UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Turmfalken in Siegen

Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist der häufigste und bekannteste Falke Europas. Er wird oft rüttelnd oder an Wegen auf Leitungen und Pfosten sitzend gesehen. Typisch für ihn sind der lange schmale Schwanz, der beim Rütteln fächerartig aufgespreizt wird ("Rüttelfalke") und die schmalen Flügel mit einer Spannweite bis zu 80 cm. Der Turmfalke brütet in alten Nestern von Krähen und Elstern oder in steilen Felswänden.

Als Kulturfolger kommen die Falken häufig auch in Städten vor, wo sie an hohen Gebäuden, zum Beispiel Kirchtürmen oder Hochhäusern, nisten. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Mäusen, jedoch fressen sie auch Kleinvögel, Frösche und Insekten.

Turmfalken sind in Siegen regelmäßige Brutvögel und im ganzen Stadtgebiet verbreitet. Zu beobachten sind die Falken zum Beispiel am Oberen Schloss in Siegen, wo sie in 10 m Höhe in einer Schießscharte auf der Nordseite des Gebäudes alljährlich im Frühjahr brüten.

In Zusammenarbeit mit dem RWE, Regionalvervorgung EW Siegerland, konnten erstmals im Februar 1998 an 7 Hochspannungsmasten im Siegener Stadtgebiet Nistkästen für Turmfalken aufgehängt werden. Zum Einsatz kamen 30 mal 30 mal 40 cm große Holzbetonkästen, die mit einer speziellen Halterung versehen an der unteren Traverse der Hochspannungsmasten befestigt wurden.

Bereits im darauffolgenden Jahr kamen durch die Zusammenarbeit mit der Kreisgruppe des Naturschutzbundes Siegen-Wittgenstein (NABU) weitere 12 Turmfalkenkästen hinzu. Drei Kästen hängen an Hochspannungsmasten in den Feldfluren der Gemarkungen Breitenbach und Feuersbach, je zwei Kästen in den Bereichen Oberschelden und Seelbach, fünf Kästen im Bereich Trupbach, drei Kästen in den Bereichen Meiswinkel und Langenholdinghausen, je ein Kasten in Gosenbach, in Geisweid, am Wellersberg und am Fuß des "Monte Schlacko" am Haardter Berg.

Die Kästen werden jedes Jahr im Juni von Mitarbeitern der Abteilung Umwelt darauf kontrolliert, ob sie von Turmfalken besetzt sind oder nicht. Die Anzahl der Jungvögel kann normalerweise nicht ermittelt werden, da die Kontrolle nur vom Boden aus mit dem Fernglas durchgeführt wird.

Seit 1999 waren von den 19 Turmfalkenkästen immer mindestens 10 Kästen besetzt, im Durchschnitt 13,5 Kästen. Das beste Jahr war 2008, als es viele Mäuse gab und in insgesamt 17 Kästen Turmfalken brüteten.

Die jährlichen Kontrollen zeigen, dass die Turmfalken-Nistkästen gut angenommen werden. Manche Kästen sind seit Jahren regelmäßig belegt. So fliegen allein von diesen Kästen in jedem Jahr schätzungsweise 30 bis 50 Jungfalken aus. Darüber hinaus sind noch mehr als ein Dutzend weitere Nistplätze von Turmfalken an Gebäuden im Siegener Stadtgebiet bekannt.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Alpenverein, Sektion Siegerland, konnte im Jahr 2001 am Felsen des Ziegenberges zwischen Achenbacher Straße, Hubertusweg und Diemstraße in der Siegener Innenstadt ein weiterer Turmfalkenkasten platziert werden. Dies gelang mit der tatkräftigen Mithilfe junger Kletterer vom Deutschen Alpenverein, die in luftiger Höhe am Seil hängend mit der Bohrmaschine einen Befestigungshaken am Fels anbrachten und den Kasten mardersicher aufhängten.

Die Kontrollen in den letzten Jahren haben ergeben, dass der Standort wohl doch nicht so attraktiv für Turmfalken ist, wie von der Umweltabteilung erhofft. Lediglich im Jahr 2008 fand die erste und bisher einzige Brut an dieser Felswand statt.

Für weitere Informationen stehen Ihnen folgende Ansprechpartner/-innen der Umweltabteilung zur Verfügung ...

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