UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Bachufer von Ablagerungen freihalten!

Die wegen des Klimawandels vermehrt auftretenden Starkregenereignisse führen zunehmend dazu, dass die Grenzen der Leistungsfähigkeit der heimischen Bäche und Flüsse erreicht oder überschritten werden. Die katastrophalen Starkregenereignisse in NRW und Rheinland-Pfalz im Juli 2021 zeigen, was passiert, wenn innerhalb kurzer Zeit große Regenmengen in ein Gewässer strömen. Dessen Aufnahmefähigkeit ist dann schnell überschritten und es kommt zu Überflutungen angrenzender Grundstücke, von Wohnhäusern, Straßen und Gewerbebetrieben.

Umso mehr verwundert es, dass immer noch viele Bachanlieger dazu neigen, ihre Gartenabfälle, Gehölz- oder Grasschnitt an Gewässerböschungen abzulagern. Dies kann in zweierlei Hinsicht fatale Folgen haben:

  • Unter den Ablagerungen stirbt die natürliche Ufervegetation ab mit der Folge, dass beim nächsten Hochwasser der Boden ungeschützt ist und leicht abgetragen werden kann. Hierdurch werden die Böschungen instabil und es kommt verstärkt zu Uferabbrüchen, die nur mit hohem Kostenaufwand wieder repariert werden können.
  • Katastrophale Auswirkungen kann dieses Verhalten haben, wenn die Ablagerungen abgeschwemmt werden und als Treibgut bei Hochwasser zu einer Verengung des Abflussprofils führen. Es kann zu Verstopfungen an kleinen Brücken oder Einlaufstellen in verrohrte Bachabschnitte kommen. Innerhalb weniger Minuten können dann die Gewässer über die Ufer treten und angrenzende Straßen und Gebäude und Grundstücke überschwemmen.

Wenn Materialien wie Kompost, Gehölzschnitt oder Brennholz auf dem Grundstück gelagert werden sollen, muss dies in ausreichender Entfernung von den Bachläufen erfolgen. Dabei sollten außerorts 10 m und innerorts mindestens 3 m Abstand zur Böschungsoberkante eingehalten werden. Ein 3 m breiter Uferrandstreifen ist von jeglicher Bebauung freizuhalten. Innerhalb ausgewiesener Überschwemmungsgebiete sind Abfallablagerungen ganz unzulässig. Abfälle sind ordnungsgemäß zu entsorgen, wie z.B. Hausmüll in die Mülltonne, Grünabfälle in die Biotonne oder Bauschutt in Kleinmengen zum Bauschuttrecycling. Verstöße hiergegen können im Übrigen ordnungsrechtlich verfolgt und mit einem Bußgeld geahndet werden.

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