UNIVERSITÄTSSTADT SIEGEN

Arbeitsgruppe Demografie Geschichte und Aufgabenkontext

Demografischer Wandel

Arbeitsgruppe Demografie (AG Demografie)

Geschichte und Aufgabenkontext

2008 wurde von Bürgermeister Steffen Mues die Arbeitsgruppe Demografie ins Leben gerufen. In ihr sollen passende Handlungsstrategien und konkrete Gestaltungslösungen gegen die Auswirkungen des demografischen Wandels entwickelt werden. Die Arbeitsgruppe setzt sich aus den Leitern aller Fachbereiche sowie Beauftragten derjenigen Verwaltungsbereiche, die zum Thema des demografischen Wandels einen besonderen Bezug haben, zusammen. Die Mitglieder der AG Demografie stellen fachübergreifend Betrachtungen und Überlegungen dazu an, wie die Zukunftsfähigkeit der Universitätsstadt Siegen erhalten und verbessert werden kann.

Die Orientierung erfolgt über für spezifische Themenfelder (siehe Grafik oberhalb) definierte Ziele. Die hierbei aktuell im Schwerpunkt verfolgten Strategien sind:

  • Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur.
  • Fachkräftesicherung.
  • Sicherstellung der Qualität der Verwaltung.
  • Erhalt der Funktionsfähigkeit des Rettungswesens.
  • Sicherstellung der Versorgung.
  • Entwicklung generationengerechter Angebote.
  • Förderung des Ehrenamts.
  • Förderung von Integration/Inklusion.
  • Sicherstellung von Mobilität und Teilhabe.
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
  • Steigerung der allgemeinen Attraktivität der Stadt Siegen.
  • Wohnraumentwicklung.

Es obliegt den jeweiligen Fachbereichen förderliche Maßnahmen zur Zielerreichung zu entwickeln, sie zur Diskussion in die Arbeitsgruppe Demografie sowie in die die politischen Gremien einzubringen und umzusetzen.
In der Arbeitsgruppe vereinen sich Kollegen und Kolleginnen mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen. So werden die Perspektiven aus Stadtplanung, Architektur, Soziologie, Politologie, Sozialarbeit und natürlich den Verwaltungsfächern mit den diversen Bereichsschwerpunkten zusammengeführt und bilden ein ideales Fundament für effektive Arbeit.

Arbeitsansatz, Rahmenbedingungen und Status Quo

Nach Ansicht der Arbeitsgruppe Demografie ist der demografische Wandel kein Horrorszenario. Die Universitätsstadt Siegen stellt sich diesem Phänomen, richtet ihre Aufmerksamkeit aber nicht auf den demografischen Wandel als absonderliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte, vielmehr begreift sie ihn als  Trend der bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt und dessen Ursachen im Fortschritt und der gesellschaftlichen Entwicklungen zu suchen sind. Unter den richtigen Rahmenbedingungen und mit der richtigen Strategie ist er eine Chance für jede Kommune - auch für Siegen.

Siegen im demographischen Wandel - Daten und Fakten.

Aber richtige Rahmenbedingungen müssen erst einmal geschaffen werden, das heißt für jedes Themenfeld des demografischen Wandels muss geklärt werden, welche Regelungen und Förderungen es geben muss, damit die Kommunen in die Lage versetzt werden, sich dem demografischen Wandel wirksam zu stellen. An wichtigster Stelle steht daher ein Dialog zwischen Bund und Ländern über Pflichten und freiwillige Aufgaben der Kommunen, für den die Bundesregierung verantwortlich ist. Mit dem demografischen Wandel steigen die Sozialausgaben der Kommunen und auch der Stadt Siegen. Statt die Abschaffung des Finanzausgleichs zu diskutieren, muss Kommunen mit hohen Belastungen geholfen werden, sonst verschärft das ihre Haushaltsituation derart, dass die Handlungsunfähigkeit der betreffenden Kommune vorprogrammiert ist. In dieser Hinsicht besteht eine Abhängigkeit von den Entscheidungen auf Bundes- und Landesebene.

Hinsichtlich des demografischen Wandels ist die Bundesregierung seit 2012 aktiv. Mit den Demografiegipfeln im Jahre 2012 und 2013 ist sie laut Bundesministerium des Innern zu dem Schluss gekommen, dass

  • die Familien gestärkt werden müssen,
  • die Arbeitsfähigkeit älterer Arbeitnehmer erhalten werden muss
  • ein selbstbestimmtes Leben im Alter wichtig ist,
  • die Lebensqualität im ländlichen Raum erhalten bleiben soll,
  • eine integrative Stadtpolitik gefördert werden muss,
  • die Grundlagen für Wachstum und Wohlstand sichergestellt werden müssen,
  • es günstig ist, die Handlungsfähigkeit des Staates zu erhalten.

Die Stadt Siegen steht nach den Ergebnissen des 2. Demografiegipfels der Bundesregierung mit ihren Maßnahmen der vergangenen Jahre außerordentlich gut da. Seit Bestehen der Arbeitsgruppe Demografie im Jahre 2008 wurden zahlreiche Projekte und Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, die in die von der Bundesregierung vorgeschlagenen Richtungen zielen und innerhalb der Stadt Siegen bereits deutliche Effekte zeigen. Beispielhaft zu nennen sind hier die Arbeit des Familienbüros mit dem intensiven Ausbau der Tagespflege (Familie stärken), die Prozesse im Rahmen der städtischen Personalentwicklung (Arbeitsfähigkeit erhalten), die Sicherstellung der Breitbandversorgung im ländlichen Raum (Lebensqualität erhalten), der "Siegener Integrationsplan" (Integrative Stadtpolitik) und die Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (Grundlagen für Wachstum und Wohlstand).

Kurz: Die Stadt Siegen ist hinsichtlich des demografischen Wandels und im Vergleich zu den auf den Demografiegipfeln 2012 und 2013 geborenen Ideen eine entwicklungsstarke Vorreiterin.

Das heißt aber nicht, dass bereits genug getan wurde. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten muss an vorderster Stelle der Kultur des Miteinanders neuer Raum geschaffen werden. Sie kann aber nicht verordnet werden, sie muss durch das Engagement von Menschen für Menschen in Vereinen, Sport und Kultur wachsen. Wir müssen den Herausforderungen durch die demografische Entwicklung mit kreativen Ansätzen und Ideenreichtum begegnen. Neue Wege der Anerkennung und Förderung privater Initiative sind gefragt, bei denen es darum geht kleine und große Hilfen zu organisieren und das Miteinander der Generationen zu befördern. Eine Kultur des Miteinanders hat die Teilhabe möglichst vieler Menschen am gesellschaftlichen Leben zum Ziel. Die demographische Entwicklung ist die Chance, ein entsprechendes Miteinander zu befördern.