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Ozoninfo

Was ist Ozon?

Ozon ist ein natürlicher Bestandteil der Luft. Über 90 % des Gases befindet sich als schützende Ozonschicht in der oberen Atmosphäre (in 10 bis 50 km Höhe). Sie wirkt als Filter, indem sie den schädlichen UV-Anteil der Sonneneinstrahlung zurückhält, die für das Leben notwendige Licht- und Wärmestrahlung aber durchlässt.

In unserer Umgebung dagegen wirkt Ozon in erhöhten Konzentrationen (Sommersmog) als Reizgas für die Atemwege und schädigend für Pflanzen und Materialien.

Woher kommt das Ozon in den unteren Luftschichten?

Der Großteil des bodennahen Ozons entsteht durch luftchemische Reaktionen der so genannten Vorläuferstoffe bei intensiver Sonneneinstrahlung. Da die Vorläuferstoffe weiträumig vorhanden sind und sich außerdem das in den Ballungsräumen gebildete Ozon verteilt, sind hohe Ozonkonzentrationen dann auch weit entfernt von Emissionszentren zu beobachten.

Die höchsten Ozon-Konzentrationen werden an sonnigen Sommertagen ab dem frühen Nachmittag erreicht. In der Nacht stoppt die Ozonbildung und vorhandenes Ozon kann durch andere Luftschadstoffe abgebaut werden.

Woher kommen die Vorläufer-Schadstoffe?

Etwa die Hälfte der in Deutschland freigesetzten Stickoxide und ein Viertel der Kohlenwasserstoffe stammen vom Straßenverkehr. Aber auch z. B. in Kraftwerken und Industriefeuerungen werden Stickoxide erzeugt. Bei den flüchtigen Kohlenwasserstoffen ist die Lösemittelverwendung, z. B. bei Lackierungen, die bedeutendste Quelle.

Die Luftqualitätsziele für Ozon werden im Sommer regelmäßig verfehlt. Eine weitere Abnahme der Verkehrsemissionen und eine Begrenzung der Emissionen aus Lösemitteln sind daher dringend erforderlich.

Ozonsmog und Ozonloch, wo ist der Unterschied?

Ozon in den oberen Luftschichten ist gut und am Boden schlecht, so lautet der einfache Merksatz. In der Stratosphäre bildet Ozon die schützende Ozonschicht. Allerdings ist die Ozonschicht durch Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) gefährdet. In den unteren Luftschichten bildet sich Ozonsmog aus den Abgasen des Autoverkehr und bei der Anwendung von Lacken und Farben.

Wie wirkt Ozon (Sommersmog) auf die menschliche Gesundheit?

Die wichtigste Wirkung von Ozon: Es reizt die Schleimhäute, die Atemwege und das Lungengewebe. Die Atmung wird behindert.Höhere Ozonkonzentrationen erzeugen Kurzatmigkeit, Schmerzen bei tiefem Einatmen und Hustenreiz. Darüber hinaus sind ein trockener Hals, Mattigkeit, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl möglich.

Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Empfindlichkeit gegenüber Ozon sehr unterschiedlich sein kann. Während einzelne Personen bereits bei niedrigen Ozonkonzentrationen Beeinträchtigungen der Lungenfunktionen zeigen, machen anderen Personen offensichtlich auch höhere Ozonkonzentrationen nichts aus. Leider ist es nicht möglich, von vornherein zu sagen, welche Personen empfindlich reagieren. Es sind aber nicht zwangsläufig Personen, die bereits an Atemwegserkrankungen z. B. Asthma) leiden.

Ab wann ist Ozonsmog schädlich?

Bereits ab 80 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft bekommen einige Menschen ein Kratzen im Hals, Augentränen und leiden unter Kopfschmerzen und abnormer Müdigkeit. Ab 120 Mikrogramm kann Ozon zu inakzeptablen Einbussen der Lungenfunktion bei Kindern und Sportlern führen. Spätestens ab Werten von 180 Mikrogramm verursacht Ozon Entzündungen der Atemwege, fördert allergische Reaktionen und führt zu einer Zunahme von Asthmaanfällen.

Was kann man tun, um sich vor dem Ozonsmog zu schützen?

Jeder sollte bei Ozonsmog intensive körperliche Anstrengungen vermeiden, denn wer sich viel bewegt, braucht mehr Sauerstoff und atmet dadurch mehr des giftigen Luftgemisches ein. So gelangt Ozon tief in die Atemwege. Dies gilt auch für spätere Abendstunden. Gerade auf dem Land können dann die höchsten Ozonwerte auftreten.

Müssen Kinder bei Ozonsmog drinnen bleiben?

Wenn das Wetter am besten ist, müssen Sie Ihren Kindern das Spielen im Freien nicht verbieten. Aber Sie sollten sie auf die Gefahren des Ozonsmogs hinweisen. Regen Sie Spiele an, die nicht mit hohen körperlichen Anstrengungen verbunden sind. Sportunterricht sollte bei Werten, die deutlich über 120 Mikrogramm liegen, nicht mehr stattfinden. Und vermeiden sie vor allem körperliche Daueranstrengungen.

Kann Ozon weitere Umweltschäden verursachen?

Ozon kann auch an empfindlichen Pflanzen Schäden verursachen. Gegenüber Ozon reagieren z. B. Nutzpflanzen wie Hafer, Gerste, Tomate oder Bohne empfindlich, so dass in sonnigen Sommern in Mitteleuropa mit Ertragseinbußen gerechnet werden muss. Ozon und andere ähnlich wirkende Stoffe (Photooxidantien) werden darüber hinaus als Mitverursacher des Waldsterbens angesehen. Ozon ist zudem ein klimawirksames Spurengas.

Was kann der einzelne tun, um die Ozonbelastung zu vermindern?

Jeder kann durch sein Verhalten dazu beitragen, die Freisetzung der Vorläuferstoffe zu vermindern - bei erhöhten Ozonkonzentrationen oder besser noch auf Dauer:

  • öffentliche Verkehrsmittel benutzen.
  • bei Autofahrten: Geschwindigkeit beschränken.
  • Farben/Lacke sowie Reinigungsmittel auf wasser­löslicher Basis verwenden.
  • Energie sparen.

Wo kann man sich über die Ozonkonzentration informieren?

In Nordrhein-Westfalen wird der Ozongehalt der Luft an kontinuierlich an zahlreichen Stationen überwacht. Die nächstgelegene Station befindet am Standort Hilchenbach-Hohenroth. Die dort ermittelten Daten sowie weitere Informationen zum Thema "Luftqualität in Nordhrein-Westfalen" können bei folgenden Stellen abgerufen werden:

Telefonischer Informationsdienst im Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz NRW
Telefon: (0201) 7995-1214

Telefax-Abfrage des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW  zu Werten des Vortages
Telefon: (0201) 7995-1446

Telefonischer Ansagedienst des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (stündliche Aktualisierung)
Telefon: (0201) 19700

WDR-Videotext
Seite 167 (Verhaltenempfehlungen) und Seite 168 (Messwerte)

Die aktuellen Daten zur Luftqualität in Nordrhein-Westfalen erhalten Sie beim Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz NRW.

Bei Ozonkonzentrationen oberhalb von 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft (Einstundenmittel) erfolgt darüber hinaus eine gesonderte Information der Öffentlichkeit - unter anderem im Rahmen von Nachrichtensendungen und bei Verkehrsmeldungen - verbunden mit Verhaltensempfehlungen für empfindliche Personen. Ab 240 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft wird eine allgemeine Warnung herausgegeben.

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