UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Stadt Siegen Teil des neuen "Regiopole"-Netzwerks

[17.03.2016] Die Universitätsstadt Siegen ist Teil des neuen, bundesweiten Städte-Netzwerks "Regiopole". Wolfgang Cavelius, I. Beigeordneter der Stadt Siegen, unterzeichnete gestern (16. März 2016) gemeinsam mit den (Ober-)Bürgermeistern von fünf anderen Städten eine "Interkommunale Vereinbarung" in Berlin.

Zu den Städtepartnern gehören Bielefeld, Paderborn, Trier, Erfurt und Rostock.

Ziel ist, als Verbund "kleiner Großstädte" außerhalb der Metropolregionen künftig gemeinsam die Interessen als wirtschaftsstarke Oberzentren zu vertreten, auf EU-Ebene ebenso wie in Bund und Ländern. „Beispielsweise bei wichtigen Infrastrukturentscheiden im Bereich Straße und Schiene, aber auch, um Standort für Forschungs-und Entwicklungsprojekte aus EU-Programmen für die heimische Wirtschaft und der Universität zu werden“, sagte Wolfgang Cavelius.

„Als Oberzentrum, Uni-Standort und größte Stadt in Südwestfalen, der jüngsten Region im Bundesgebiet, und zugleich der stärksten Industrieregion in Nordrhein-Westfalen konkurrieren wir in vielen Fragen mit den Metropolen an Rhein, Ruhr und Main sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene“, so Cavelius weiter.

Der Regiopole-Status solle helfen, die Bedeutung gegenüber Land, Bund und EU deutlicher als bisher herauszustellen und bei der Priorisierung bedeutender Infrastrukturprojekte eine bessere Ausgangsposition verschaffen. Wolfgang Cavelius war gemeinsam mit Gerald Kühn, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Strukturförderung, Liegenschaften und Statistik der Stadt Siegen, bei der offiziellen Feierstunde zur RegioPole-Gründung dabei.

Wichtiger Erfahrungsaustausch

„Für Siegen als Handels- und Dienstleistungszentrum im Drei-Länder-Eck NRW/Hessen/Rheinland-Pfalz sind wirtschaftsnahe Infrastrukturprojekte wie Gewerbeflächen und Verkehrswege von herausragender Bedeutung. Hier rechnet die Stadt Siegen mit ähnlichen Interessenlagen der Verbundstädte und damit einem effizienten Erfahrungsaustausch mit gemeinsamen Strategien für Problemlösungen“, betonte Gerald Kühn. Als Tagungs- und Kongressstadt ergeben sich, so Kühn, Schnittstellen u. a. in Fragen des Tourismus. Der Rat der Stadt Siegen hatte am 15. Dezember einstimmig für die Regiopole-Gründung votiert.

Als Oberbürgermeister der Initiatorenstadt Rostock begrüßte Roland Methling die Anwesenden. Harald Herrmann, Direktor und Professor des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung in Bonn, moderierte auch die Gesprächsrunde der (Ober-)Bürgermeister bzw. deren Beigeordnete.

Es wurde deutlich, dass alle sechs Regiopolen vor ähnlichen Herausforderungen stehen, was die demographische Entwicklung oder die Stabilisierung der Wettbewerbsfähigkeit betrifft, die auch eine verbesserte Wahrnehmung und finanzielle Berücksichtigung voraussetzt. Mit dem Netzwerk soll eine strategische Allianz aufgebaut werden, um die Ziele der Regiopolen gemeinsam umzusetzen.

Zum Hintergrund: Regiopole

Regiopole ist ein Begriff der Raumordnung und Stadtplanung, der sich aus regio (Region) und polis (Stadt) zusammensetzt. Gegenwärtig sind unter dieser Bezeichnung, die im Jahre 2006 zunächst als Arbeitsbegriff der Universität Kassel für ein neues Forschungs- und Politikfeld entwickelt wurde, kleinere Großstädte außerhalb von Metropolregionen zu verstehen, die als Zentrum regionaler Entwicklung, Standortraum der Wissensgesellschaft und Anziehungspunkt ihrer zumeist ländlich geprägten Region fungieren.

Es handelt sich dabei immer um Oberzentren, die über den Versorgungs- und Ausgleichsaspekt hinaus eine besondere regionale Rolle spielen, jedoch aufgrund ihrer geringeren Größe nicht den Status einer Metropole erreichen. Nach der Kasseler Untersuchung aus 2006 sind 33 Städte als potenzielle Regiopolen definiert worden, von denen sechs Städte das Regiopole-Konzept aufgegriffen haben.

Kontakt: Stadt Siegen • Medien- und Öffentlichkeitsarbeit 
Dr. Sabine Schutz • Telefon-Nr. (0271) 404-1256

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