UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Befragung 'Wohnen im Alter': Ältere bleiben Wohnung und Stadtteil treu

[16.04.2021] Wie sieht altersgerechter Wohnraum in der Universitätsstadt Siegen aus? Der Großteil der Siegener Bürgerinnen und Bürger möchte auch im Alter selbstbestimmt in der vertrauten Wohnung und im eigenen Stadtteil weiterleben. Um Barrieren zu reduzieren, sind hierzu oft bauliche Maßnahmen in Häusern und Wohnungen notwendig.

Zu diesem Ergebnis kommt die Bürgerbefragung "Wohnen im Alter", die die Stadt Siegen zwischen dem 7. Dezember 2020 und dem 3. Januar 2021 durchgeführt hat. Die städtische Arbeitsgruppe Stadtentwicklung hat die Umfrage nun ausgewertet.

Neben 1.000 zufällig ausgewählten Haushalten, die Anfang Dezember per Post angeschrieben wurden, bestand für alle übrigen Siegenerinnen und Siegener der Zielgruppe "50plus" die Möglichkeit, online teilzunehmen. Stadtbaurat Henrik Schumann bedankte sich bei den mehr als 522 Menschen aus Siegen, die die Befragungsbögen ausgefüllt haben: "Nur wenn verlässliche Informationen über die aktuelle Wohnsituation und die zukünftigen Wohnwünsche vorliegen, kann der Wohnungsmarkt bedarfsgerecht entwickelt werden."

Mehr als 43.000 Siegener Bürgerinnen und Bürger sind bereits heute 50 Jahre oder älter - bei steigender Tendenz aufgrund des demografischen Wandels. Dazu gehört nicht nur die Zahl an benötigten Wohnungen und Häusern, sondern auch Wünsche und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger an Wohnformen, Ausstattungen, Serviceangebote und Lagequalitäten zu überprüfen und bei weiteren Fachplanungen zu berücksichtigen.

Trotz der vergleichsweise kleinen Zahl an Teilnehmenden lassen sich aus den Ergebnissen Empfehlungen für die handelnden Akteure im Siegener Wohnungsmarkt ableiten. Als sehr wichtig sind in diesem Zusammenhang unterstützende Initiativen von privater und öffentlicher Seite, beispielhaft genannt die "Regiestelle Leben im Alter" der Stadt Siegen, der Verein ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein oder auch die Wohnberatung Siegen-Wittgenstein. Unterstützende Dienstleistungen werden ebenfalls von vielen Menschen als Möglichkeit angesehen, an ihrem Wohnort und in ihrer Wohnung zu verbleiben.

"Die bestehenden Serviceleistungen werden in den nächsten Jahren sicherlich noch deutlich ausgebaut werden können und müssen", so Thomas Daschke von der Arbeitsgruppe Stadtentwicklung. Allerdings gibt es auch eine nicht unerhebliche Anzahl an Personen, die noch im Laufe der nächsten Jahre umziehen möchten. "Da sowohl an den Wohnort als auch an die Wohnung unterschiedliche Anforderungen gestellt werden, sollte bedarfsgerechter, das heißt, barrierearmer Wohnraum nicht nur in bevölkerungsstarken Stadtteilen wie Siegen-Mitte und Weidenau geschaffen werden, sondern auch in den eher ländlicheren Stadtteilen."

Im Falle eines Umzugs in eine andere Wohnung wünscht sich der Großteil der Teilnehmenden eine Drei-Zimmerwohnung mit 60 bis 89 Quadratmeter Wohnfläche. Außerdem sollen die monatlichen Wohnkosten unter 600 Euro liegen. Die Wohnung sollte ein barrierearmes Badezimmer, ausreichend breite Türen und einen stufenlosen Wohnungszugang aufweisen. Zusätzlich wären ein Stellplatz, eine Terrasse oder ähnliches sowie ein Garten wünschenswert.

Die Ergebnisse der Umfrage im Detail

Die Wohnform, die die Befragten bei einer zukünftigen Wohnungssuche am ehesten berücksichtigen würden, ist das barrierearme Wohnen ohne Serviceleistungen, gefolgt vom barrierearmen Wohnen mit Serviceleistungen. Hier leben die Bewohnerinnen und Bewohner in ihren eigenen vier Wänden, werden aber bei Bedarf durch diverse Serviceangebote unterstützt.

Das innovative Mehrgenerationenwohnen, bei dem Jung und Alt zwar räumlich getrennt voneinander wohnen, aber sich gegenseitig im Alltag unterstützen können, ist eine Wohnform, in der sich jeder dritte Befragte sein zukünftiges Leben vorstellen kann. Klassische, auf Senioren ausgerichtete Wohnformen wie Alten- und Pflegeheime werden zwar auch nachgefragt, jedoch nur vereinzelt.

Da im Alter die Mobilität zurückgeht oder erschwert wird, sind kurze Erreichbarkeiten zu Ärzten und Versorgungseinrichtungen sowie eine gute ÖPNV-Anbindung notwendig, um das selbstständige Leben gewährleisten zu können. In der Umfrage werden die vorgegebenen Wohnortsmerkmale fast ausnahmslos mit (sehr) wichtig bewertet.

Des Weiteren ergab die Umfrage, dass in Siegen eine große Heimatverbundenheit herrscht und ein Großteil der Menschen nicht umziehen möchte und wenn doch, dann am liebsten im gleichen Stadtteil bleiben will. Daher sollten auch die ländlichen Stadtteile gut erschlossen und nahversorgt sein. Außerdem deuten die Ergebnisse darauf hin, dass altengerechte Wohnformen auch im ländlichen Raum nachgefragt werden.

Schließlich wünschen sich die Befragten flächendeckende Dienstleistungen und Serviceangebote, damit ein Verbleib in den eigenen vier Wänden erleichtert wird. Zusätzlich würde der barrierereduzierende Umbau der eigenen Wohnung dazu beitragen, dass die Wohnwünsche von einem Großteil der Siegener Bevölkerung über 50 Jahren erfüllt werden können.

Die Ergebnisse der Umfrage können hier eingesehen werden ...

Pressekontakt: Stadt Siegen ⋅ Referat für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Sabine Schutz ⋅ Telefon-Nr. (0271) 404-1220

Diese Website benutzt Cookies
Wir benutzen Cookies, um unsere Website stetig zu verbessern. Wenn Sie ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen auf unserer Seite weitersurfen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.
x