UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

"Frühe Hilfen" für Siegener Familien aufgestockt

[12.01.2022] Die Pandemie belastet Eltern und Kinder in besonderer Weise - um Familien in Siegen bestmöglich zu unterstützen, wurden die Fördermittel für die "Frühen Hilfen" fast verdoppelt. Auch die Fördergelder aus dem Landesprogramm "kinderstark - NRW schafft Chancen" wurden aufgestockt.

„Unsere zahlreichen städtischen Angebote für Familien werden durch diese Landes- und Bundesmittel unterstützt. Das Wichtigste ist, dass die Angebote niederschwellig sind, das heißt, sie setzen dort an, wo und sobald sie von Familien benötigt werden“, erklärte Bürgermeister Steffen Mues gestern (Dienstag, 11. Januar) bei einem Pressegespräch im Ratssaal - beispielsweise, wenn sich Eltern nach der Geburt ihres Kindes unsicher, überfordert oder allein fühlen.

„Angebote müssen zu den Bedürfnissen der Familien passen und ineinander greifen. Als Beispiele dienen unsere im letzten Jahr eingeführten ‚Lotsendienste‘ in Kinderarztpraxen, die Weiterentwicklung des kommunalen Familienbüros und den Ausbau aufsuchender Angebote im Sozialraum Geisweid“, so Mues.

Wie Eltern und Kinder in ihrem Alltag unterstützt werden, stellten im Anschluss Susanne Wüst-Dahlhausen, Leiterin des städtischen Familienbüros, Angelika Bohn von der Sozial-, Jugendhilfe- und Bildungsplanung, sowie Birgit Schmidt aus der Servicestelle "Willkommen im Leben" vor, die unter anderem im Rahmen eines neuen Projekts als „Lotsin“ in einer Siegener Kinderarztpraxis arbeitet. „Als ‚Lotsin‘ berate ich und schaue, welche Unterstützung Eltern benötigen und vermittle dann entsprechend“, erklärte Birgit Schmidt. Je nach Bedarf „lotsen“ und begleiten sie und eine weitere städtische Mitarbeiterin Eltern dann in das passende Angebot.

Durch das Aktionsprogramm "Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche" wird der "Topf" der "Frühen Hilfen" in diesem Jahr von 58.420 Euro auf 101.429 Euro fast verdoppelt. Dabei sind die "Frühen Hilfen" als erster Baustein in der so genannten "kommunalen Präventionskette" angelegt. Zu den Inhalten gehören der Aufbau von Netzwerken, der Einsatz von gesundheitsorientierter Familienbegleitung (etwa durch "Familienhebammen") oder Projekte wie die "Willkommensbesuche", die in enger Kooperation mit der DRK-Kinderklinik und dem Kinderschutzbund Kreisverband Siegen-Wittgenstein durchgeführt werden. „Wir arbeiten als städtische Jugendhilfe eng mit Kinderärzten, Hebammen und weiteren zusammen und haben ein Netzwerk ,Frühe Hilfen‘ geknüpft, in dem alle Akteure beteiligt sind“, erklärte Susanne Wüst-Dahlhausen.

Coronabedingt konnten die "Willkommensbesuche" in 2020 und 2021 zeitweise nur eingeschränkt stattfinden und wurden durch kreative Zugangsmöglichkeiten wie Haustürkontakte, Spaziergänge mit Eltern oder Video- und Telefonberatungen ersetzt. Insgesamt erfolgten bis heute seit September 2008 rund 13.500 Besuche, damit werden rund 85 Prozent aller Familien mit Neugeborenen oder neu zugezogenen Familien mit Kindern unter drei Jahren erreicht. Aktuell dürfen die "Willkommensbesuche" wieder stattfinden, informierte Birgit Schmidt.

Für Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt ist als zweiter Baustein das Programm "kinderstark - NRW schafft Chancen" angelegt. Die Stadt Siegen wird 2022 rund 77.411 Euro an Fördergeldern erhalten, die unter anderem zur Finanzierung des neuen Lotsendienstes genutzt werden. Außerdem plant die Stadt in diesem Jahr auf dem Lindenberg im "Zinzendorfhaus" eine zentrale Anlaufstelle für Familien zu schaffen, eingebunden in das Gesamtkonzept eines Stadtteilzentrums. Eine Fachkraft für Frühe Hilfen wird hier unter anderem Angebote für (werdende) Eltern entwickeln.

In Geisweid konnte bereits in 2021 mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Landesprogramm "kinderstark NRW" in der Hüttenstraße 16c, in direkter Nachbarschaft zum Kinder- und Jugendtreff, eine Anlaufstelle eingerichtet werden. Hier ist eine Mitarbeiterin des Familienbüros vor Ort erreichbar und entwickelt mit Familien gemeinsam Angebote, die die Bedarfe abdecken. Außerdem sucht sie auch Familien zuhause auf, um intensive Beratung und Unterstützung anzubieten, wo es erforderlich ist.

Weitergehende Informationen finden sich im Familien-Portal der Universitätsstadt Siegen unter www.familie-siegen.de.

Pressekontakt: Stadt Siegen ⋅ Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Sabine Schutz ⋅ Telefon-Nr. (0271) 404-1256

Diese Website benutzt Cookies
Wir benutzen Cookies, um unsere Website stetig zu verbessern. Wenn Sie ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen auf unserer Seite weitersurfen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.
x