Ausstellungen
Ausstellungssübersicht Siegerlandmuseum
3. Mai bis 30. Juni 2013
Stillleben - Carl Schuch und die zeitgenössische Stilllebenfotografie
Siegerlandmuseum im Oberen Schloss
Stillleben faszinieren seit Jahrhunderten Betrachter und Künstler gleichermaßen. Das empfanden auch die Käufer der Gemälde, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts auf den Markt kamen und als Gattungsbegriff sowohl im Deutschen wie im Niederländischen und Englischen gleichermaßen Stillleben, stil leven und still life genannt wurden: Bilder von sorgfältig arrangierten stillen Gegenständen in Gestalt üppiger Blumenarrangements, exotischer Früchte, Jagdwild, Tellern, Karaffen oder Musikinstrumenten.
In den Niederlanden des Goldenen Zeitalters erreichte die Stilllebenmalerei ihre höchste Blüte. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wird das Stillleben zum bevorzugten Motiv der Künstler und zu einem wichtigen Träger künstlerischer Innovationen. Der außergewöhnliche Reiz der Darstellungen - dies gilt für das Stillleben als Gattungsbegriff allgemein - liegt nicht allein nur in ihrer eigentümlichen Rätselhaftigkeit und verborgenen Symbolik, sondern auch in ihrer Bedeutung für das Verhältnis von Raum und Fläche, von Form und Farbe.
Die Ausstellung stellt der ausgewählten Stilllebenmalerei mit Blumen-, Essens- und Vanitasmotiven von Carl Schuch (1846-1903) aktuelle Stilllebenfotografie gegenüber. Schuch, Mitglied des Kreises um Wilhelm Leibl, war zu Lebzeiten wegen materieller Unabhängigkeit nur einem engen Freundeskreis bekannt. Nach seinem Tod wurde sein Werk in den Kunsthandel gebracht und über ganz Mitteleuropa verstreut. Die ihm gegenübergestellte Fotografie interpretiert den traditionell aus der Malerei abgeleiteten Begriff vom Stillleben neu und gibt damit dieser Gattung einen anderen Stellenwert und eine neue Sichtweise auf das Genre selbst.
Oftmals ist es die Suche nach dem Authentischen und Wahren, die in der Darstellung vom Alltag und seiner profanen Ästhetik anschaulich wird. Diese Nähe zum Alltäglichen rückt die aktuelle Fotografie hier in die Nähe einer privaten und intimen Welt.
Die fotografischen Korrelationen zu den Gemälden von Carl Schuch stammen von Rolf Appelbaum (geb. 1951), Jessica Backhaus (1970), Werner Barfus (1945), Adam Bartos (1953), Johannes Brus (1942), Claus Goedicke (1966), Manfred Hamm (1944), Arno Jansen (1938), Laura Letinsky (1962), Christopher Muller (1966), Dieter Nuhr (1960), Hartmut Neumann (1954), Manfred Paul (1942) ), Karin Peyker (1979), Marcus Schwier (1964), Anett Stuth (1965) und Ingolf Timpner (1963).
Die Ausstellung ist eine Kooperation des Herforder Kunstvereins im Daniel-Pöppelmann-Haus, dem Museum Ratingen, dem Stadtmuseum Siegburg, dem Städtischen Kramer-Museum Kempen, den Kunstsammlungen Zwickau und dem Siegerlandmuseum im Oberen Schloss. Die Ausstellung und der hierzu erscheinende Katalog (96 Seiten, mehr als 40 Abbildungen, erschienen im Kerber Verlag Bielefeld, in der Ausstellung 20 Euro) werden gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Kultursekretariat Gütersloh.
Aufgrund der Bauarbeiten im Oberen Schloss wird die Ausstellung in beziehungsreichen Zusammenhängen auf den verschiedenen Ebenen der ständigen Ausstellungsbereiche zu sehen sein.
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