UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Die Chronik der Leichtathletik-Abteilung des FC Jahn von 1899 Siegen

Die Titelseite der Chronik vom FC Jahn Siegen von 1899
Der deutsche Marathonmeister Artur Reichmann im Dress der Sportfreunde Siegen

Im Frühjahr 1899 erfolgte die Gründung des Fußballclub (FC) Jahn Siegen als untergeordnete Abteilung des "Turnvereins Jahn von 1879 Siegen". Eine Chronik des Vereins, die den Zeitraum von 1920 bis 1933 umfasst, beleuchtet die Vereinsaktivitäten aus der "Innenperspektive" und zeichnet die Teilnahme Siegener Athleten an überregionalen Sportwettkämpfen nach. Damit stellt sie ein einmaliges sporthistorisches Dokument zur Geschichte der Leichtathletik, aber auch anderer Sportarten wie des Fußballs, in Siegen dar. Wie der handschriftlichen, mit Originalfotografien und zeitgenössischen Presseausschnitten versehenen Chronik zu entnehmen ist, entwickelte sich im Sommer des Jahres 1920 eine Leichtathletik-Abteilung des FC Jahn. Die organisatorischen Anfänge gestalteten sich schwierig: "Die Konkurrenzvereine standen auf ziemlich sportlicher Höhe; die verantwortlichen Persönlichkeiten des F.C. Jahn brachten der neuen Bewegung wenig Verständnis entgegen." Aber "eiserner Wille und helle Begeisterung", wie es in der Zusammenstellung heißt, setzten sich schließlich durch. Langstreckenläufer, Kugelstoßer, Diskuswerfer, Dreikampfathleten und Hochspringer traten dem Verein bei und setzten sportliche Akzente. Die Fußballabteilung des FC Jahn trennte sich 1923 vom Mutterverein TV Jahn und fusionierte mit dem Siegener Sportverein 07 (unter dem Namen "Eintracht" bereits 1907 gegründet) zu einem eigenständigen Club unter der neuen Bezeichnung "Sportfreunde Siegen von 1899 e.V." Auch die Leichtathleten vollzogen diesen Schritt und liefen bei Wettkämpfen fortan im Trikot der "Sportfreunde" auf. Das folgende Jahrzehnt erwies sich aus Sicht der Leichtathletik als außerordentlich erfolgreich. Am 22. August 1926 wurde der Langstreckenläufer Artur Reichmann (1902-1930) aus Unterwilden im Dress der Sportfreunde in Braunschweig in neuer deutscher Rekordzeit (2 Stunden, 41 Minuten, 12 Sekunden) deutscher Marathonmeister. 1928 avancierte der gebürtige Siegener Herbert Böcher (1903-1983), der über die Fußballjugend des FC Jahn zur Leichtathletik gekommen war und 1926/27 Deutscher Meister über 800 Meter wurde, in Amsterdam zum ersten Siegerländer Teilnehmer an den Olympischen Spielen.

Signatur: Stadtarchiv Siegen, Bestand 620, Nr. 27

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