UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Volkstrauertag: Gedenken und Mahnung

[15.11.2022] Die zentrale Gedenkstunde der Universitätsstadt Siegen anlässlich des Volkstrauertags findet traditionell auf dem Hermelsbacher Friedhof statt.

In diesem Jahr (Sonntag, 13. November 2022) fanden sich in der Trauerhalle wieder zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen, Verbänden und Vereinen ein, um gemeinsam der Millionen Kriegstoten und Vermissten der beiden Weltkriege wie auch der Opfer von Verfolgung und Gewalt in der heutigen Zeit zu gedenken.

„Wir verstehen uns als Stadt auch als Ort der Demokratie- und Friedensbildung und als Verantwortliche für Erinnerungs- und Gedenkkultur“, so Bürgermeister Steffen Mues in seiner Gedenkrede. Jedoch könnten Bemühungen in diesem Bereich nur Früchte tragen, wenn sie auf fruchtbaren Boden gesät werden, „(…) wenn also Menschen bereit sind, sich mit diesen Themen zu befassen, Impulse anzunehmen - und zuzulassen, dass sie etwas mit uns machen, unsere Wahrnehmung, unser Bewusstsein, unsere Handlungen verändern.“

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gedenkstunde seien ein Teil dieses "fruchtbaren Bodens", daher galt ihnen auch der Dank des Bürgermeisters, nicht nur dafür, dass sie gekommen waren, um sich gemeinsam der Grauen des Kreises zu erinnern, sondern auch, „(…) um gemeinsam ein Zeichen zu setzen, dass wir die Mahnung dieses Tages verstanden haben, sie ernst nehmen und uns für Verständigung, Versöhnung und Frieden nach Kräften einsetzen werden!“

Auch der vor fast einem dreiviertel Jahr vom Zaun gebrochene Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine fand Erwähnung in der Gedenkrede des Bürgermeisters - wie auch in den Lesungen des Studenten Adrian Serban und der Schülerin Emily Corinne Schardt, in denen das ungläubige Registrieren, der tiefe Schock als Reaktion auf einen Krieg mitten in Europa thematisiert wurden, aus Sicht einer Generation, die keinen Krieg (mehr) kennt.

Steffen Mues machte deutlich, dass es nicht damit getan ist, sich zu entsetzen angesichts der schrecklichen Bilder aus der Ukraine, sondern dass es gerade jetzt auf das individuelle Engagement ankommt: „Wir alle müssen uns in Zeiten, in denen sich immer mehr Menschen ihre Informationen aus unseriösen Medien besorgen, viel intensiver für den Schutz unserer Demokratie einsetzen. Geschichte und Politik müssen wieder elementare Bestandteile des Schulunterrichts werden, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig unsere Demokratie ist - für unser Zusammenleben, für unsere Freiheit und für den Frieden.“

Im Anschluss an die Gedenkstunde fand die Kranzniederlegung auf dem Ehrenfeld des Hermelsbacher Friedhofs statt. Zuvor erklang das Lied "Ich hatt' einen Kameraden", gespielt vom Blechbläserquintett des Siegener Blasorchesters von 1926 e.V., das in diesem Jahr erstmals die musikalische Gestaltung der Gedenkstunde übernommen hat.

Die Gedenkrede von Bürgermeister Steffen Mues ist hier zu finden …

Kontakt: Stadt Siegen ⋅ Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Sabine Schutz ⋅ Telefon-Nr. (0271) 404-1256

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