UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Von Marx zum Marxismus. Über die Ursprünge einer politischen Weltanschauung

Datum: 06.06.2019 Uhrzeit: 19.00 Uhr

Christina Morina: Von Marx zum Marxismus. Über die Ursprünge einer politischen Weltanschauung

Die Marxismusforschung hat sich bislang erstaunlich wenig für die Entstehungszusammenhänge dieser so wirkmächtigen Ideenbewegung interessiert. Drei Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Krieges ist es an der Zeit, endlich neue Perspektiven auf die Ursprünge und Verbreitungsgeschichte der Ideen von Karl Marx zu werfen – nicht zuletzt um eine Antwort auf die Frage zu finden, wie und warum aus Marx der Marxismus entstehen konnte. Der Vortrag spürt den Anfängen dieser politischen Weltanschauung nach, in dem er die individuellen Lebensläufe und das sozialpolitische Engagement einer Handvoll Intellektueller untersucht, die man als die europäische Gründergeneration des Marxismus bezeichnen kann: Die zwischen 1845 und 1870 in Deutschland, Österreich-Ungarn, Frankreich und im Zarenreich geborenen Karl Kautsky, Eduard Bernstein, Rosa Luxemburg, Victor Adler, Jean Jaurès, Jules Guesde, Georgi W. Plechanow, Wladimir I. Lenin und Peter B. Struve. Besonderes Augenmerk liegt auf der Biografie Rosa Luxemburgs, die in dieser Gruppe als zugleich typisch und einzigartig hervorsticht.

Christina Morina, geboren 1976, studierte Geschichte und Politikwissenschaft an den Universitäten Leipzig, Ohio und Maryland und wurde 2007 mit einer Arbeit über den Russlandfeldzug in der deutsch-deutschen Erinnerungskultur promoviert. Sie lehrte Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und ist seit 2015 DAAD Visiting Assistant Professor am Duitsland Institut der Universität Amsterdam. 2017 habilitierte sie sich an der Universität Jena mit einer Arbeit über die Ursprünge des Marxismus. Derzeit arbeitet sie an einer Monografie zur Politischen Kulturgeschichte Deutschlands seit 1980.

Publikationen: Zur rechten Zeit. Wider die Rückkehr das Nationalismus (Berlin: Ullstein, 2019, mit Norbert Frei, Franka Maubach und Maik Tändler). Die Erfindung des Marxismus. Wie eine Idee die Welt eroberte (München: Siedler, 2017). Probing the Limits of Categorization. The Bystander in Holocaust History (mit K. Thijs), New York: Berghahn Books, 2018). Das 20. Jahrhundert erzählen: Zeiterfahrung und Zeiterforschung im geteilten Deutschland (mit Franka Maubach, Göttingen: Wallstein, 2016). Legacies of Stalingrad: Remembering the Eastern Front in Germany since 1945 (Cambridge: Cambridge University Press, 2011; Paperback 2013).

Ort: Universität siegen Campus Unteres Schloss US-A 134/1

Veranstalter: Initiative Kritische Ökonomie Siegen

Kontakt: Johannes Hamers

Telefon: 0271 45135

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