UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Staatssekretär informierte sich über Erinnerungsarbeit

[09.07.2019] Interessierten Besuch aus Düsseldorf erhielt das Aktive Museum Südwestfalen (AMS) in diesen Tagen: Zu Gast war der Parlamentarische Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, Klaus Kaiser.

Siegen bildete eine Station seiner Rundreise durch alle 28 Nationalsozialismus-Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen, mit der sich Kaiser ein umfassendes Bild der Erinnerungsarbeit in unserem Bundesland machen möchte.

Im Sitz des Aktiven Museums, dem Hochbunker am Obergraben, begrüßte Siegens Bürgermeister Steffen Mues den Staatssekretär, der von Dr. Hans Wupper-Tewes von der Landeszentrale für politische Bildung begleitet wurde.

In Anwesenheit von Vertretern des Kreises Siegen-Wittgenstein und Mitgliedern des Vereinsvorstands des Aktiven Museums skizzierte Mues in einer kurzen Rede zunächst die Konzeption und Vorgeschichte des Museums, das an der Stelle steht, wo sich einst die Siegener Synagoge befand.

Um an das dunkle Kapitel der NS-Zeit in der Siegener Stadtgeschichte zu erinnern, hätten einige sehr engagierte Bürgerinnen und Bürger, allen voran Traute Fries und der leider schon 2017 verstorbene Klaus Dietermann, 1992 den Förderverein "Aktives Museum Südwestfalen e.V." gegründet. 1996 erfolgte die Eröffnung des Museums, das eng mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit kooperiert, ebenso wie bei Veranstaltungen mit der Stadt Siegen.

Der Bürgermeister nahm auch Stellung zu der bereits seit zwei Jahren geplanten Erweiterung des Museums. So soll im ersten Stock ein Seminarraum und mehr Ausstellungsfläche entstehen, um Raum für Wechselausstellungen zu gewinnen, ohne die Dauerausstellung immer wieder abbauen zu müssen.

Für die Bauarbeiten sind Kosten in Höhe von rund 690.000 Euro veranschlagt, die durch Mittel der Landesförderung (rund 420.000 Euro), aus dem Projekt "Rund um den Siegberg" und seitens des Kreises Siegen-Wittgenstein gedeckt werden.

Mues: „Leider hat sich die Erweiterung verzögert, weil es in manchen Gewerken entweder gar keine Angebote gab oder aber viel zu teure.“ Nach erfolgreicher Vergabe der letzten Gewerke können die Arbeiten nun aber im September beginnen. Er machte deutlich, dass dieses Projekt unabhängig von der Erweiterung des Siegerland-Museums im Oberen Schloss umgesetzt wird. „Das sind zwei eigene Projekte, die wir hier in Siegen umsetzen wollen, die aber beide zur weiteren Stärkung der Museumslandschaft beitragen“, so Mues.

Traute Fries vom Leitungsteam des Aktiven Museums gab ihrerseits zunächst einen ausführlicheren Rückblick auf die Gründung der Gedenkstätte und die inzwischen über 23 Jahre währende ehrenamtliche Arbeit des außerschulischen Lernorts. Im ersten Halbjahr Jahr 2019 haben so bereits 60 Gruppen, überwiegend Schulklassen, das Museum besucht oder am "Alternativen Stadtrundgang" teilgenommen.

Fachkundig führte Traute Fries durch das Museum, berichtete vom Bau der Siegener Synagoge 1903 und ihrer Zerstörung am 10. November 1938. Dabei wies sie auf die überregionale Bedeutung der Fotoserie der brennenden Synagoge von Erich Koch hin.

Der Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein hat dem AMS und auch der Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz die Nutzung dieser eindrücklichen Bilddokumente gestattet. Mit den Biografien einzelner Opfer wurde an den NS-Terror erinnert.

Auch einen Blick in die Zukunft gab es: Die bisher ausschließlich ehrenamtliche Arbeit des Vereins soll zukünftig durch eine hauptamtliche wissenschaftliche bzw. pädagogische Stelle verstärkt werden, zumal neben der Erweiterung die Neukonzeption der Dauerausstellung ansteht.

Staatssekretär Kaiser und Dr. Wupper-Tewes sicherten den Siegenern ihre Unterstützung auf diesem Weg zu; die Landeszentrale für Politische Bildung hat in der Vergangenheit bereits unter anderem das im Jahr 2015 ins Netz gestellte virtuelle Gedenkbuch ermöglicht.

Kontakt: Stadt Siegen ⋅ Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Sabine Schutz ⋅ Telefon-Nr. (0271) 404-1256

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