UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Alt-Bürgermeisterin Hilde Fiedler würde Sonntag 100 Jahre alt

[31.10.2019] Hildegard "Hilde" Fiedler, ehemalige Bürgermeisterin der Stadt Siegen von 1989 bis 1994, wäre am kommenden Sonntag, 3. November, 100 Jahre alt geworden.

Als die "First Lady" im Januar 2011 mit 91 Jahren verstarb, war sie vielfach ausgezeichnet und hoch geehrt, unter anderem mit dem Ehrensiegel der Stadt Siegen (1987) und mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1998). Von 1983 bis 1987 war Hilde Fiedler stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt.

Über Jahrzehnte war sie in der Siegener Kommunalpolitik engagiert. Bürgermeister Steffen Mues erinnert an sie: „Ihr weitreichendes gesellschaftliches wie politisches Engagement bleibt beispielhaft und auch für die nachfolgenden Generationen vorbildlich.“

So habe sie schon früh die Bedeutung der Universität Siegen für die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Siegen erkannt, sagte Mues. „In zahlreichen Ausschüssen, insbesondere im Kulturausschuss, hat sie wertvolle Arbeit geleistet, mit der sie ihrer Zeit oft voraus war.“

Für ihre beispielhafte Lebensleistung wurde sie schon am 26. Juni 1981 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, zu dem Zeitpunkt hatte sie sich bereits 20 Jahre im Rat der Stadt engagiert und in zahlreichen Ausschüssen wichtige Impulse gesetzt.

Ihre Tatkraft und Bürgernähe zeichneten sie aus in einer Zeit, in der weibliche Ratsmitglieder noch in der (schweigenden) Minderheit waren. Kunst und Kultur gehörten zu ihren "Lebensthemen", sie setzte sich für bessere Bildungsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger ein, gab vielen Frauen eine Stimme.

Geboren wurde Hilde Fiedler am 3. November 1919 in Düsseldorf. Sie erlebte harte Zeiten, Inflation, nationalsozialistische Machtübernahme, den Beginn des Zweiten Weltkriegs. 1943 wurde die Familie ausgebombt, über Umwege gelangte sie nach Siegen.

Es folgten kaufmännische Tätigkeiten, Hilde Fiedler übersetzte im Büro der belgischen Garnison. Sie setzte sich für die deutsch-belgische Völkerverständigung ein. Ihre kommunalpolitische Karriere begann ab 1961 als Mitglied des Rates der Stadt Siegen. Ihr Sohn Wolfgang Könen ist ebenfalls kommunalpolitisch aktiv, als FDP-Stadtverordneter im Siegener Stadtrat.

Hilde Fiedlers Engagement umfasste viele Bereiche: Sie war unter anderem ehrenamtliche Richterin am Verwaltungsgericht Arnsberg, Mitglied des Vorstands des damaligen Fördervereins Siegerland Theater, Vorsitzendes des Kuratoriums der damaligen Universität-Gesamthochschule Siegen, Mitglied des Beirats für das Siegerlandmuseum.

1962 war sie Mitbegründerin der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF). Große Verdienste erwarb sich Hilde Fiedler in der Kultur- und Heimatpflege, war selbst auch als Kabarettistin mit "spitzer Zunge" aktiv. Sie setzte außerdem wichtige Impulse in der Integration der damaligen Universität-Gesamthochschule Siegen in die Region.

Kontakt: Stadt Siegen ⋅ Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Sabine Schutz ⋅ Telefon-Nr. (0271) 404-1256

Diese Website benutzt Cookies
Wir benutzen Cookies, um unsere Website stetig zu verbessern. Wenn Sie ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen auf unserer Seite weitersurfen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.
x