UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

"Testlauf" soll Grenzwerte in der Sandstraße senken

[23.02.2018] Mit einem dreimonatigen "Testlauf" ab Montag, 26. Februar 2018, will die Stadtverwaltung erproben, ob eine Verkehrsverlagerung von der Sandstraße zwischen Freudenberger Straße und Kochs Ecke auf die Hüttentalstraße die Belastung mit Stickstoffdioxid senkt. Geprüft wird auch, ob die HTS den Umgehungsverkehr aufnehmen kann.

Diese Maßnahme ist mit der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg abgestimmt. Bei einem Pressegespräch stellten Stadtbaurat Henrik Schumann, Anke Schreiber, Leiterin der Straßen- und Verkehrsabteilung, Verkehrsplaner Stefan Wied und Jan-Christoph König, zuständig für die städtischen Ampelanlagen, sowie Dr. Bernhard Kraft als Leiter der Umweltabteilung deshalb heute (Freitag, 23. Februar 2018) das Projekt vor.

Zusätzlich erhält der zurzeit frei geführte Rechtsabbieger-Verkehr von der Freudenberger Straße auf die Sandstraße ab Sonntag, 25. Februar, eine Ampel. Umbaubedingt ist deshalb von 8.00 bis 11.00 Uhr mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Die Ausrüstung mit einer Ampel dient dazu, dass der ÖPNV von Weidenau in Richtung Siegener ZOB die Chance hat, in die Hindenburgstraße abbiegen zu können.

Ampelphasen werden angepasst

Um die Verlagerung des Verkehrs zu erreichen, werden die Grünzeiten an den Ampeln Koblenzer Straße/Obergraben und Sandstraße/Hindenburgstraße, jeweils in Fahrtrichtung Kölner Tor, um etwa 50 Prozent reduziert. Die Ampeln werden so gesteuert, dass der Verkehr ohne anhalten zu müssen den Bereich zwischen Obergraben und Hindenburgstraße passieren kann. Auch der ÖPNV kann nach Abfahrt von der Haltestelle Kölner Tor ohne Anzuhalten links in die Hindenburgstraße einbiegen oder in Richtung Weidenau weiterfahren. Behinderungen können sich ausschließlich durch Ein- und Ausparken an den Park- und Lieferzonen entlang der Sandstraße ergeben.

Ampel-Anpassungen an den jeweiligen HTS-Anschlussstellen (Freudenberger Straße/Sandstraße und Kochs Ecke/Berliner Straße) sollen es Verkehrsteilnehmern erleichtern, auf die HTS abzubiegen. Wenn die Hüttentalstraße den mit diesen Maßnahmen "umverteilten" Verkehr aufnehmen kann und die Testphase drei Monate Bestand hat, folgt im Anschluss die Auswertung, wie sich die Verkehrsbelastung und die damit einhergehende NO2-Belastung verändert haben.

Zum Hintergrund:

Aufgrund der Überschreitungen von Grenzwerten in vielen Städten hat die EU ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland eingeleitet mit der Aufforderung, umgehend Maßnahmen zu ergreifen, um die Luftreinhaltung sicherzustellen und die Gesundheit der Menschen zu schützen. Andernfalls droht eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof, an deren Ende Strafzahlungen in drastischer Höhe stehen können.

Gleichzeitig hat die Deutsche Umwelthilfe die Bezirksregierung Arnsberg ebenfalls aufgefordert, umgehende Maßnahmen zur Senkung der NO2-Belastung in der Sandstraße in Siegen einzuleiten. Auch hier droht eine Klage, an deren Ende ein Diesel-Fahrverbot oder Straßensperrungen stehen könnten. Notwendig sind also kurzfristig wirksame Maßnahmen, die im Zweifel auch von der Bezirksregierung angeordnet werden könnten. Als mögliche Maßnahmen zur Senkung der Schadstoffemissionen kommen u. a. eine Verringerung des Verkehrsaufkommens und die Anpassung des Fahrverhaltens in Betracht.

Denn die Überschreitung des gesetzlich einzuhaltenden Grenzwertes für Stickstoffdioxid (NO2) in verkehrsreichen Straßen ist seit Jahren bundesweit in vielen Städten ein Problem. Trotz eingeleiteter Maßnahmen sinkt die NO2-Belastung nur geringfügig oder gar nicht. Auch in Siegen haben die Maßnahmen des Luftreinhalteplans nicht den erhofften Erfolg gezeigt. Nach wie vor wird der NO2-Grenzwert (40 µg/) in einem Abschnitt der Sandstraße überschritten. Er lag zuletzt im Jahr 2016 mit 48 µg/ deutlich über dem Grenzwert.

Straßenverkehr Hauptverursacher der Luftbelastung

Der Straßenverkehr ist laut Luftreinhalteplan mit 78 Prozent der Hauptverursacher der Stickstoffoxid-Belastung. Busse sind dabei mit 27 Prozent und Pkws mit 25 Prozent beteiligt, LKW hingegen nur mit 3 Prozent. Der Anteil des regionalen Verkehrs beträgt insgesamt 16 Prozent. Die Beiträge der übrigen Verursacher (Industrie, Kleinfeuerung etc. ) sind dabei vernachlässigbar gering.

Kontakt: Stadt Siegen ⋅ Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Sabine Schutz ⋅ Telefon-Nr. (0271) 404-1256

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