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An´s Licht geholt ...

Juni-Ausstellung 2008


In der Juni-Ausgabe seiner Präsentationsreihe "An’s Licht geholt • Schätze aus den Magazinen des Stadtarchivs" wird sich das Stadtarchiv Siegen ab Mittwoch, den 4. Juni 2008, dem abenteuerlichen Leben des Prätendenten Charles Henri Nicolas Othon Prince de Nassau-Siegen widmen, der am 19. April 1808 auf seinem in der heutigen Ukraine gelegenen Landgut Tynna verstarb.

Der “falsche Prinz“ von Nassau-Siegen
Ausstellung zum 200. Todesjahr des Prätendenten Charles Henri Nicolas Othon Prince de Nassau-Siegen (1745-1808)


Bild: Autograph von Maximilian IV. Josef Pfalzgraf bei Rhein zu Zweibrücken-Birkenfeld (der spätere Maximilian I. Josef König von Bayern) an den damals in St. Petersburg verweilenden ´Charles Henri Nicolas Othon`Obwohl er niemals Siegerländer Boden betreten hat, kokettierte der kapriziöse Abenteurer, Diplomat und Legionär an den Höfen von Versailles, Madrid und Wien Zeit seines Lebens damit, ein echter Abkömmling des Fürstenhauses Nassau-Siegen zu sein. Bereits sein Vater Maximilien Guillaume Adolphe (1722-1748) war nach französischer Rechtsprechung 1756 als ehelicher Nachkomme von Emmanuel Ignatius Fürst zu Nassau-Siegen posthum legitimiert worden, die Titulatur “Prince de Nassau-Siegen“ zu führen. Dieses Urteil rief in den oranien-nassauischen Stammlanden heftige Kontroversen hervor und ist offiziell nie anerkannt worden. Demnach hat sich Charles Henri Nicolas Othon auf diese Rechtsprechung in Frankreich berufen und bis zu seinem Lebensende den Fürstentitel geführt. Berühmtheit erlangte er vor allem durch seine Teilnahme an der Weltreise des französischen Entdeckungsreisenden Louis-Antoine de Bougainville, der zwischen 1766 und 1769 von Frankreich aus um Südamerika, durch den Pazifik und um die Südspitze Afrikas herum gereist war. Nach seiner Rückkehr widmete sich der “falsche Prinz“ von Nassau-Siegen vornehmlich seiner militärischen Laufbahn für Frankreich, Spanien und Russland und kämpfte an verschiedenen Schauplätzen in ganz Europa. Auf seinen zahlreichen Reisen hatte er auch genügend Zeit und Muße, um Abenteurer wie Giacomo Casanova (1783 in Spa) oder dem Naturwissenschaftler Johann Georg Adam Forster (1784 im weißrussischen Grodno) zu begegnen.

Um einige Lebensstationen des “falschen Prinzen“ von Nassau-Siegen zu dokumentieren, hat das Team des Stadtarchivs Siegen aus seinem Fundus eine Palette von interessanten Archivalien ausgesucht. Ausgestellt wird unter anderem ein zu Mannheim vom 2. April 1791 datiertes Autograph von Maximilian IV. Josef Pfalzgraf bei Rhein zu Zweibrücken-Birkenfeld, später Maximilian I. Josef König von Bayern, an den damals in St. Petersburg verweilenden “Prince de Nassau-Siegen“. Die darin enthaltene kuriale Anrede "Permettés moi, cher Prince" impliziert, dass Charles Henri Nicolas Othon zumindest von einigen ranghohen Mitgliedern des deutschen Adels seinem in Frankreich anerkannten Rang entsprechend behandelt und tituliert wurde. Weitere Ausstellungsstücke wie ein am 29. Januar 1779 zu Paris von ihm persönlich unterschriebenes Brevet (Verleihungsurkunde) an den "Capitaine au Regiment des Nassau Siegen" komplettieren neben Hintergrundinformationen die Ausstellungsvitrine.

Die Ausstellung wird vom 4. Juni 2008 an im Lesesaal des Stadtarchivs im 3. Obergeschoss des KrönchenCenters zu sehen sein. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich während der Öffnungszeiten des Stadtarchivs Siegen einen Überblick über Leben und Werk des "falschen Prinzen" zu machen.



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