UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Stadt Siegen entwickelt unabhängige "E-Mobility-Plattform" mit

[23.05.2017] Die Universitätsstadt Siegen ist die landesweit erste Kommune, die eine neue, von Betreibern unabhängige Carsharing-Plattform für Elektromobilität entwickelt. Die Stadt und die Universität Siegen planen gemeinsam mit regionalen Unternehmen, Autohäusern und der AWO den Aufbau einer sog. "integrierten Mobilitätsplattform".

Unter dem Titel "Echt!Elektrisch" sollen Bürgerinnen und Bürger, Studierende, Touristen und Unternehmen künftig einen rein elektrischen Fuhrpark als Carsharing-Angebot nutzen können.

„E-Mobility wird eine der technologischen Leitmärkte der Zukunft sein. Das Thema ist zentral für die kommunale Wirtschaftsförderung, wenn es darum geht, Standorte attraktiver und nachhaltiger zu machen“, sagte Dominik Eichbaum, zuständiger Projektleiter bei der städtischen Wirtschaftsförderung.

"Echt!Elektrisch" schafft dabei die Brücke zwischen dem Regionalmarketing Südwestfalens (Alles Echt) und dem Aufbau eines Mobilitätssystems für die gemeinsame Nutzung von Elektromobilität. Die Projektpartner wollen nun eine für die Region erweiterbare Mobilitätsplattform aufbauen, an der sich interessierte Autohäuser und auch Unternehmen selbst beteiligen können.

„Das Innovative an dem Projekt ist, dass sie ihre Fahrzeuge dort selbst zum Sharing anbieten können, so viele sie wollen in Zeiträumen, die sie bestimmen“, sagte Dominik Eichbaum. Die Initiative "Echt!Elektrisch" soll dabei unterstützen, dass Elektromobilität im Alltag der Menschen ankommt.

"Regionale Lösung für elektrische Carsharing-Plattform"

Das Projekt ist aus dem BMBF-Forschungsprojekt REMONET (Regionales E-Mobilitäts-Netzwerk) der Stadt Siegen und Universität Siegen entstanden, das die Wirtschaftsförderung in Kooperation mit der Universität Siegen und den Projektpartnern betreibt.

„Ziel von ‚Echt!Elektrisch‘ ist es, eine echte regionale Lösung für eine elektrische Carsharing-Plattform aufzubauen, die spezielle Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt und lokale Akteure einbindet. Deshalb haben wir neben unseren Projektpartnern INVERS und Toyota Keller auch weitere Partner aus der Wirtschaft frühzeitig eingebunden“, sagte der wissenschaftliche Projektleiter der Uni Siegen, Dr. Jürgen Daub.

Dass die Region für ein Carsharing-Angebot Potenzial habe, verdeutlicht die aktuelle Umweltbewusstseinsstudie des Umweltbundesamtes und eine Umfrage der Gesellschaft für Stadtmarketing (GSS) bei Studierenden. Eine Stadt- und Regionalentwicklung, die das Auto leichter verzichtbar macht, stößt bei 91 Prozent der Befragten auf Akzeptanz, 79 Prozent hielten einen Mobilitätswandel auch in ihrer Gemeinde für wünschenswert. 40 Prozent würden ein neues Carsharingsystem ausprobieren, die es vorher noch nie genutzt haben.

Mitglieder können die "Echt!Elektrisch"-Fahrzeuge künftig über eine spezielle App je nach Bedarf buchen. „Die Mobilitätsplattform wird ein neuer Verein und später ggfls. eine gemeinnützige Gesellschaft betreiben, da wir neben der Veränderung der Mobilitätskultur auch benachteilige und behinderte Menschen in das Projekt einbinden wollen“, so Eichbaum weiter.

Die AWO Siegen-Wittgenstein plant dazu als Projektpartner eine Außenarbeitsgruppe zu gründen, die sich um einfache Dienstleistungen rund um das eigentliche Sharing kümmern wird, wie Shuttle-Services, Reinigung und Fahrzeugpflege.

In der weiteren Entwicklung ermöglicht das System, dass die Angebot des regionalen ÖPNV und anderer Mobilitätsanbietern zu einem intermodalen System gekoppelt werden können. Der Startpunkt der Mobilitätsplattform "Echt!Elektrisch" wird im Industriegebiet Oberes Leimbachtal in Kooperation mit der Firma Thielmann Identica gesetzt.

Zur "4. E-Mobility-Konferenz" am Donnerstag, 29. Juni 2017, wird das System der Öffentlichkeit vorgestellt. Für Interessenten, die sich an dem System beteiligen möchten oder Fragen haben, steht die städtische Wirtschaftsförderung telefonisch unter (0271) 404-2526 oder per E-Mail unter emobility(at)siegen.de zur Verfügung.

Kontakt: Stadt Siegen ⋅ Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Sabine Schutz ⋅ Telefon-Nr. (0271) 404-1256