen Fläche wieder zur Geltung bringen und hierfür Mittel aus der Städtebauförderung beantragen. Durch den beabsichtigten Abriss ergibt sich die einmalige Chance, den öffentlichen Raum in der Siegener Unterstadt mit einer multifunktionalen Platzfläche auf einer Größe von etwa 4.800 zu ergänzen und die bereits begonnene Transformation des Innenstadtbildes abzurunden.

Diese Maßnahme ist nicht nur im Integrierten Handlungskonzept inkludiert, sondern zudem Teil des Grünflächenkonzeptes der Stadt Siegen und hat einen äußerst hohen Stellenwert: das Projekt ist vielen Beteiligten der Verwaltung, der Universität und der Bürgerschaft eine Herzensangelegenheit. Vor dem Hintergrund der Historie des Herrengartens und den im letzten Jahrhundert über Jahrzehnte hinweg stets wieder auftretenden Diskussionen um einen möglichen Erhalt bzw. die Wiederherstellung der ehemaligen innerstädtischen Grünfläche ist dies nicht verwunderlich.

Daher wurde ein freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb ausgelobt, um geeignete Planer zu finden, die das Potential des Herrengartens verstehen, angemessen zur Geltung bringen und Gestaltung sowie Funktionalität in ein nachhaltiges Gesamtkonzept für diese bedeutende Planungs- und Bauaufgabe in Siegen einbringen.

Anwesende Mitglieder des Preisgerichts

Stimmberechtigte Fachpreisgerichtsmitglieder:

•    Gordon Brandenfels, Landschaftsarchitekt, Münster
•    Christian Jürgensmann, Landschaftsarchitekt, Duisburg
•    Ulrike Platz, Landschaftsarchitektin, Bonn (Mitglied im Gestaltungsbeirat)
•    Prof. Dr. Hildegard Schröteler-von Brand, Stadtplanerin, Aachen (Professur an der Universität Siegen)
•    Henrik Schumann, Stadtplaner, Stadtbaurat der Stadt Siegen
•    Friedhelm Terfrüchte, Landschaftsarchitekt, Essen

Stimmberechtigte Sachpreisgerichtsmitglieder:

•    Lisa Bleckmann, B‘90/Grüne-Fraktion Siegen
•    Karl Rüdiger Heupel, Vorsitzender der CDU-Fraktion Siegen
•    Melanie Ihlenfeld, Abteilungsleiterin Grünflächen, Stadt Siegen
•    Steffen Mues, Bürgermeister der Stadt Siegen
•    Manfred Schneider, SPD-Fraktion Siegen

Stellvertretende Fachpreisgerichtsmitglieder:

•    Matthias Funk, Landschaftsarchitekt, Düsseldorf
•    Bernd Joosten, Landschaftsarchitekt, Berlin
•    Christoph Menzel, Landschaftsarchitekt, Liège (B) Mitglied im Gestaltungsbeirat

Stellvertretende Sachpreisgerichtsmitglieder:

•    Isabel Briese, Arbeitsgruppenleiterin Stadtplanung, Stadt Siegen
•    Wolfgang Cavelius, 1. Beigeordneter der Stadt Siegen
•    Ansgar Cziba, B’90/Grüne-Fraktion Siegen

Sachverständige Berater des Preisgerichts (ohne Stimmrecht):

•    Kriminalhauptkommissar Stefan Dax, Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein
•    Thomas Griese, Abteilung Straßen und Verkehr, Stadt Siegen
•    Lothar Kölsch, Abteilung Ordnung und Stadtreinigung, Stadt Siegen
•    Ludwig Latsch, FDP-Fraktion Siegen
•    Jun.-Prof. Dr. Sabine Meier, Universität Siegen, Räumliche Entwicklung und Inklusion
•    Wolfgang Vetter, UWG-Fraktion Siegen
•    Eckhard Weidt, Abteilung Stadtentwicklung und -planung, Stadt Siegen
•    Regina Weinert, Beauftragte für Menschen mit Behinderung, Stadt Siegen

Vorprüfung:

•    Katharina Benda, Abteilung Stadtentwicklung und -planung, Stadt Siegen
•    Lisa Baranowski, B.A. Architektur, post welters + partner mbB, Dortmund
•    Christina Eckstein, Arbeitsgruppenleiterin Stadtentwicklung, Stadt Siegen
•    Amelie Gernart, B.A. Architektur, post welters + partner mbB, Dortmund
•    Ellen Wiewelhove, Architektin, post welters + partner mbB, Dortmund

Preisträger und Teilnehmer

Das Preisgericht entschied einstimmig, einen ersten, einen zweiten und einen dritten Preis zu vergeben. Die Preisträger erhalten Preisgelder in Höhe von 17.000 Euro, 10.500 Euro bzw. 6.500 Euro.


1. Preis: 17.000 Euro

Landschaftsarchitektur:
Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden
Verfasser: Till Rehwaldt

Präsentationsplan 1. Preis


2. Preis: 10.500 Euro

Landschaftsarchitektur:
BIERBAUM.AICHELE.landschaftsarchitekten, Frankfurt am Main
Verfasser: Klaus-Dieter Aichele

Präsentationsplan 2. Preis


3. Preis: 6.500 Euro

Landschaftsarchitektur:
TDB Landschaftsarchitektur Partnerschaft, Berlin
Verfasser: Eva-Maria Boemans

Präsentationsplan 3. Preis

Empfehlungen des Preisgerichtes

Das Preisgericht empfiehlt der Ausloberin, die Verfasser der mit dem 1. Preis ausgezeichneten Wettbewerbsarbeit mit weiteren Leistungen zu beauftragen. 

Wettbewerbsbetreuung: Post welters + partner mbB, Architekten und Stadtplaner BDA/SRL
Arndtstraße 37
, 44135 Dortmund, Ansprechpartnerin: Ellen Wiewelhove, Telefon: (0231) 477348-60
, Fax: (0231) 554444
, E-Mail: info(at)post-welters.de, Homepage: www.post-welters.de.

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