UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Erbrechtliche Angelegenheiten und Testamente

Immer häufiger bekommen wir Fragen zu erbrechtlichen Angelegenheiten und Testamenten gestellt. Im Folgenden haben wir hierzu einige Hinweise erläutert:

Ab dem 1. Januar 2012 gibt es das neu eingeführte Zentrale Testamentsregister der Bundesnotarkammer mit Sitz in Berlin. Dort werden seitdem alle erbfolgerelevanten Urkunden ausschließlich registriert.
Jeder Sterbefall der bei einem Standesamt beurkundet wird, wird dort gemeldet. Ein Ziel, das mit der Einführung des Zentralen Testamentsregisters erreicht werden soll, ist die Beschleunigung des Benachrichtigungswesens in Nachlasssachen. Das Testamentsregister erfasst seither zentral alle verwahrten Testamente bzw. alle erbfolgerechtlichen Urkunden.

Vor dem 1. Januar 2012 wurden alle erbfolgerelevanten Urkunden die bei einem Notar bzw. bei einem Amtsgericht verwahrt werden, dem zuständigen Geburts-Standesamt gemeldet. War dies der Fall, bekam das Geburts-Standesamt eine Verwahrnachricht hierüber von diesem Notar oder von diesem Amtsgericht zugesandt. Verstarb der Testator, bekam das Geburts-Standesamt eine Mitteilung über den Sterbefall zum Testamentsverzeichnis vom Sterbe-Standesamt zugesandt, und dieses informierte wiederum den Notar bzw. das Amtsgericht, wo das Testament bzw. die erbfolgerelevante Urkunde hinterlegt war. Das Testament wurde eröffnet.

In der Übergangsphase, die bis Ende 2016 andauerte, befanden sich die Verwahrnachrichten aller Testamente und erbfolgerelevanten Urkunden, die vor dem 1. Januar 2012 errichtet worden zunächst noch in den Standesämtern, bis diese dann endgültig in das Bundeszentralregister nach Berlin überführt wurden.

Alle Verwahrnachrichten des Standesamtes Siegen und auch die der Standesämter des Kreises Siegen-Wittgenstein sind am 31. März 2015 in das Bundeszentralregister in Berlin überführt worden und liegen seither nicht mehr im Kreisgebiet vor. 

Siehe hierzu: Zentrales Testamentregister (Bundesnotarkammer).

Testamentsverwahrung und -eröffnung, Erbscheinserteilung, Erbausschlagung

Quelle: Amtsgericht Siegen

Das Nachlassgericht regelt sämtliche rechtliche Angelegenheiten nach dem Tod eines Menschen. Zuständig ist das Amtsgericht, in dessen Bezirk der letzte Wohnsitz des Verstorbenen war. Der letzte Wohnsitz ergibt sich aus den Angaben in der Sterbeurkunde.

Die Aufgaben eines Nachlassgerichts sind:

  • Verwahrung von Testamenten,
  • Eröffnung von Testamenten und Erbverträgen,
  • Ernennung und Entlassung eines Testamentsvollstreckers,
  • die Erteilung von Erbscheinen,
  • die Entgegennahme von Erbausschlagungserklärungen,
  • die Bestellung eines Nachlasspflegers,
  • weitere Regelungen, die das Erbe betreffen.

Wollen Sie ein privatschriftliches Testament beim Amtsgericht in amtliche Verwahrung geben, so bringen Sie bitte außer Ihrem gültigem Personalausweis auch Ihre Geburtsurkunde mit. Die Testamentshinterlegung wird beim Zentralen Testamentsregister erfasst. Damit ist gewährleistet, dass im Todesfall das Testament eröffnet wird.

Soll nach dem Tod einer Person ein Testament oder Erbvertrag vom Amtsgericht eröffnet werden, so bringen Sie bitte die Sterbeurkunde der Verstorbenen bzw. des Verstorbenen sowie eine Liste mit allen durch Testament bedachten Erben nebst Postanschrift mit. Bitte tragen Sie in die Liste auch mögliche gesetzliche Erben mit Postanschrift ein. Gesetzliche Erben sind in der Regel neben dem Ehegatten die Verwandten (Kinder, Eltern, Geschwister, Großeltern etc. ). Die Angabe der Adresse ist erforderlich, weil alle Erben, ob sie im Testament bedacht sind oder nicht, von der Testamentseröffnung benachrichtigt werden.

Wollen Sie einen Erbschein beantragen, so sind außer der Sterbeurkunde auch Personenstandsurkunden (Geburts-, Ehe-, Sterbeurkunden, auch in Form des Familienstammbuchs) aller in Betracht kommenden Miterben einschließlich bereits verstorbener Personen z. B. vor der Erblasserin bzw. dem Erblasser verstorbene Ehegatten oder Kinder) vorzulegen, um deren Verwandtschaftsverhältnis zu der verstorbenen Person zu belegen. Auch in diesem Fall müssen alle Miterben mit Postanschriften benannt werden. Außerdem ist es hilfreich, Vollmachten der Miterben vorzulegen, in denen diese ihr Einverständnis mit Ihrem Erbscheinsantrag dokumentieren. Andernfalls müsste das Gericht diese Personen vor der Erteilung des Erbscheins zu dem Antrag schriftlich anhören, was zu einer vermeidbaren zeitlichen Verzögerung führen kann.

Die Nachlassabteilung beim

Amtsgericht Siegen
Berliner Straße 21-22
57072 Siegen

erreichen Sie telefonisch wie folgt:

Telefon: (0271) 3373-0 (Zentrale)
Durchwahl: -416, -496, -287, -418, -417.

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