UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

29. Januar bis 24. Mai 2021: Mariana Castillo Deball "Amarantus", Ausstellung im Museum für Gegenwartskunst Siegen

Mariana Castillo Deball, Cronotopo, Installationsansicht Musée régional d’art contemporain Languedoc-Roussillon, Sérignan, 2015, Courtesy Mariana Castillo Deball, Quelle: MGK Siegen
Mariana Castillo Deball, My flowers will not end, My singing will not end (…), Installationsansicht Preis der Nationalgalerie für Junge Kunst, Courtesy Mariana Castillo Deball, Foto: David von Becker

In ihrer künstlerischen Arbeit folgt Castillo Deball (geboren 1975, Mexiko-Stadt, Mexiko) deren Geschichten, um einen neuen Blick und ein tieferes Verständnis kultureller, zeitlicher und räumlicher Zusammenhänge zu gewinnen. Sie hinterfragt die museale Erzählung, die über den Objekten liegt. Dazu recherchiert sie in Bibliotheken und Archiven, sucht die Zusammenarbeit mit Wissenschaftler/innen und nutzt Methoden der Archäologie, Ethnografie und historischen Forschung. In umfangreichen Installationen, Skulpturen, Videos, Fotografien, Druckgrafiken und (Künstler-)Publikationen übersetzt Castillo Deball ihre Erkenntnisse in eine eigene, künstlerische Sprache. Mit Blick auf die Gegenwart macht sie entscheidende Momente der Kulturgeschichte sichtbar und lässt uns unsere eigene Entfremdung von den Dingen erfahren.

Der Titel ihrer Ausstellung "Amarantus" nimmt Bezug auf die weltweit verbreitete Pflanze Amarant, auch Fuchsschwanz genannt. Die Amarant-Samen sind einer der wichtigsten Nahrungsmittel in Mexiko und wurden lange auch in religiösen Ritualen eingesetzt, weswegen das Pseudogetreide zeitweise von den spanischen Einwanderern verboten wurde. Die griechische Bedeutung des Wortes vermittelt die Vorstellung einer Blume, die nie verwelkt. In ähnlicher Weise begreift Mariana Castillo Deball auch die Objekte ihrer Ausstellung und die Vorstellung eines möglichen Museums, das andere Lesarten kulturellen Wissens zulässt und neue Verbindungslinien zwischen den Dingen aufzeigt.

Die Ausstellung im Museum für Gegenwartskunst Siegen ist die erste Einzelpräsentation zum Gesamtwerk der mexikanischen Künstlerin in Deutschland. In 14 Räumen werden Werke aus den letzten 15 Jahren präsentiert. Darunter befinden sich zahlreiche aktuelle Installationen, die für die Siegener Ausstellung neu konzipiert und produziert wurden. Im Rundgang der Räume entspinnt sich eine ebenso wohlüberlegte wie beeindruckende Erzählung durch Castillo Deballs Schaffen. Zur Ausstellung erscheint neben einem Begleitheft eine neue Ausgabe von Ixiptla. Das künstlerisch-wissenschaftliche Journal wird seit 2013 von Castillo Deball in Partnerschaft mit wechselnden Institutionen herausgegebenen und vertieft einzelne Fragestellungen ihrer künstlerischen Forschung.

Mariana Castillo Deball wurde international mit renommierten Preisen ausgezeichnet, darunter der Preis der Nationalgalerie, Berlin (2013), der Zürich Art Prize (2012) oder Ars Viva Award (2009). Sie hat an zahlreichen Großausstellungen und Biennalen teilgenommen, darunter die Sharjah Biennale (2017), Berlin Biennale (2014), dOCUMENTA (13), Kassel (2012) oder die Venedig Biennale (2011). Letzte Einzelausstellungen hatte die Künstlerin unter anderem im Modern Art Oxford, England (2020), im Museum Monash University Museum of Art, Melbourne und im New Museum, New York (beide 2019). Des Weiteren im San Francisco Art Institute (2016), im  Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart, Berlin (2014), dem CCA: Centre for Contemporary Arts, Glasgow, Scotland oder der Chisenhale Gallery, London (2013). Seit 2015 lehrt sie als Professorin für Bildhauerei an der Kunstakademie Münster.

Museum für Gegenwartskunst Siegen

Museum für Gegenwartskunst Siegen

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