UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

2. Siegener Urban Art Festival "Alles am Fluss" zu Ende gegangen

[23.09.2022] Zum zweiten Mal nach 2020 hatte KulturSiegen für den Zeitraum von Juni bis September Künstlerinnen und Künstler aus Siegen und ganz Südwestfalen eingeladen, für den Außenbereich der Stadt Projektideen zu entwickeln und im Rahmen eines Festivals zu präsentieren.

Gedanklicher und geografischer Roter Faden war der Lauf der Sieg. "Alles am Fluss!" lautete das passende Motto für insgesamt zwanzig höchst unterschiedliche Kunstaktionen, die von nicht weniger als 9 verschiedenen Künstlergruppen und 7 einzelnen Künstlerinnen und Künstlern realisiert wurden.

An insgesamt 14 verschiedenen Orten, die allesamt maximal einen Steinwurf vom Flussufer entfernt lagen, griffen die Künstlerinnen und Künstler ebenso originell wie professionell in den öffentlichen Raum ein und machten "Un-Orte" zu Kunst- und Erlebnisorten, oftmals unerwartet für das gezielt oder zufällig vorbeikommende Publikum, das insbesondere bei den Aktionen der Siegener Gruppe 3/55 am Parkplatz unter der HTS an der Bismarckstraße, am Radweg unterhalb des Parkhauses Reichwalds Ecke und (gemeinsam mit Künstlerinnen aus dem Märkischen Kreis) am Parkplatz Radweg Heeserstraße die Kunst auch im Vorbeiradeln auf sich wirken lassen konnte. An letztgenannter Stelle sind auch Geocaches verortet, die der Verein Spielkultur Siegen in Kooperation mit der Gruppe 3/55 und der Jugendkunstschule Siegen-Wittgenstein in Zusammenhang mit einem "Monster-Workshop" ins Leben rief.

Beteiligt waren auch Studierende der Siegener Universität aus den Seminaren von Prof. Johanna Schwarz und Samuel Treindl, die in der Nähe des Alten Brauhauses und im Urban Garden im Quartier Hammerhütte Plakat-Kunst an HTS-Pfeilern bzw. in Form temporärer Möbel-Assemblagen unter freiem Himmel präsentierten. Im Urban Garden wurde auch die geometrische Holzplastik "Treppe am Fluss" von Martin Steiner gezeigt, die aktuell noch in Deuz am Zusammenfluss von Sieg und Werthe zu sehen ist.

Ein wichtiger Schauplatz war (und ist) auch der Innenhof der alten Pelzfabrik am Effertsufer, wo Kai-Uwe Körner sein auf interkulturellen Begegnungen basierendes Fotoprojekt "Augen der Welt" an die Wand brachte. Der Siegener Kunstverein lud zu einer spannenden Folge von Ausstellungen und Veranstaltungen unter die Rampe der Zufahrt zum City Galerie-Parkhaus, wo die Pfeiler der HTS als Reminiszenz an Bauten der Antike zum "Holy Temple of Siegen", entworfen von raumlaborberlin, umfunktioniert wurden. Der Künstler Ingo Schultze-Schnabel platzierte eine Bildfolge von zehn, jeweils zwei Meter hohen Tafeln, als "Siegwelle" entlang der Straße Siegufer in Farben, die sich in der Uferbepflanzung aufzulösen schienen.

Die IT-affine Künstlergruppe des Hackspace Siegen nutzte gemeinsam mit Chaos Consulting aus Iserlohn den beleuchteten Wellengang der nach den Regenfällen der letzten Wochen wieder schneller fließenden Sieg als künstlerisches Element ihres "Sieg-Reflex", bei dem die Unterseite der Oberstadtbrücke zur Projektionsfläche wurde.

Während die meisten künstlerischen Gestaltungen nur vorübergehend zu sehen waren oder in diesen Tagen wieder verschwinden, bleiben fünf Beiträge in unterschiedlicher Form erhalten, in erster Linie ist hier die backsteinrote Fassadengestaltung an der Lagerhalle Effertsufer 103 unter dem Titel "Hammerhütten-Jam" zu nennen, die vom Siegener Verein Stylefiasko gemeinsam mit "Kunst vor Ort e. V." aus Hagen in bester Graffiti-Tradition - flankiert von elektronischen und gerappten Klängen - gestaltet wurde.

Alle Aktionen konnten weitestgehend im Freien vor den Augen der neugierigen Öffentlichkeit realisiert werden. Bei einer Kunstaktion, bei der im Rahmen des Street Art Walk Festivals der BlueBox auf Pizzakartons gemalt wurde, musste der Künstler Kirill Luzin aufgrund strömenden Regens kurzerhand mit Schaulustigen ins Atelier an der Sandstraße umziehen.

Bei einer vom Künstler Olaf neopan Schwanke geführten Fahrradtour von der Bismarckstraße zum Effertsufer wurden nun die kreativen Beiträge entlang der Strecke nochmal gewürdigt. Im Café der DAV-Kletterhalle kamen die Mitwirkenden des Festivals zum Abschluss zusammen und zogen ein insgesamt positives Fazit des spannenden Festivals am Fluss.

Arne Fries, Beigeordneter für Kultur, freut sich, dass das Urban Art Festival als erfolgreiches Format neu aufgelegt werden konnte. „Die Kunst bei „Alles am Fluss“ begegnete den Menschen dort, wo sie sie kaum vermutet hätten. Sie weitete den Blick und schärfte die Wahrnehmung für den Fluss, der unsere Stadt prägt, und die ihn umgebende, oft nur wenig beachtete Zweckbebauung.“

Das Festival "Alles am Fluss" von KulturSiegen wurde mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Sponsoren Sparkasse Siegen und Westenergie realisiert. Die Präsentationen auf dem Gelände der Alten Pelzfabrik erfolgten mit freundlicher Unterstützung der Firma Cerberus Immobilien (Siegen).

Pressekontakt: Stadt Siegen ⋅ Referat für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Sabine Schutz ⋅ Telefon-Nr. (0271) 404-1220

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