UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Stadt Siegen legt neues "Wohnbaulandkonzept 2018" vor

[30.05.2018] Das neue "Wohnbaulandkonzept 2018" der Stadt Siegen liegt vor. Die Abteilung Stadtentwicklung und -planung hat dafür unter Mithilfe der Fachabteilungen im vergangenen Jahr 90 Freiflächen im gesamten Stadtgebiet mit Blick auf eine mögliche Wohnbebauung untersucht und nach objektiven Kriterien bewertet.

„Das Ergebnis fällt insgesamt positiv aus. Trotz ihrer Topographie weist die Stadt Siegen ein gutes Potenzial an möglichen Flächen für Wohnstandorte auf. Die gilt es nun zu entwickeln und den Anteil an stadteigenen Grundstücken zu erhöhen“, sagte Stadtbaurat Henrik Schumann. „Wir haben aktuell eine hohe Nachfrage nach Baugrundstücken.“

Das Wohnbaulandkonzept mit seinen Handlungsempfehlungen wird nun ab Dienstag, 5. Juni 2018, in allen Bezirksausschüssen beraten. Dann folgen der Umweltausschuss, der Bauausschuss, der Ausschuss für Stadtentwicklung und der Haupt- und Finanzausschuss bis zur abschließenden Entscheidung im Rat am 4. Juli.

Die Fachplaner haben 32 von insgesamt 90 untersuchten Flächen als "gut" oder als "besonders gut geeignet" eingestuft (43,6 Hektar), 19 Flächen haben eine "hohe" oder "sehr hohe" Priorität (41 Hektar), darunter etwa der Bürbacher Giersberg/Sportplatz, die Wolfsgrow in Trupbach, der Sportplatz in der Schießbergstraße und die Wenschtstraße in Geisweid oder der Sportplatz Wellersberg.

In der Analyse wurden auch die zahlreich vorhandenen Baulücken mit einer Gesamtgröße von rund 35 Hektar berücksichtigt. Dem Konzept liegt der Planungshorizont der Bezirksregierung von 14 Jahren zugrunde.

„Unser Ziel ist eine bedarfsgerechte und ausreichende Bereitstellung von Bauland für alle Bevölkerungsgruppen durch eine sorgsame Siedlungserweiterung“, erklärte Henrik Schumann. Siegens Bevölkerungszahl bleibt laut vorliegender Prognosen langfristig etwa auf dem aktuellen Niveau - das bedeutet zugleich, dass bis 2032 ein Bedarf an Wohnbaufläche von rund 106 Hektar besteht.

Demgegenüber stehen im gültigen Flächennutzungsplan aktuell Reserven von rund 116 Hektar. „Die Frage lautet nun, welche Flächen den Anforderungen an bedarfsgerechtes, attraktives Bauland entsprechen“, sagte Projektleiter Thomas Daschke von der Stadtentwicklungsabteilung.

Dabei ist die Verfügbarkeit von Flächen oftmals der limitierende Faktor bei der Entwicklung von Bauland. Daher ist die Diskussion methodischer Instrumente ein wichtiger Baustein des Konzeptes. Die wichtigsten Stichpunkte hier: "vorausschauender Flächenerwerb" und die Einführung eines "kommunalen Baulandbeschlusses", um im Rahmen einer aktiven Liegenschaftspolitik Einfluss auf die Baulandpreise nehmen zu können.

Ziel: "Ausreichende Flächen in allen Stadtteilen"

Siegen hat keinen quantitativen Mangel an Flächenreserven. Allerdings sind die Möglichkeiten zur Wohnbaulandentwicklung in integrierten Lagen beschränkt, da sich die verfügbaren Flächen zumeist in den Randlagen befinden.

„Ein generelles Ziel muss deshalb sein, ausreichende Flächen in allen Stadtteilen bereit zu stellen. Deshalb sind auch die vorhandenen Baulücken unbedingt zu berücksichtigen“, sagte Schumann. Die bevorzugte Entwicklung entlang der vorhandenen Siedlungsschwerpunkte (falls möglich) sollten flankiert werden durch die Realisierung kleiner Baugebiete in den peripheren Lagen. Die Verwaltung empfiehlt, die Potenzialflächen in innenstadtnaher Lage (Wellersberg, Giersberg) priorisiert zu entwickeln.

Wie geht es weiter? Vorbehaltlich einer politischen Beschlussfassung, wird die konkrete Ausgestaltung einzelner Baugebiete im Bebauungsplanverfahren erarbeitet und auch, welche Flächenabgrenzung im Detail zu einer Bebauung führt oder zur Gestaltung von Freiraum. Eine bauliche Vielfalt für verschiedene Zielgruppen ist durch entsprechende bauplanungsrechtliche Festsetzungen sicherzustellen.

Einfamilienhäuser bzw. Doppel- und Reihenhäuser sind je nach Gegebenheit der Fläche nach Möglichkeit behutsam durch Hausgruppen und Mehrfamilienhäuser zu verdichten. In zentralen Lagen sollte eine verdichtete Bebauung die Regel sein.

Zum Hintergrund

Die Universitätsstadt Siegen hat die Möglichkeit, eine eigene Baulandentwicklung zu betreiben innerhalb der Rahmenbedingungen, die Landes- und Regionalplanung vorgeben sowie der spezifischen Gegebenheiten im Stadtgebiet.

Das vorliegende, rund 290 Seiten umfassende Konzept erläutert die Rahmenbedingungen der Landes- und Regionalplanung und stellt auf Basis einer möglichst objektiven Betrachtung die Bewertungsergebnisse von 90 potenziellen Wohnstandorten vor. Im Jahr 2001 hatte der Rat der Stadt Siegen das erste Wohnbauflächenkonzept für die Stadt Siegen beschlossen.

Die Untersuchungsflächen können sich Interessierte in folgender Karte ansehen:

Wohnbaulandkonzept: Untersuchungsflächen nach Priorität

Weitere Infos zum Wohnbaulandkonzept gibt es in unserem Ratsinformationssystem ...

Kontakt: Stadt Siegen ⋅ Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Sabine Schutz ⋅ Telefon-Nr. (0271) 404-1256

Diese Website benutzt Cookies
Wir benutzen Cookies, um unsere Website stetig zu verbessern. Wenn Sie ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen auf unserer Seite weitersurfen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.
x