UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Wespen- und Hornissen-Info

Es ist wieder Sommerzeit und auf dem Gartentisch stehen Obstkuchen, Saft und Eis. Es dauert gar nicht lange und schon sind auch die ersten Wespen da. Einige Gäste schlagen nach den gelb-schwarzen Brummern und erzählen Horrorgeschichten. Immer noch halten viele Menschen Wespen und Hornissen für gefährlich. Und der Irrglaube, drei Hornissenstiche würden einen Menschen und sieben ein Pferd töten, ist kaum aus der Welt zu schaffen. Dabei ist der Umgang mit Wespen im Wesentlichen unproblematisch und ungefährlich und damit eine Bekämpfung unnötig.

Dringend notwendig ist auch heute noch die Aufklärung über diese Tiergruppe. Ein besseres Verständnis über die Wespen und die Anwendung von ein paar Tipps zum richtigen Umgang können es schaffen, dass man in Frieden mit Wespen und Hornissen leben kann.

Die Hornisse und alle anderen Wespenarten, aber auch Ameisen, Bienen und Hummeln gehören zu der größten Insektenordnung, der Gruppe der Hautflügler.

In Mitteleuropa leben fast 500 verschiedene Wespenarten, unter denen es, wie bei den Bienen, staatenbildende, sogenannte "soziale", und einzeln lebende, sogenannte "solitär lebende" Arten gibt.

Von den 500 verschiedenen Arten gehören nur 12 zu denen, die der Laie als typische Wespe erkennt. Von diesen 500 Arten sind es nur zwei, die uns Menschen "lästig" werden können:

  • Deutsche Wespe (Paravespula germanica)

und

  • Gemeine Wespe (Paravespula vulgaris)

Alle anderen Arten vermeiden den Kontakt mit Menschen.

Die Staaten aller sozialen Wespenarten werden im Frühling von der Königin gegründet. Aus einer anfangs nur kleinen, mit den Eiern der Königin belegten Wabe, schlüpfen die Larven, die von der Königin gefüttert werden. Nach dem vierwöchigen Larven- und Puppenstadium entwickeln sich die Arbeiterinnen, die hauptsächlich als Jägerinnen und Ammen fungieren. Zu diesem Zeitpunkt hat die Königin nur noch die Aufgabe durch Eierablage für weiteren Nachwuchs zu sorgen. Die Arbeiterinnen sorgen für den Ausbau des Nestes . Später im Jahr werden größere Wabenzellen für die Aufzucht der neuen Generation der Geschlechtstiere gebaut, die im Spätsommer bis Herbst schlüpfen. Danach sterben die Bewohner des Wespenstaates, mit Ausnahme der zuvor befruchteten Jungköniginnen. Diese überwintern an geschützten Plätzen. Die alten Nester haben nach dem Absterben der Völker ausgedient, sie werden nicht erneut besiedelt.

Unbestritten bleibt jedoch, dass es sich bei den Wespenarten um wehrhafte Lebewesen handelt, deren Stiche Schmerzen verursachen und Schwellungen zur Folge haben können. Es ist aber reine Neugierde und keine Angriffslust, wenn sich uns eine Wespe nähert. Sie setzen ihren Stachel nur zur Verteidigung ein, wenn ihnen eine Situation lebensbedrohlich erscheint. So gilt für Hornissen, wie für alle anderen Wespenarten, dass man von ihnen nicht gestochen wird, solange man sie nicht stört oder verunsichert, wie zum Beispiel durch:

  • Schnelle Handbewegungen,
  • Einfangen und Einengen mit der Hand,
  • langes Verweilen in ihrer Hauptflugrichtung im Umkreis von 4 Metern um das Nest,
  • hektische Bewegungen im Nestbereich,
  • Erschütterungen des Wabenbaus.

Der Stich einer Wespe ist nicht gefährlich. Auch ein Hornissenstich ist nicht gefährlicher als ein Stich einer Biene, es ist einfach nur die größere Menge Gift, die den größeren Schmerz zur Folge hat. Gefährlich sind die Stiche von Wespen, Hornissen und Bienen nur für Menschen, die auf diese Gifte allergisch reagieren oder Stiche, die direkt in die Luftröhre (Erstickungsgefahr) erfolgen. In allen anderen Fällen sind die Stiche harmlos, allerdings immer schmerzhaft.

Grundsätzlich sollte man die Nester dulden, auch die der Hornissen und der "lästig werdenden" Wespen. Kommt man nicht in die Nähe der Nester und stört die Tiere nicht, so stellen sie auch keine Gefahr für ihre Umgebung dar.

Wespen, Hornissen, Bienen und Hummeln sind Bestandteil unserer Umwelt. Sie sind Nützlinge und übernehmen wichtige Aufgaben, wie die Regulierung von Schädlingen und die Jagd von Insekten. Ihre Bekämpfung wäre tragisch, da viele Arten schon unter Naturschutz stehen, wie zum Beispiel die Hornisse, die Biene und die Hummel.

Publikation

Die 20 besten Tipps zum richtigen Umgang mit Wespen hat der Naturschutzbund Deutschland zusammengestellt. Einsehen können Sie die Empfehlungen gleich hier: 

Wespentipps: So gehen Sie mit Wespen richtig um!.

Ansprechpartner

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an die Umweltabteilung der Stadt Siegen:

Dr. Martin Wiedemann.

Quellen und weitere Infos

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