UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Boden des Jahres 2014 - Weinbergboden

Steckbrief:

Nach der deutschen Bodengliederung werden die meisten Weinbergsböden als Rigosole bezeichnet. International gehören sie zu den Aric, auch Regic oder Terric Anthrosolen (WRB).

Kennzeichnend für viele Weinbergsböden ist der wiederholte Tiefumbruch – das Rigolen. Vielfach werden dabei reichlich organischer Dünger und Bodenmaterial, früher auch Hausabfälle, in die Böden eingebracht. Dadurch entsteht eine Bodenmischzone, der typische R-Horizont. Ziel des Rigolens ist die Verbesserung der Wasser-und Nährstoffversorgung der Reben. Die Entstehung von Rigosolen reicht in vielen Anbauregionen bis in Römische Zeiten zurück. Durch intensives Rigolen vor der Neupflanzung von Rebstöcken werden die Böden bis 1 m tief umgegraben und gelockert. Aus dem 17. Jahrhundert sind Rigolarbeiten auf bis zu 3 m Tiefe überliefert. Dies erfolgte früher alle 30 bis 80 Jahre per Hand (Grabenrigolen), heute alle 20 bis 40 Jahre maschinell. Dem Boden wird Dünger beigemengt, grobe Steine werden ausgelesen und Verdichtungen gelockert. In Hanglagen wurden früher auf dem Fels aufsitzende Trockenmauern angelegt, um dem Boden Halt zu geben, der hinter den Mauern aufgefüllt wurde. Die so entstanden Terrassen waren und sind häufig die einzige Möglichkeit, die oft mehr als 35 Grad (70%) geneigten, felsigen Hänge der Steillagen zu bewirtschaften. Die steilsten Hangneigungen können bis zu 75 Grad erreichen.

Weinbergsböden nehmen in Deutschland eine Fläche von 102.000 ha ein, was ca. 0,5% der landwirtschaftlichen Anbaufläche entspricht. Sie verteilen sich auf 13 Anbaugebiete in 9 Bundesländern und sind regional meist auf klimatische Gunsträume beschränkt.

Nicht alle Weinbergsböden sind Rigosole im Sinne der Bodenklassifikation. Der überwiegende Teil der Weinbauflächen ist zwar rigolt worden, in Weinbergen finden sich aber auch natürlich gewachsene Böden.

Aufgrund ihrer typischen Lage an Talhängen, in Tälern und Auen der Flüsse spielen Weinbergsböden eine zentrale Rolle beim Rückhalt von Wasser sowie von Nähr-und Schadstoffen und leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Hochwasser-und Gewässerschutz. Die Böden historischer Weinbergslagen sind als Archiv der Kulturgeschichte besonders schützenswert. Gleiches gilt für das Landschaftsbild terrassierter Rebflächen und den touristischen Erholungscharakter durch die Kombination aus Weinkulturlandschaft und Weinwirtschaft.

Die Rebflächen in Deutschland sind in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Insbesondere Steillagen werden aufgelassen und verbuschen, Terrassen und Mauern verfallen. Flurbereinigungen und Standortmeliorationen gehen oft mit massiven Erdbauarbeiten im Landschaftsmaßstab einher, wobei alte Bodendecken und historische Terrassenanlagen meist vollständig zerstört werden. Zudem sind vor allem Steillagen durch Bodenerosion gefährdet. Traditionell sind Pflanzenschutz und Düngung im Weinbau intensiv. Dies führt zum Teil zu erheblichen Wirkstoffbelastungen der Böden.

Wer kann Auskunft geben?

Wo gibt es Plakate und Faltblätter:

Wo gibt es CD’s zu allen Böden der Jahre 2005 bis 2014:

Einen Flyer und ein Poster zum Thema "Boden des Jahres 2014" (Quelle: "Kuratorium Boden des Jahres, ZALF Müncheberg, Frau Prof. Frielinghaus") können Sie als Download-Dokumente herunterladen:

Flyer "Boden des Jahres 2014"

Poster "Boden des Jahres 2014"

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