UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Richtfest für neue Anlage zur Klärschlammtrocknung

[12.03.2019] Im vergangenen Sommer erfolgte der erste Spatenstich, heute (Dienstag, 12. März) feierte der Entsorgungsbetrieb der Stadt Siegen (ESi) Richtfest für die neue Klärschlamm-Trocknungsanlage. Der Probebetrieb der hochmodernen Anlage soll noch in diesem Jahr starten.

Zum Richtfest und ersten Blick auf den Rohbau hatte ESi als Bauherr im Rahmen eines Pressetermins die beteiligten Firmen sowie Vertreter der Stadt Siegen, des Betriebsausschusses und der Kommunalpolitik auf das Betriebsgelände im Goldammerweg in Siegen-Dreisbach eingeladen. Mit der Errichtung der Halle, die das technische Bauteil umschließt, wurde die Firma Hundhausen aus Siegen beauftragt. „Eine aktuelle Aufgabe, die der ESi gerade löst, ist die aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht immer problematischere und kostenintensivere Entsorgung des Klärschlamms in der bisherigen Form. Deshalb investiert der ESi zurzeit kräftig in den Neubau einer hochmodernen Trocknungsanlage für Klärschlamm und ist damit Vorreiter“, begrüßte Bürgermeister Steffen Mues die Anwesenden. Die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten habe zu dem zügigen Bauablauf und Baufortschritt beigetragen.

Die Maßnahme wurde europaweit ausgeschrieben. Neben der Firma Hundhausen ist als weiteres Unternehmen aus der Region die Firma Sülzle-Klein (Maschinentechnik) aus Niederfischbach beteiligt. Die Elektrotechnik verbaut das Unternehmen BN Automation aus dem thüringischen Ilmenau. Das Blockheizkraftwerk, welches die Energie für die Trocknung liefern wird, baut das Unternehmen OSMO aus Georgsmarienhütte. Für die Planung verantwortlich ist die IGT-Ingenieurgesellschaft Dr. Tomalla mbH, Kreuztal, und die RPI GmbH aus Netphen.

Das Richtfest bot den Gästen Gelegenheit, einen ersten Eindruck von der Anlage zu gewinnen und Informationen über den Baufortschritt aus erster Hand zu erhalten. Gleichzeitig können die Bauarbeiten am neuen Medienkanal besichtigt werden, der momentan auf dem Betriebsgelände entsteht. Der Medienkanal hat den Zweck, sämtliche Kabel und Versorgungsleitungen zu bündeln. Außerdem stellt er die Verbindung zwischen dem Betriebsgebäude der Kläranlage und der Klärschlammtrocknung her.

Bei der Klärschlammtrocknung geht es als nächstes mit dem Einbau der Maschinentechnik weiter. Insgesamt sind für das Projekt rund 10 Millionen Euro veranschlagt.

"Abwassergebühren seit 20 Jahren nicht erhöht"

Hintergrund der umfangreichen Baumaßnahmen ist die aus wirtschaftlicher Sicht zunehmend problematische Entsorgung des Klärschlamms in bisheriger Form. Früher wurde der Klärschlamm überwiegend auf der Deponie entsorgt, in der Landwirtschaft bzw. im Landschaftsbau verwendet oder in Kraftwerken verbrannt. Diese Formen der Entsorgung sind aufgrund gestiegener Umweltauflagen vielfach nicht mehr gegeben. Fehlende Lagermöglichkeiten und die hohen Auslastungen der Verbrennungsanlagen führen zu stark steigenden Entsorgungspreisen. „Trotzdem wurden die Abwassergebühren in der Stadt Siegen seit 20 Jahren nicht mehr erhöht und sind deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Die neue Anlage des ESi ist zentraler Bestandteil dabei, diese Position zukünftig und trotz Ausstieg aus der Kohleenergie beizubehalten“, erklärte Bürgermeister Steffen Mues.

Neben diesen wirtschaftlichen Gründen wird durch die neue Anlage ein weiteres Ziel erreicht - Klärschlamm und insbesondere das darin gebundene Wasser nicht mehr kilometerweit über die Straße zur Verbrennungsanlage nach Werdohl-Elverlingsen zu fahren. Betrachtet man nur die Siegener Schlammmenge von jährlich 8.500 Tonnen, so wird das Straßennetz künftig um rund 300 Sattelzugladungen entlastet. Ein ökologischer und gesellschaftlicher Nutzen, der sich nur schwer in Geld ausdrücken lässt.

Die Klärschlammtrocknung bildet zudem die Grundlage, zukünftigen rechtlichen und technischen Entwicklungen folgen zu können. Insbesondere ist die Rückgewinnung von Phosphor vorstellbar. Die Anlage wird zunächst auf 14.000 Tonnen pro Jahr ausgelegt sein, sodass auch Klärschlamm von anderen Kläranlagen aus der Region verarbeitet werden kann. Die Vermarktung wird von der ESi GmbH übernommen.

Kontakt: Stadt Siegen ⋅ Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Sabine Schutz ⋅ Telefon-Nr. (0271) 404-1256

Diese Website benutzt Cookies
Wir benutzen Cookies, um unsere Website stetig zu verbessern. Wenn Sie ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen auf unserer Seite weitersurfen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.
x