UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Amphibienschutz in Siegen

Erdkröten

In jedem Jahr stellen von Anfang März bis Ende April Massenwanderungen von Amphibien den amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutz vor schwierige Aufgaben. Erdkröten, Frösche und Molche verlassen dann ihr Winterquartier und ziehen bei Einbruch der Dunkelheit an Teiche und Tümpel, um sich dort

fortzupflanzen. Beim Überqueren von Straßen werden sie in großer Zahl alljährlich auf ihrem Weg zu den Laichgewässern überfahren. Dies hat in der Vergangenheit oft zur Dezimierung oder gar zum Aussterben lokaler Amphibienbestände geführt. Verkehrsreiche Straßen sind für Amphibien schwer zu überwinden, da sie sich langsam fortbewegen und gerne auf der im Vergleich zur Umgebung wärmeren Straße verharren, um sich dort aufzuwärmen.

Um dies zu verhindern, organisiert die Stadt Siegen sowie ehrenamtliche Helfer an folgenden Straßenabschnitten in Siegen Maßnahmen zum Schutz der Amphibien:

  • Straßen um das Naturfreibad Eiserfeld,

  • Trupbacher Straße in Trupbach im Bereich Hannesmännchen,
  • Bereich um das Ehrenmal am Denkmalsweg, Gosenbach,
  • Oberschelder Straße am Ortsausgang Gosenbach Fahrtrichtung Oberschelden, 
  • Leimbachstraße in Höhe der Gewerbegebiete Martinshardt und Leimbachtal

 

Für alle Bereiche werden noch ehrenamtliche Helfer gesucht. Interessenten wenden sich bitte an die Ansprechpartner der Umweltabteilung.

Folgende Maßnahmen werden zum Schutz der Amphibien getroffen:

Amphibienleiteinrichtung Leimbachtal

Im Frühjahr 2011 wurde eine  ca. 400 Meter lange Amphibienleiteinrichtung an der Leimbachstraße in Höhe des geplanten Gewerbegebietes durch eine örtliche Baufirma im Auftrag der Stadt Siegen errichtet.

Sie dient dem Ziel, die in jedem Frühjahr in großer Zahl zu ihren Laichgewässern wandernden Kröten und Frösche von einem Überqueren der viel befahrenen Leimbachstraße abzuhalten und so vor einem Überfahren durch Fahrzeuge zu bewahren. Diese Aufgabe hatten bisher Folienzäune übernommen, die jährlich neu aufgebaut werden mussten.

Die Leiteinrichtung dient als Ausgleichsmaßnahme für die geplanten Gewerbegebiete "Oberes Leimbachtal" und "Martinshardt". Sie wird ergänzt durch zwei neue Gewässer, die als Laichbiotope das langfristige Überleben der Amphibien sichern sollen.

Die Betreuung der Amphibienleiteinrichtung und der neuen Laichgewässer wird vom Verein Amphibienschutz-Leimbachtal e. V. übernommen, der sich bereits seit Jahren für den Schutz der Amphibien im Leimbachtal engagiert.

  • Aufbau mobiler Leitzäune
    Entlang der Leitzäune sind Eimer im Boden eingelassen, in die die Tiere fallen, um dann von Helfern auf die andere Straßenseite getragen zu werden. Da die Tiere nachtaktiv sind, erfolgt die Leerung der Eimer in den Abend- und frühen Morgenstunden.
  • Betroffene Straßen: L 907 bei Gosenbach Ortsausgang, Trupbacher Straße, Leimbachstraße
  • Nächtliche Vollsperrung betroffener Straßenabschnitte
    Eine Straßensperrung ist nur dort möglich, wo eine zumutbare Umfahrung gegeben ist und keine verkehrsrechtlichen Bedenken bestehen. Die nächtliche Sperrung erfolgt jeweils zwischen 18.30 Uhr und 6.30 Uhr.
  • Betroffene Straßen: Denkmalsweg in Gosenbach, Am Freibad in Eiserfeld
  • Aufstellen von Hinweisschildern
    Durch die Hinweisschilder "Amphibienwanderung" sollen Autofahrer auf gefährdete Bereiche hingewiesen und zur Reduzierung ihrer Geschwindigkeit veranlasst werden. Mittlerweile ist bekannt, dass viele Amphibien nicht durch das Überfahren mit Autoreifen getötet, sondern durch den unter den Fahrzeugen entstehenden Unterdruck zerrissen werden.
  • Betroffene Straßen: Alle betreuten Standorte (siehe oben) 
  • Errichtung von Amphibientunneln
    Durch quer unter der Straße eingebaute Tunnelröhren können wandernde Amphibien gefahrlos auf die andere Straßenseite gelangen. Sie werden durch mobile Leitzäune zu den Öffnungen der Röhren geleitet.
  • Betroffene Straße: Am Freibad, Eiserfeld

An der Leimbachstraße wurden im letzten Jahr ca. 10.000 Erdkröten gezählt. Die Amphibienleiteinrichtung wird  von ehrenamtlichen Helfern des Vereins "Amphibienschutz Leimbachtal e. V. kontrolliert, ohne die die Betreuung nicht leistbar wäre. In Trupbach wurden von den ehrenamtlichen Helfern insgesamt 600 Stück Erdkröten erfasst und am Ortsausgang Gosenbach ca. 300 Stück. 

Informationen zum Standort Leimbachstraße finden Sie beim Amphibienschutz-Leimbachtal e. V. , St.-Johann-Straße 7, 57072 Siegen, Telefon: (0271) 331407.

Die Abteilung Umwelt bittet die Autofahrer in den genannten Bereichen um vorsichtige Fahrweise. Erhöhte Aufmerksamkeit und reduzierte Geschwindigkeit können somit in den genannten Straßenabschnitten ein Beitrag zum Artenschutz sein.

Für weitere Informationen stehen Ihnen folgende Ansprechpartner/-innen der Umweltabteilung zur Verfügung ...

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