UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Partnerstadt Ypern (Belgien) (seit 1967)

Die Beziehung zu Ypern ist eng mit der Geschichte Siegens als ehemals belgische Garnisonsstadt verknüpft. Erste Verbindungen entstanden über die 6. Lanciers, ein Panzergrenadier-Regiment, das im Jahre 1946 in Siegen stationiert wurde. Das Verhältnis zwischen den Bürgern Siegens und den Soldaten der belgischen Garnison war von Beginn an durch Verständigung und Achtung geprägt. So entwickelten sich eine Vielzahl von persönlichen Kontakten zu den Soldaten der 6. Lanciers, die schließlich zur Gründung der offiziellen Partnerschaft führten, die am 21. Mai 1967 durch die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde besiegelt wurde. Langjährige intensive Schulpartnerschaften, Partnerschaften zwischen Seniorengruppen sowie Austausche zwischen den verschiedensten Vereinen und Institutionen prägen diese Verbindung und erfüllen sie mit Leben.

Ypern, mit seinen 35.000 Einwohnern, ist eine der ältesten Städte Flanderns. Die mittelalterliche Stadtanlage und die gotische Architektur prägen das Flair der Stadt. Es bedurfte allerdings enormer Anstrengungen und einer Bauzeit von 40 Jahren, um die katastrophalen Folgen des 1. Weltkrieges, in dem die Stadt völlig zerstört wurde, zu beseitigen und Ypern wieder nach den historischen Plänen aufzubauen. Noch heute erinnern 80 Denkmäler und das monumentale Menentor, auf dem die Namen von 55.000 vermissten britischen Soldaten eingemeißelt sind, an das unendliche Leid, das eine halbe Million Menschen das Leben gekostet hat und jene, die auf den Soldatenfriedhöfen rings um Ypern beigesetzt sind. Seit 1928 wird zum Gedenken an die Gefallenen jeden Abend die "Last Post" unter dem Menentor geblasen.

Den Besuchern präsentiert sich Ypern als gastfreundliche Stadt. Höhepunkt des vielfältigen Kultur- und Veranstaltungsprogramms ist ein Fest, das alljährlich am 2. Wochenende im Mai stattfindet und Darbietungen mit historischem Hintergrund präsentiert. Besonders erwähnenswert ist das Katzenfest. Ritterspiele, farbenprächtige Umzüge und musikalische Vorführungen lassen die mittelalterliche Blütezeit Yperns, das im 12. Jahrhundert Zentrum des Tuchhandels war,  lebendig werden. Zur Tradition des Katzenfestes gehört es, dass vom Belfriedturm Katzen auf den Großen Marktplatz geworfen werden. In vergangenen Jahrhunderten sollten - dem Aberglauben nach - durch dieses Ritual böse Geister ausgetrieben werden. Heute sind die Katzen natürlich aus Stoff und gelten als Symbolfigur Yperns.