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16. Dezember 2011:
AUFRUF des Siegener Bündnisses für Demokratie zum "GehDenken"


Am 16. Dezember 1944 erlebte die Stadt Siegen die schrecklichsten Minuten in ihrer Geschichte. Über 50.ooo Bomben wurden abgeworfen und unsere Stadt versank in Schutt und Asche, hunderte Menschen starben im Bombenhagel des Krieges, der seinen Weg zurück nach Deutschland fand, von wo er ausging. Daran erinnern wir Bürgerinnen und Bürger jährlich - mit einem Stillen Gedenken an der Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft am Dicken Turm des Unteren Schlosses, mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Nikolaikirche, mit zahlreichen kulturellen und informativen Veranstaltungen und seit 2008 mit den Aktionen des "Siegener Bündnis für Demokratie".

Aktionen zum "GehDenken" am 16. Dezember 2011


15.00 Uhr
Stilles Gedenken
der Stadt Siegen am "Dicken Turm" Gedenkstätte am Unteren Schloss

15.30 bis 17.30 Uhr
Aktivitäten an den Gedenk-Orten und alternativer Stadtrundgang
Das Siegener Bündnis lädt ein zu einem Stadtrundgang zu den Stätten der Vergangenheit, Orte des Gedenkens und Nachdenkens.

17.30 Uhr
Gemeinsame Versammlung des Siegener Bündnisses und Verlegung eines Stolpersteines
vor dem Haus Pfarrstraße 6, hinter der Nikolaikirche

18.00 Uhr
Ökumenischer Gottesdienst
Nikolaikirche

20.00 Uhr
Vorstellung im Apollo-Theater
Martin-Luther-King-Konzert "Ich habe einen Traum"

16.12.1944 - AUFRUF zum "GehDenken" - 16.12.2011


Unser Gedenken gilt den Opfern der Zerstörung Siegens vor 67 Jahren und den Opfern von Verfolgung und Terror. Im Ergebnis eines verbrecherischen Krieges wurde unsere Stadt zerstört und viele Menschen fanden den Tod. An die Opfer erinnern wir in friedlicher und würdevoller Weise und wenden uns gegen diejenigen, die Gedenktage zu missbrauchen suchen. Unser "GehDenken" bedeutet auch: Sich an die Fehler und Versäumnisse der Vergangenheit zu erinnern. Die Verfolgung und den Mord an Siegenern, die zuvor mit anderen Siegenern in guter Nachbarschaft lebten, nicht zu vergessen."GehDenken" bedeutet auch: Sich an diesem bedeutsamen Tag gegen das Gedankengut zu wenden, das vor fast achtzig Jahren den Weg in die Katastrophe bereitete, und auch heute wieder in manchen Köpfen herumspukt. "GehDenken" bedeutet auch: Sich gegen jede Form von Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung und Demokratiefeindlichkeit zu wehren und damit letztendlich auch terroristischer Gewalt den Nährboden zu entziehen. "GehDenken" bedeutet auch: Sich für die gleiche Würde aller Menschen, die soziale Gerechtigkeit, die Solidarität einzusetzen, den Willen, friedlich miteinander zu leben und unser Gemeinwesen gegen alle Feinde der Demokratie zu verteidigen.

Gedenkorte 2011


15.30 bis 17.30 Uhr
Aktivitäten an den "Gedenk-Orten" und alternativer Stadtrundgang.
Das Siegener Bündnis lädt ein zu einem Stadtrundgang zu den Stätten der Vergangenheit, Orten des Gedenkens und Nachdenkens. Die 14 historischen Orte werden von verschiedensten Gruppen und Schulen betreut, die sich in die Geschichte "ihrer" Station eingearbeitet haben und den Besuchern Informationen geben können. Die Stationen des Stadtrundgangs werden in der Broschüre „Siegen unterm Hakenkreuz“ illustriert und erklärt, die an den Gedenkorten kostenlos erhältlich ist und auch die Grundlage eines selbstständigen Rundganges sein kann.

Der Stadtrundgang startet am städtischen Hallenbad Löhrtor um 15.30 Uhr, 16.00 Uhr und 16.30 Uhr mit fachkundiger Begleitung. Gruppen/Klassen sollten sich unter (0271) 313450 (DGB) anmelden.

Am Bahnhof wurden am 28. April 1941 Siegener Juden in das Vernichtungslager Zamosc deportiert, am 27. Juli 1942 nach Theresienstadt. Antisemitismus/Rassismus (SDS.Agil) 

"Walter Krämer" - Der Siechhausweg war für einige Zeit Heimat des kommunistischen Abgeordneten Walter Krämer, des "Arztes von Buchenwald" - Siegbrücke in Verlängerung zur Bahnhofstraße. (VNN/BDA Siegerland und DKP Siegen) 

"Haus der Arbeit" - Am 2. Mai 1933 überfiel ein SA-Zug das Haus der Arbeit an der Sandstraße - Siegbrücke in Verlängerung zur Bahnhofstraße (DGB Südwestfalen - SPD Siegen) 

"Gestapo, Landgericht und Gefängnis" - waren im Unteren Schloß untergebracht - Zugang zum Hof des Unteren Schlosses (Schülerinnen und Schüler der Realschule am Oberen Schloß) 

In der Morleystraße erinnert heute eine Schautafel an die Siegener Musikerfamilie Busch (Gebrüder Busch Kreis)

"Rassismus damals - Rassismus heute" - Mediathek gegen Rassismus und Diskriminerung - Kölner Straße 11 (Bündnis90/Die Grünen Siegen)

"Kaufhaus Michel Marx" - Das Kaufhaus Michel Marx in der Kölner Straße wurde arisiert, die Inhaber zur Auswanderung gezwungen - Kölner Straße 1
(ZFK) 

"Pfarrer Wilhelm Ochse" - Wilhelm Ochse, Pfarrer der katholischen St. Mariengemeinde wurde 1935 wegen "Heimtücke" zu acht Monaten Haft verurteilt - St. Marienkirche/Löhrstaße (Kirchengemeinde) 

"Synagoge" - Am 10. November 1938 brannten SA-Leute die Siegener Synagoge nieder- Obergraben (Aktives Museum Südwestfalen) 

"In der Hermelsbach und am Silberfuchs (Giersberg) waren Einrichtungen für V2-Stellungen etwa im Wildenburger Land untergebracht“ Städtisches Hallenbad (Die Linke Siegen) 

"Realgymnasium" - 1942 wurden Schüler wegen bündischer Aktivitäten vom Realgymnasium verwiesen. Juden waren vom Unterricht ausgeschlossen - Gymnasium am Löhrtor/Oranienstraße. Vom Projekt der Aktionswoche "Weimar - Buchenwald (Walter Krämer) - Erfurt" werden die Ergebnisse ausgestellt. (Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Löhrtor) 

"Bombardierung Siegens" Am Kornmarkt/Rathaus werden Bilder des zerstörten Siegens nach der Bombardierung und Zeitzeugenberichte gezeigt (Stadt Siegen, Geschäftstelle Interationsrat, Städtekoalition gegen Rassismus) 

"Theodor Noa" - Am Krönchen findet sich eine kleine Gedenkstätte für den evangelischen Pfarrer Theo Noa - Nikolaikirche (Konfirmandinnen und Konfirmanden der Ev. Nikolaikirchengemeinde) 

"Hugo Hermann" - Sohn des letzten Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde - Marburger Straße (Kreisjugendring Siegen-Wittgenstein)

Der "GehDenken-Rundgang" endet mit der gemeinsamen Verlegung eines Stolpersteins für Pfarrer Theodor Noa vor dem Haus Pfarrstraße 6 durch Schüler/innen der Klasse 10d der Gesamtschule Eiserfeld aus dem Projekt "Stolpersteine" des Stadtjugendring Siegen e.V.

Die Publikation zur Veranstaltung "GehDenken" erhalten Sie hier:

pdf-Datei16.12.1944 - 16.12.2011: Aufruf des Siegener Bündnis für Demokratie.



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