UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

400. Todestag des Buchdruckers Christopher Corvin

[07.01.2020] In der neuen Ausgabe seines "Klicks in die Vergangenheit" reist das Stadtarchiv Siegen 400 Jahre zurück: Anlässlich des 400. Todesjahres des akademischen Buchdruckers Christoph Corvin (1552 - 1620) erinnert das Stadtarchiv neben der Person an die Bedeutung und Verbreitung des "gedruckten Wortes" in der Grafschaft Nassau.

Zweimal wurde die 1584 von Graf Johann VI. "dem Älteren" zu Nassau (1536 - 1606) gegründete Hohe Schule von Herborn nach Siegen verlegt.

Die universitätsähnliche "Academia Nassauensis" mit ihren vier Fakultäten und angeschlossenem Pädagogium ließ sich von 1594 bis 1599 und nochmals von 1606 bis 1609 in den Räumlichkeiten des ehemaligen Siegener Franziskanerklosters nieder. Dadurch wurde die universitäre Tradition Siegens begründet. Den ersten Umzug nach Siegen machte auch Christoph Corvin mit.

Seine Ende des 16. Jahrhunderts in Siegen hergestellten Bücher auch internationaler Gelehrter dienten der literarischen Versorgung von Hochschulprofessoren und Studierenden. „Das Gewerbe Corvins war ein Gewinn für die Stadt Siegen mit einer Blütezeit des Bildungs- und Verlagswesens“, erklärt Christian Brachthäuser vom Stadtarchiv Siegen.

Die vorübergehend in Siegen untergebrachte "Universa Schola Nassovia Sigenensis" ("Hohe Schule Nassaus in Siegen") mit dem Staatsrechtler und Juristen Johannes Althusius an ihrer Spitze sorgte für einen pulsierenden akademischen Betrieb innerhalb der Stadtmauern. In der Bildungsstätte wurden die von reformierten Theologen und Philosophen angestoßenen Bildungsreformen konsequent weitergeführt.

Der 1620 verstorbene und in Herborn beigesetzte Buchdrucker Corvin veröffentlichte insgesamt rund 1.000 Schriften. Auch wenn die Anzahl der in Siegen produzierten und verlegten Drucke (rund 50 Titel) vergleichsweise niedrig erscheint, dokumentieren die Publikationen dennoch die Bedeutung Siegens als Hochschulstandort in der Frühen Neuzeit. „Zu den in Siegen gedruckten Werken gehören theologische Schriften, der Heidelberger Katechismus, Dissertationen, juristische Streitschriften oder medizinische Abhandlungen“, so Brachthäuser.

Ausgewählte Informationen über Christoph Corvin sowie dessen Autoren und Bedeutung für die Hohe Schule Herborn sind als PDF-Dokumentation ab sofort auf der Seite des Stadtarchivs zugänglich. Parallel findet noch bis Ende April eine Vitrinen-Präsentation im Lesesaal des Stadtarchivs Siegen statt (3. Etage KrönchenCenter). Gezeigt werden unter anderem ein bislang unveröffentlichtes Autograph, eine landesherrliche Urkunde aus dem Jahr 1608, historische Hintergründe über das reformierte Bildungswesen und selbstverständlich auch seltene Originaldrucke Corvins aus Archivbeständen. Der Eintritt ist frei.

Kontakt: Stadt Siegen ⋅ Referat für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Sabine Schutz ⋅ Telefon-Nr. (0271) 404-1220

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