Arbeitsgruppe Demografie
Arbeitsgruppe Demografie
Die Arbeitsgruppe Demografie wurde 2008 von Bürgermeister Steffen Mues ins Leben gerufen, um passende Handlungsstrategien und konkrete Gestaltungslösungen gegen die Auswirkungen des demografischen Wandels zu entwickeln. In ihr finden sich die Leiter aller Fachbereiche und Beauftragte der Verwaltungsbereiche, die zum Thema des demografischen Wandels einen besonderen Bezug haben. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Demografie stellen fachbereichsübergreifend Betrachtungen und Überlegungen dazu an, wie die Zukunftsfähigkeit der Stadtverwaltung und der Stadt Siegen erhalten und verbessert werden kann.
Mitglieder der AG Demografie
Friedemann Diehl, Hans-Dieter Düber, Anja Heiden, Dirk Helmes, Fritz Hiller, Herbert Keßler, Karin Körper, Martina Kratzel, Gerald Kühn, Andreas Liedtke, Isabel Rehm, Manfred Reisch, Astrid Schneider, Burkhard Schneider.
Aktuelles demografisches Thema:
Forschungsprojekt Mobilitätsketten für Senioren
Die Stadt Siegen und der Kreis Siegen-Wittgenstein mit seinen zehn weiteren Gemeinden sehen sich einer demographischen Entwicklung gegenüber, die über die Zunahme der Älteren Menschen und die Abnahme der Bevölkerung insgesamt im Bereich der Mobilität mit spezifischen Folgen konfrontiert wird:
- Empirische Erhebungen in Form von Bürgerbefragungen aus den Jahren 2004 (Kreis Siegen-Wittgenstein) und 2005 (Stadt Siegen) haben gezeigt, dass älter werdende Menschen möglichst lange selbständig bleiben möchten, um ihr Alter im eigenen Zuhause verbringen zu können - das setzt Mobilität voraus.
- Mit dem Alter einhergehende körperliche Einschränkungen (nachlassendes Sehvermögen, eingeschränkte Bewegungsfähigkeit etc.) wirken sich nachteilig auf die Sicherheit am Steuer aus und verbieten oft die eigenständige Fahrt mit dem Auto.
- Jüngere Verwandte, Freunde und Bekannte, die Mobilitätshilfe leisten könnten, wohnen oft weit verstreut.
- Durch rückgehende Schülerzahlen geht Gesamtnutzung des ÖPNV zurück und das Angebot besonders in dünn besiedelten Räumen wird stark eingeschränkt, wenn nicht komplett eingestellt werden.
Wenn weder das eigene Auto noch der ÖPNV genutzt werden können und obendrein soziale Netzwerke räumlich zu zerfasert sind, hat das erhebliche Auswirkungen auf Seniorinnen und Senioren im höheren Alter. Das Einkaufen, der Gang zum Arzt, der Besuch einer kulturellen Veranstaltung oder der Kontakt zum Freundeskreis werden schwierig oder gar unmöglich. Die Entwicklung eines Angebotes, das die Mobilität älterer Menschen gewährleistet, ist für Stadt Siegen und Kreis Siegen-Wittgenstein von hoher Bedeutung, denn unser Ziel für die Region ist eine gesunde Gesellschaft mit Seniorinnen und Senioren, die ein angenehmes Altern erleben, deren möglichst lange selbständige Versorgung gewährleistet ist und die an dem Leben in der Gemeinschaft teilhaben können.
Um dem Wunsch nach Mobilität gerecht werden zu können betreiben die Stadt Siegen und der Kreis Siegen-Wittgenstein gemeinsam im Verbundprojekt "S-Mobil 100" Forschungen zur Mobilität von Seniorinnen und Senioren. Ziel ist es, durch das Zusammenwirken moderner Technik und Sozialer Netzwerke Mobilitätsketten - also Verbindungen zwischen räumlichen Zielen - zur Beseitigung, Umgehung und Überwindung von Barrieren zu schaffen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung und Wissenschaft gefördert. Partner im Projekt sind:
- BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen)
- DRK (Deutsches Rotes Kreuz | KoKoS-Center, als Projektkoordinator
- The Group e.V. (Internationales Institut für Sozio-Informatik)
- Universität Siegen, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und neue Medien
- Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Institut für Gerontologie
- Infoware-GmbH, Software- und Toolentwickler für Navigationssysteme
- Kreis Siegen Wittgenstein, Zukunftsinitiative 2020
- Stadt Siegen, AG Demografie / AG Sozial- und Jugendhilfeplanung
Gemeinsam mit den Projektpartnern werden dabei folgende Ziele verfolgt:
- Analyse gegenwärtiger Mobilitätsbedürfnisse von älteren Personen in ausgesuchten Regionen der Stadt Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein. Ausgehend von diesen Erkenntnissen soll ein Angebot entstehen, das diese Bedürfnisse durch Aufdeckung nahtloser Mobilitätsketten optimal befriedigt und dabei leichten Zugang zu den Mobilitätsangeboten gewährleistet.
- Erhebung des Informationsbedarfs der älteren Menschen zur Bewertung von Mobilitäts- und Transportangeboten. In nutzerzentrierten Workshops sollen Informationslücken aufgedeckt werden, die die älteren Einwohner daran hindern, die bestehenden Angebote wahrzunehmen. In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Leistungsanbietern (DRK, ÖPNV, etc.) soll ein optimiertes Informationsangebot geschaffen werden.
- Entwicklung von neuen partizipativen, nutzer-orientierten Methoden um den besonderen Anforderungen der älteren Gesellschaft gerecht zu werden. Es soll untersucht werden, ob vorhandene Methoden angepasst werden können, um mit dem besonderen Grad an computertechnischer Unerfahrenheit der Zielgruppe umgehen zu können.
- Die generativen Unterschiede sollen stärker beleuchtet werden, um zu untersuchen, ob besondere Anforderungen auf bereits bekannte gerontologische und geriatrische Probleme zurückzuführen sind oder lediglich mit dem oft erheblichen Erfahrungsmangel einhergehen, bzw. wie stark sich diese beiden Aspekte multiplizieren.
Am Ende des Forschungsprojektes (2015) steht die beispielhafte Einführung einer Zukunftstechnologie, die auf die Lösung einer konkreten gesellschaftlicher Problemlage im Themenfeld "Demografischer Wandel" abzielt, über den Aufbau eines wachsenden sozialen Netzwerkes aus Bürgern, Trägern und Dienstleistern den Zusammenhalt der Gesellschaft stärkt und für den Erhalt der Selbständigkeit der Senioren und Seniorinnen in Stadt und Kreis eingesetzt wird.
01.08.2011
Arbeitsgruppe Demografie:
Studie Lebensqualität in Siegen

