UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Wie gut sind Siegener auf Krisen vorbereitet?

[Pressemitteilung der Universität Siegen vom 23. November 2018]

Ein Forscherteam der Universität Siegen beschäftigt sich mit dem Themenfeld Krisen, Kontinuität und Notfallvorsorge. Anhand einer großen Umfrage sollen Erfahrungen mit Krisen wie Strom- und IT-Ausfällen, Großbränden oder Unwettern sowie Eindrücke von der Notbevorratung der Einwohner Siegens gesammelt werden.

Im Normalfall gehen wir hier in der Region davon aus, dass uns Wasser, Strom, Internet, Mobilfunk und Lebensmittel jederzeit zur Verfügung stehen. Was es bedeutet, wenn tagelang kein Wasser aus der Leitung kommt, mussten die Menschen im Littfetal bei Kreuztal kürzlich am eigenen Leib erfahren. Wie gut die Bürgerinnen und Bürger in Siegen auf Situationen wie Stromausfälle oder Extremwetterlagen vorbereitet sind und welche Erfahrungen sie bisher mit solchen Ereignissen gemacht haben, möchte ein Forscherteam der Uni Siegen jetzt mit einer großangelegten Umfrage herausfinden - dazu werden in diesen Tagen zufällig ausgewählte Haushalte angeschrieben. Die Studie ist Teil der Arbeit der interdisziplinären Nachwuchsforschergruppe "KontiKat" an der Fakultät III (Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsrecht) der Universität.

Wie viele Tage kommen die Siegenerinnen und Siegener im Notfall mit ihren privaten Lebensmittelvorräten aus? Sind private Haushalte mit batteriebetriebenen Radios, aufgeladenen powerbanks, Kerzen, Medikamenten usw. ausgestattet? Und bei wem und über welche Wege holen sich die Menschen in Krisensituationen Informationen und Hilfe? Solche und ähnliche Fragen möchten die WissenschaftlerInnen im Rahmen der aktuellen Umfrage klären. "Natürlich kooperieren wir im Rahmen unseres Forschungsprojektes mit Vertretern von Krisenstäben, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Vor allem aber interessiert uns die Perspektive der Bürgerinnen und Bürger", erklärt Projektleiterin Dr. Marén Schorch.

Die Umfrage zur Notbevorratung wird in Kooperation mit der Stadt Siegen durchgeführt. In einem Grußwort appelliert Bürgermeister Steffen Mues an die Siegenerinnen und Siegener, den Fragebogen auszufüllen: "Die Ergebnisse können dazu beitragen, sich gemeinsam besser auf Krisensituationen vorzubereiten und sich im Schadensfall wechselseitig zu unterstützen. Sie helfen daher nicht nur den Forschern, sondern in weiterer Konsequenz auch sich selbst."

Postalisch angeschrieben werden Haushalte im Stadtgebiet Siegen, die zuvor nach einem statistischen Zufallsprinzip ausgewählt wurden. Darüber hinaus können alle Einwohner von Siegen aber auch die digitale Version des Fragebogens (bis Jahresende 2018) online ausfüllen: https://statistik.schule/umfragen/notbevorratung.

Sämtliche Angaben im Rahmen der Umfrage werden streng vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Am Ende der Umfrage wird unter allen Teilnehmer/innen ein Notvorratspaket verlost.

Hintergrund

Das Projekt "KontiKat" (Zivilgesellschaftliche und betriebliche Kontinuität durch soziotechnische Vernetzung in Katastrophenlagen) an der Universität Siegen ist im Sommer 2017 angelaufen und insgesamt auf vier Jahre angelegt. Im Zentrum des Forschungsinteresses der Nachwuchsforschergruppe steht die Frage, wie alltägliche Praktiken, Routinen und Infrastrukturen in Krisensituationen aufrechterhalten werden können bzw. wie man die Bewältigung von Krisen sinnvoll unterstützen könnte. Es wird im Rahmen des Programms "Zivile Sicherheit – Nachwuchsförderung durch interdisziplinären Kompetenzaufbau" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 2,77 Millionen Euro gefördert. Assoziierte Partner sind unter anderem das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), die IHK Siegen, Katastrophenschutzbehörden in Siegen und Frankfurt und verschiedene Unternehmen. Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es im Internet, unter www.kontikat.de.

(Online-)Bevölkerungsumfrage zu Notbevorratung in Siegen

[Quelle: BMBF-Nachwuchsforschergruppe KontiKat: Zivilgesellschaftliche und betriebliche Kontinuität durch sozio-technische Vernetzung in Katastrophenlagen]

Offline. Kein Strom. Kein fließendes Wasser. Dies sind Szenarien, mit denen man sich im Alltag in der Regel eher nicht auseinandersetzt. Wir gehen selbstverständlich davon aus, dass uns Strom, Internet, Mobilfunk, Leitungswasser usw. jederzeit zur Verfügung stehen. Gleichzeitig häufen sich in den letzten Jahren auch in unserer Region Extremereignisse wie Großbrände (Telekom 2013, Gewerbegebiet Schemscheid 2017), Starkregen, Stromausfälle, etc. . Was würde eigentlich passieren, wenn wir längere Zeit von der alltäglichen Versorgung abgeschnitten wären, mehrere Tage keinen Strom, kein Internet, Wasser, offenen Supermarkt usw. zur Verfügung hätten? Wie gut sind wir als Bürgerinnen und Bürger in Siegen-Wittgenstein auf Krisen vorbereitet?

Genau mit diesem Themenfeld beschäftigt sich aktuell die Forschungsgruppe "KontiKat" an der Universität Siegen. Im Fokus stehen hier die Aufrechterhaltung des Alltags und der Infrastrukturen (Kontinuität) bzw. die Wiederherstellung des gesellschaftlichen Lebens nach größeren Schadensereignissen und Krisen. Neben der Kooperation mit Vertretern von Krisenstäben und BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, wie Feuerwehr, Rettungsdienst, THW) ist uns der Einbezug der Zivilbevölkerung sehr wichtig.

Mit Hilfe von Interviews und Umfragen, wie nun auch dem nachstehend verlinkten Fragebogen versuchen wir uns einen Eindruck von Ihrer Perspektive, Ihren Erfahrungen, Problemen und Ihrer individuellen Vorbereitung zu machen.

Zur Online-Umfrage der Stadt Siegen und der Universität Siegen ...

Mittelfristig verfolgen wir das Ziel, Handlungsempfehlungen für die eigene Notfall-Vorsorge speziell für Bewohner in Siegen und Umgebung erstellen zu können, damit Sie für den Notfall besser vorbereitet sind.

Die Umfrage wird in Kooperation mit der Stadt Siegen durchgeführt.

  • Ihre Adresse wurde nach einem statistischen Zufallsprinzip vom Statischen Amt der Stadt Siegen ausgewählt.
     
  • Alle Angaben, die Sie hier im Fragebogen machen, erfolgen anonymisiert, d. h. bitte schreiben Sie nirgends Ihren Namen oder Ihre Adresse auf den Fragebogen.
     
  • Wir werden die Daten entsprechend der aktuellen Richtlinie für den Europäischen Datenschutz vertraulich behandeln und nicht an Dritte weitergeben.
     
  • Bei Interesse an weiteren Informationen zu unserer Forschung, zu den Ergebnissen der Studie oder bei Interesse an einem Austausch mit uns wenden Sie sich bitte separat an die Leiterin der Nachwuchsforschergruppe:
     
    Frau Dr. Marén Schorch
    E-Mail: maren.schorch(at)uni-siegen.de
    Telefon: (0271) 740-2424
     
    Informationen: www.kontikat.de
     
    Förderung: Programm "Zivile Sicherheit - Nachwuchsförderung durch interdisziplinären Kompetenzaufbau" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (2017-2021)
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